Augsburg: Sieg auf des Messers Schneide

Augsburgs Greg Moore (rechts) und Hannovers André Reiss im Zweikampf. (Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de)Augsburgs Greg Moore (rechts) und Hannovers André Reiss im Zweikampf. (Foto: Roland Krivec - www.stock4press.de)
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Vor dem ersten Bully gab es zunächst eine Gedenkminute für den kürzlich in Augsburg getöteten Polizisten. Die Anfangsphase gehörte dann eindeutig den Hausherren, doch selbst mit einem Mann mehr auf dem Eis wollte sich der Torerfolg nicht einstellen. Auf der anderen Seite hatte dafür Tyler Weiman im Augsburger Tor zunächst einen ruhigen Abend. Erst nach mehr als zehn Minuten hatte er den ersten gefährlichen Schuss zu entschärfen, und diesem war eine deutliche Abseitsstellung vorausgegangen, was wiederum dem Schiedsrichter entgangen war. Auch einige mehr als grenzwertige Aktionen der Scorpions übersah das Unparteiischengespann. Auch die Strafzeit gegen Steffen Tölzer, die dann zur Führung der Gäste führte, brachte die Augsburger Fans auf die Barrikaden. Doch es half wie immer nichts und so konnte Tommi Hannus im Nachschuss den Spielverlauf 27 Sekunden vor dem Drittelende völlig auf den Kopf stellen.  

Wegen einer Verletzung des Hauptschiedsrichters Alfred Hascher kurz nach Wiederbeginn übernahmen die beiden Linesmen dann für rund fünf Minuten gleichberechtigt die Spielleitung. In dieser Phase wurden die Hannoveraner zunehmend stärker und banden die Panther zusehends in Defensivaufgaben. Insofern war die Partie nun von den Chancen her weitgehend ausgeglichen. Und nun fielen auch die Tore quasi im Minutentakt. John Zeiler glich für die Panther in Überzahl aus, umgehend brachte Niki Mondt die Scorpions wieder in Front. Kaum eine Minute später traf Daryl Boyle zum 2:2 und nur der Pfosten verhinderte, dass Brian Roloff kurz darauf die Panther erstmals an diesem Abend in Führung gebracht hätte. Dafür traf Sascha Goc auf der anderen Seite, doch Greg Moore sorgte bereits 36 Sekunden später wieder dafür, dass es mit einem 3:3 in die zweite Pause ging.  

Ähnlich turbulent war auch die Fortsetzung, nur dass Sergio Somma und Jeffrey Szwez aus ihren Möglichkeiten kein Kapital schlagen konnten. Insgesamt wirkten die Panther  im Spiel nach vorne etwas engagierter, während die Gäste mehr auf den entscheidenden Konter zu lauern schienen. Ein Fehler beim Wechseln der Scorpions sollte dann bestraft werden. Chad Bassen stand dadurch völlig allein an der gegnerischen blauen Linie und konnte nach Zuspiel von Christian Chartier alleine auf Dimitri Pätzold zulaufen. Gegen den platzierten Schuss war dieser machtlos. Nun warfen die Gäste alles nach vorne und die Panther mit ihrer immer noch ausgedünnten Defensivabteilung gerieten ein wenig ins Schwimmen. Doch selbst ein weiteres Unterzahlspiel überstanden sie mit etwas Glück ohne Gegentreffer. Bis in die Schlussphase hinein stand die Entscheidung noch auf Messers Schneide, doch diesmal wollten sich die Panther die verdienten Punkte nicht mehr wegnehmen lassen. Unter frenetischem Jubel von den Rängen brachten sie den Sieg über die Zeit.

Toni Krinner (Hannover): „Wir hatten uns eigentlich viel vorgenommen, doch die Panther haben sehr stark angefangen und uns frühzeitig unter Druck gesetzt. Nach unserer Führung lief es dann besser und die Partie war hart umkämpft. Am Ende hat Augsburg den einen entscheidenden Fehler weniger gemacht und deshalb verdient gewonnen.“ 

Larry Mitchell (Augsburg):  „Wir hatten nach unserem bisher schlechtesten Saisonspiel zuletzt in Krefeld etwas gut zu machen und haben in der Tat zu Beginn sehr stark gespielt. Im weiteren Verlauf gab es Chancen auf beiden Seiten. Besonders gut hat mir gefallen, dass es uns diesmal im Gegensatz zum Hinspiel in Hannover gelungen ist, im letzten Drittel mit dem Tor für die Entscheidung zu sorgen und auch danach noch weiter Druck zu machen. Natürlich bin ich glücklich über die drei wichtigen Punkte.“ 

Tore:
0:1 (19:33) Hannus (Goc, Herperger)  5:4
1:1 (29:11) Zeiler (Somma, Roloff)  5:4
1:2 (30:49) Mondt (Morczinietz, Sulkovsky)
2:2 (32:07) Boyle (Szwez, Zeiler)
2:3 (37:09) Goc (King)
3:3 (37:45) Moore (Tölzer, Zeiler)
4:3 (47:55) Bassen (Helms, Chartier)

Strafzeiten: Augsburger Panther 6;  Hannover Scorpions 10
Zuschauer: 4237

Schiedsrichter: Alfred Hascher


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