Augsburger Panther entführen Sieg aus StraubingBesser gespielt und doch verloren

Olivier Roy bot im Tor der Augsburger Panther eine starke Leistung. (Foto: dpa/picture alliance)Olivier Roy bot im Tor der Augsburger Panther eine starke Leistung. (Foto: dpa/picture alliance)
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Das belegen auch die blanken Zahlen. Denn Straubing hatte 80 Schüsse, 47 aufs Tor. Die Schwaben mussten sich mit 35 Schüssen, von denen 19 aufs Tor gingen, zufrieden geben. Auch ein Blick auf die Shotmap spricht Bände. Dabei haben sich die angekündigten Reihenumstellungen bei den Niederbayern voll ausgezahlt – zumindest in der Offensive. Denn der Schledrian, der sich letztes Wochenende einschlich, war verdrängt. Das bestätigte auch Straubings Trainer Tom Pokel: „Ich denke, alle Sturmreihen haben sehr gut funktioniert.“ Alle vier Reihen hatten ihre Chancen, doch an Augsburgs Roy bissen sich fast alle die Zähne aus. Pokel lobt sein Team dementsprechend: „Über das ganze Spiel haben wir das getan, was wir tun wollten. Wir haben ziemlich druckvolles Forechecking gespielt, hatten viele Torschüsse, viele Chancen und zweimal die Stange getroffen.“ Nach dem Spieß saß der Frust bei den Hausherren tief, so tief, dass außer dem „Pfilchtinterview“ bei der Telekom alle Interviewwünsche abgelehnt wurden.

Abgezockter Schmölz

Der erste Abschnitt war schnell gespielt, denn vor allem in der Anfangsphase gab es praktisch keine  Unterbrechungen. Die Teams spielen schnell und forsch, so gab es immer wieder gute Schüsse. Trotzdem passt das schwäbische Führungstor nicht so recht ins Bild, denn es war ein echtes „Garbage-Goal“. Von hinter dem Tor schießt Daniel Schmölz Straubings Goalie Basti Vogl an und überlistet diesen mit einem spitzbübischen Trickschuss. Augsburgs Coach Mike Stewart erinnert sich auf der Pressekonferenz: „Aus meiner Sicht war es im ersten Drittel eine offene Partie, ich glaube, wir haben die Chancen genutzt.“ Die Hausherren waren aber nur wenig geschockt und suchten ihr Heil in der Flucht nach vorne. Doch so sehr sie sich auch bemühten, das Tor machten wiederum die Gäste. Diesmal ließ die niederbayerische Verteidigung David Stierer zu viel Platz. Auch in der Verteidigung gab es in Straubing geplante Umstellungen, so kam Alex Dotzler für Stephan Daschner ins Lineup. Doch der Verlierer dürfte Marcel Brandt sein, der schon heute ab etwa der 35. Minute nicht mehr eingesetzt wurde.

Roy, Roy, Roy

Nun begann die große Zeit des Olivier Roy. Egal wohin die Tigers schossen, Roy war immer zu Stelle, wobei er auch großartige Unterstützung seiner Vorderleute hatte. Die Defensive klappte diesen Abend bei den Panthern so gut, dass man die Hausherren in Überzahl zwar passen und schießen ließ, doch wenn es drauf ankam, war meistens ein Schwabe im Weg, dabei waren es keine schlechten Schüsse. Mike Stewart: „Straubing war schon gefährlich über die ganzen 40 Minuten, aber wir haben unsere Zone gut verteidigt und viele Schüsse geblockt. Olivier Roy hat super gespielt.“ Sein Straubinger Kollege sagte über die Special Teams: „Beide Überzahlformationen haben gut kombiniert und hatten gute Chancen. Wir haben ein geduldiges Spiel gespielt.“ Richtung Straubinger Tor passierte nicht all zu viel und doch hätte es nach dem Mitteldrittel auch 0:3 stehen können, aber da dem nicht so war, waren die Gäubodenstädter noch nicht geschlagen.

Alles ist zu wenig

Was die Tigers nach dem Widerbeginn benötigten, war ein schnelles Tor. Das sollte auch nach 40 Sekunden im Schlussdrittel fallen und weitere 41 Sekunden später fiel der Ausgleich. Tom Pokel sah auch hier Fortschritte: „Im Gegensatz zur letzten Woche waren wir nach dem 0:2 viel mehr konzentriert.“ Kein Frage, dass das Stadion jetzt kochte. Coach Stewart erinnert sich sichtbar ungerne daran: „Die ersten zwei Minuten im letzten Drittel haben wir ein paar Breakdowns gehabt und Straubing hat ein paar Chancen in der gefährlichen Zone bekommen und das ausgenutzt.“ Kurzfristig glaubte man, die Ketchup-Flasche ist jetzt offen, doch beide Teams blieben ihrem Spiel treu – Straubing schoss weiter und Roy hielt weiter. Fünf Minuten vor der nun möglichen Verlängerung war es aber dann erneut passiert. Es war Straubings bitterster Moment an diesem Abend. Adam Payerl schoss einfach mal. Nicht platziert, einfach in die Mitte, auch nicht sonderlich fest und doch rutschte Basti Vogl das Ding durch die Schoner. In der letzten Minute hatten die Niederbayern noch einen Stangenschuss, doch kurz darauf machte Matt Faser mit dem Empty-Netter den Deckel drauf. Zusammenfassen meinte Mike Stewart: „Straubing hat die ganze Partie Momentum gehabt. Ihr Powerplay ist sehr gefährlich, andersrum war unser Penaltykillng heute sehr stark. Straubing war sehr bemüht und hat Gas gegeben, aber wir haben intelligent und clever verteidigt.“ Tom Pokel betont nochmal das Positive: „Es war ein Spiel, von dem wir alle sagen, dass es eines der besten Spiele war, die wir je gespielt haben, aber was fehlte, war der Torerfolg. Wir haben in vielen Bereichen besser gespielt als letzte Woche. Trotz der Niederlage sehe ich das als einen wesentlichen Schritt nach vorne. Ich denke, daraus können wir viel mitnehmen und viel darauf aufbauen.“

Statistik

Tore: 0:1 (5:00) Daniel Schmölz (Matt Fraser, Arvids Rekis), 0:2 (9:47) David Stieler (Daniel Schmölz, Brady Lamb), 1:2 (40:40) Stefan Loibl (T.J. Mulock), 2:2 (41:21) Antoine Laganière (Fredrik Eriksson, Mitchell Heard), 2:3 (54:51) Adam Payerl (Arvids Rekis, Simon Sezemsky), 2:4 (59:53/EN) Matt Fraser (Adam Payerl, Drew LeBlanc).

Schiedsrichter: Marc Iwert, Lasse Kopitz; Linienrichter: Kilian Hinterdobler, Maruis Wölzmüller.

Strafminuten: 2:8 (0:4, 2:4, 0:0).

Zuschauer: 3930.

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