Augsburg und Zagreb ziehen ins Finale einGäubodenvolksfest-Cup, Tag 1

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Augsburg – Klagenfurt 6:3 (2:0, 2:1, 2:2)

Die Schwaben hatten im Nachmittagsspiel den klaren Vorteil, was die Fanunterstützung angeht, denn die Fuggerstädter füllten den Gästeblock im Stadion doch recht ordentlich. Augsburg machte mehr aus der größeren Angriffszone und kam mit der neuen Zoneneinteilung besser zurecht. Coach Larry Mitchell erwähnt in diesem Zusammenhang vor allem Mike Connolly: „Er ist ein sehr schlauer Spieler. Wir haben das nicht trainiert, sondern nur angesprochen. Er hat von unserer blauen Linie gesehen, dass unsere Spieler im Lauf sind und hat das ausgenutzt.“ So war Drittel über weite Strecken eine klare Sache. Das sah auch Mitchell so: „Ich denke, das 2:0 war mehr als verdient.“

Im Mitteldrittel legte der AEV schnell durch T.J. Trevelyan. Dabei machte KAC-Keeper René Swette alles andere als eine gute Figur, denn trotz Schuss von außen und komplett freier Sicht konnte er den Einschlag hinter sich nicht verhindern. Spätestens als Brett Breitkreuz den vierten Treffer erzielte, war die Vorentscheidung gefallen. Der KAC bäumte sich nochmal kurz auf und kam durch Daniel Ban zum Anschlusstreffer.

In den letzten zwanzig Minuten zeigten beide Mannschaften ein Spiel auf relativ schwachem ausgeglichenem Niveau. Ein typisches Vorbereitungsspiel, in dem nach harten Trainingstagen langsam aber sicher die Kräfte schwanden. Wie Mitchell sagt, hatte sein Team die letzte Woche bis zu vier Einheiten täglich. Klagenfurt versuchte das zu nutzen, doch jedes Mal wenn die Österreicher trafen, legten auch die Schwaben nach.

Im Augsburger Tor stand mit Chris Mason ein stets sicher Rückhalt, sodass er am Ende einer der Besten war: „Chris hat seinen Job getan, vor allem im letzten Drittel, aber wir hatten einige Spiele die eine sehr gute Leistung abgerufen haben“, sagt Mitchell. Angetan war der Coach auch von der Leistung von Fabio Carciola. Dieser rückte praktisch über Nacht für Adrian Grygiel von der vierten in die erste Reihe und steuerte zwei Tore bei.

Auch für Steffen „Tölle“ Tölzer war es ein Comeback. An selber Stelle verletzte sich der Verteidiger von Jahresfrist schwer und fiel nahezu die gesamte Saison aus. Erleichtert meint Larry Mitchell: „Ich bin nicht nur glücklich. Ich weiß nicht, ob jeder nach so einer Operation und so langen Pause, so in die Zweikämpfe gehen würde. Hut ab vom ersten Spiel, vom ersten Wechsel an. Er hat gezeigt, dass er sein Spiel überhaupt nicht verändern möchte. Solche Spiele kann man nur abrufen, wenn man im Sommer hart arbeitet. Dass Tölle teilweise in einigen Fitnesstests die besten Werte hatte, spricht für ihn.“

Tore: 1:0 (7.) Fabio Carciola (Patrick Kurz, Brandy Lamb); 2:0 (15.) Ivan Ciernik; 3:0 (24.) T.J. Trevelyan (Louie Caporusso); 4:0 (29) Brett Breitkreuz (Daniel Weiß); 4:1 (32.) Daniel Ban (Marcel Wittig); 4:2 (42.) Manuel Geier; 5:2 (43.) Fabio Carciola (Louie Caporusso); 5:3 (51.) Mike Siklenka (Jamie Lundmark, Kim Strömberg); 6:3 (60.) T.J. Trevelyan (Jeff Woywitka) EN

Schiedsrichter: Roland Aumüller, Stephan Bauer; Linienrichter: Vladislav Grossmann, Robert Hauber; Strafen: Augsburg 14; Klagenfurt 10

Straubing – Zagreb 2:4 (0:0, 2:2, 0:2)

