Augsburg hamstert erste Punkte in MannheimAdler verlieren mit 2:6

Mannheims Philip Riefers im Tor - der Puck aber nicht. (Foto: Imago)Mannheims Philip Riefers im Tor - der Puck aber nicht. (Foto: Imago)
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Die Adler Mannheim haben vor 9547 Zuschauern in der SAP-Arena mit 2:6 (0:1, 2:2, 0:3) gegen die Augsburger Panther verloren.

„Wenn ich den Puck problemlos mit den Augen verfolgen kann, wenn ihn die Adler haben, ist das Spiel langsam“, sagte ein Adler-Fan in der Drittelpause – treffend zusammengefasst. Die Adler zeigten gestern einen Rückfall in „Vor-Wardsche Zeiten“, aber eines nach dem anderen.

Greg Ireland erwartete wohl viel von den bisher punktlosen Panthern aus Augsburg, oder doch nicht? Er stellte sieben Verteidiger auf, ließ dafür zwei defensiv starke Stürmer auf der Tribüne Platz nehmen und verhalf Philip Riefers, der im Notfall absolut in der Lage ist, eine Verteidigerposition einzunehmen, und Youri Ziffzer zum ersten Ligaeinsatz. Sowohl die dafür erforderlichen (Ausfall Marcel Goc, Dennis Reul), aber auch ohne Not getätigten Reihenumstellungen kommen wohl trotz des nur geringfügig veränderten Kaders gegenüber der Meistersaison zu früh, sie wirkten uneingespielt und aus der Aussage – Greg Ireland lässt ein ähnliches System spielen wie Geoff Ward – konnte man zudem das Wort ähnlich gestern Abend getrost streichen. Antiquierter, behäbiger Spielaufbau, langsames Umschaltspiel, unabgestimmtes Forechecking, fehlende Zuordnung in der Rückwärtsbewegung, die dadurch auch individuelle Unkonzentriertheit nicht wie in der letzten Saison auffangen konnte, bestimmten 50 Minuten lang das Spiel der Adler. Auch Youri Ziffzer konnte das gestern Abend nicht ausgleichen, dazu wäre eine überirdische Leistung von Nöten gewesen. Zugegeben, die Adler hatten mehr Spielanteile, Puckbesitz, die dafür erforderliche Passgenauigkeit fehlte jedoch, vielleicht auch der fehlenden Geschwindigkeit geschuldet. Die Panther aus Augsburg konnten so den Weg des Pucks einfacher erahnen, fingen die Angriffe der Mannheimer unterstützt von der eigenen, guten Raumaufteilung oft schon in der neutralen Zone ab und zeigten ein abgestimmtes, schnelles Konterspiel, mit Erfolg. Nach 30 Minuten des Spiels stand es 3:0 für die Panther aus Augsburg.

Die Angriffsbemühungen der Adler bis dahin stellten die Panther bzw. ihren neuen Goalie Jeff Drouin-Deslauriers vor keine großen Probleme. Die gewohnt vielen Schüsse der Adler aufs gegnerische Tor waren für den 1,93 Meter großen Deslauriers alle gut vorherseh- und sichtbar, zusätzlich oft zu unpräzise, um ihn in größere Schwierigkeiten zu bringen. Die einzige Schwäche, die er wohl überhaupt hat, ist der schnelle Positionswechsel von einem Torpfosten zum anderen, wenn er sie aus dem Stand heraus ansetzt. Wie das geht, ihn aus der Position zu bringen, zeigten die Adler in den letzten zehn Minuten des Mittelabschnitts und nicht nur das.

Nach dem „Power Break“ wirkte das Spiel der Mannheimer plötzlich, als ob aufgrund des 0:3-Rückstandes seitens der Bank jegliche taktischen Zwänge aufgehoben worden wären. Die Spielweise war die, die an die letzte Saison erinnert. Die Adler spielten jetzt schnell, nutzen mit ihren Pässen den ganzen Raum, mit Hurra ging es ins gegnerische Drittel. Augsburg bekam sofort Probleme, zog Strafen und die Adler die Tore. Im Powerplay zwangen sowohl Mathieu Carle (nach gewonnenem Eins gegen Eins) als auch Jochen Hecht den Augsburger Goalie durch harte, schnelle Pässe von der rechten auf die linke Seite zu ebenso schnellem Positionswechseln. Die Lücken, bevor sein Stellungsspiel wieder ausgerichtet war, nutzte Ryan MacMurchey per Direktabnahme zum 1:3 und 2:3. Die Hoffnung, dass die Comeback-Qualitäten der Mannheimer auch in der neuen Saison zu deren spielerischen „Stilmitteln“ gehört, bewahrheitete sich zumindest gestern Abend jedoch nicht, es blieb nur die Erkenntnis, dass sie es noch können. Denn im letzten Abschnitt verfielen sie in die Spielweise des ersten Drittels, wie oben beschrieben, mit ähnlichen Folgen. Die Augsburger legten drei weitere Tore nach und nahmen drei Punkte mit, mit denen sie wohl nicht so ohne Weiteres gerechnet hatten.

War das Spiel der Adler gestern Abend nun ein Einzelfall oder eine Tendenz? Hier ist wohl ein deutliches „Hm?!“ oder „man weiß es nicht“ angebracht. Schauen wir mal, was die Adler-Spieler und ihr Trainingsteam aus diesem Spiel filtern und ändern.

Tore: 0:1 Jon Matsumoto (13:02), 0:2 Braden Lamb (25:00/PP1), 0:3 Daniel Weiß (29:05), 1:3 Ryan MacMurchey (33:02/PP1), 2:3 Ryan MacMurchey (38:06/PP1), 2:4 Ban Hanowski (44:49), 2:5 Jon Matsumoto (49:29), 2:6 Drew LeBlanc (58:08/PP2)

Strafen: Mannheim 10, Augsburg 26.