Viele Straubinger Fans freuten sich auf ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Goalie Barry Brust. Doch diese wurden enttäuscht, denn der Kanadier stand nicht mal in der Aufstellung. Nach dem Spiel hat er verraten: „Das lag an unserer Rotation, am Sonntag werde ich spielen. Ich freue mich sehr auf das Spiel, weil ich so viele schöne Erinnerungen von hier habe. Ich habe das sehr genossen, es ist schön mal wieder hier zu sein.“ Weiter gilt es festzuhalten, dass Laurent Meunier als Straubinger Spielführer das „C“ tragen durfte.  Dritte Auffälligkeit war, dass Thomas Gödtel, der nur zum Fithalten in Straubing ist, das Spiel mitmachte. Straubing Coach Rob Wilson meinte auf die Frage, ob er eine Chance auf einen Vertrag hat: „Vielleicht. Er hat hart gearbeitet und ich bin glücklich mit ihm. Ich denke, dass es eine Chance gibt, dass er uns helfen kann.“

Das erste Drittel war eine schnelle Angelegenheit. Kaum Unterbrechungen ließen die Minuten regelrecht verfliegen. Allerdings bekam man nur wenige gute Chancen zu sehen. Von Zagreb, für die es das vierte Vorbereitungsspiel war, hatte man mehr erwartet.  Straubings Verteidiger Sebastian Osterloh zeigte sich nach dem Spiel aber erfreut über die Mannschaftsleistung: „Ich finde, wir haben ein gutes Spiel gemacht und die Sachen, die der Trainer von uns wollte, umgesetzt.“ Im Einzelnen waren das: „Schnelles Spiel nach vorne. Wenn der Gegner die Scheibe hat, nicht sinnlos nach vorne reinrumpeln. Einen Soft Trap spielen, also sich zurückziehen und es dem Gegner schwer machen, ins Drittel zu kommen“, verrät Osterloh.

Langsam wurde die Partie auch im Mitteldrittel nicht. Dazu kamen nun gleich vier Tore dazu. Zagreb legte einen kleinen Gang zu und ging per Doppelschlag in Führung. Straubing wollte im ersten Heimspiel den Fans zeigen, dass auch sie Tore machen können. Für den Ausgleich sorgten zwei Neuzugänge. Das erste Tigers-Tor ging auf den Franzosen Sacha Treille, den Ausgleich markierte Dylan Yeo Sekunden vor der zweiten Pause.

Geht man nur nach der Torfolge, geht die niederbayerische Niederlage aufs Konto von Goalie Jason Bacashihua. Nach einem dicken Bock von ihm von hinter dem Tor hatte Brock Trotter leichtes Spiel und erzielte das dritte Tor für die Gäste. Wilson sagt: „Es ist besser, die Fehler früh zu machen, dann können wir davon lernen und es dann besser machen.“ Straubing gab nicht auf und hatte noch einige gute Chancen, in den entscheidenden Millisekunden verließ sie jedoch das Glück. Den Schlusspunkt setzte Patrick Bjorkstrand ins leere Tor.

Insgesamt zeigte sich Coach Willson zufrieden mit dem Spiel: „Gute Arbeit. Zagreb spielt in der zweitbesten Liga der Welt. Insgesamt bin ich sehr glücklich.“ Zu seiner Reihenzusammenstellung meint er: „Alle Reihen haben gut und hart gearbeitet, sie haben gezeigt dass das System funktioniert.“ Verteidiger „Osti“ meint zum Schluss: „Wir wären natürlich gerne im Finale gewesen, aber ich denke, wir haben ordentlich gespielt. So kann es weitergehen.“

Tore: 0:1 (21.) Matt Anderson (Darren Haydar, Mark Katic) PP1; 0:2 (22.) Pascal Pelletier (Martin St. Pierre, Mathieu Carle); 1:2 (37.) Sacha Treille (Sebastian Osterloh); 2:2 (40.) Dylan Yeo (Sacha Treille PP1; 2:3 (53.) Brock Trotter; 2:4 (60.) Patrick Bjorkstrand (Matt Anderson) EN

Schiedsrichter: Willi Schimm, Florian Zehetleitner; Linienrichter: Andreas Flad, Gabriel Glaube; Strafen: Straubing 4; Zagreb 10

Zuschauer 4.705

Nach diesen Ergebnissen kommt es am Sonntag um 14.30 Uhr zum Finale zwischen den Augsburger Panthern und Medveščak Zagreb. Am Abend treffen um 18.30 Uhr die Straubing Tigers auf den Klagenfurter AC im Spiel um Platz 3.