Aufregung in Straubing - Niklas Hede weg!

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Trotz vehementer Dementis aus der Führungsetage der Straubing Tigers unter der Woche ist nun der sich bereits zu Beginn der Woche anbahnende Wechsel von Niklas Hede, der seit wenigen Tagen Deutscher ist, in die DEL zu den Hamburg Freezers (Hockeyweb berichtete) perfekt.



"Ich übernehme die volle Verantwortung und schließe auch persönliche Konsequenzen nicht aus", sagte Jürgen Pfundtner, Geschäftsführer der Straubing Tigers GmbH, am Samstag nach Bekanntwerden der Wende in dieser Personalfrage.



In seinem vor zweieinhalb Jahren geschlossenen Vertrag hatte sich Niklas Hede eine Ausstiegsklausel dokumentieren lassen, im Falle des Erhalt eines deutschen Passes in die DEL wechseln zu dürfen. Diese Ausstiegsklausel hatte Jürgen Pfundtner am Dienstag noch vehement ausgeschlossen. Auch der Spieler, der einen Berater anheuerte, um seinen Marktwert ausloten zu lassen, tendierte zumindest in seinen öffentlichen Aussagen eher zu einem Verbleib in der Gäubodenstadt, auch wenn er in diesem Zusammenhang sagte: „Was ist schon definitiv?“



Unter Beschuss nahm Jürgen Pfundtner nun auch Straubings sportlichen Leiter Günther Preuss, indem er erklärte: „Ich war mir nicht mehr sicher, ob eine Ausstiegsklausel besteht und habe deshalb bei Günther Preuss am Dienstag nachgefragt, ob solch eine Ausstiegsklausel Hedes Vertrag beinhaltet. Preuss hatte mir daraufhin bestätigt, dass es keine Ausstiegsklausel gebe. Das war aber faktisch falsch, wie sich jetzt herausgestellt hat.“



Die Straubing Tigers müssen mit dem Abgang einen herben personellen Verlust hinnehmen. „Niklas Hede ist nicht zu ersetzen, aber wir werden jetzt eben einen neuen ausländischen Stürmer verpflichten", sagte der Clubboss.



Die Straubing Tigers, nach dem 4:2-Erfolg am gestrigen Freitag gegen Wolfsburg mit sechs Punkten Vorsprung Spitzenreiter der 2. Bundesliga, hatten sich von dessen Einbürgerung viel versprochen und wollten die dadurch frei werdende Ausländerstelle adäquat besetzen und sich so mit Blick auf die Play-Offs weiter verstärken.



Am kommenden Dienstag werden in einer Gesellschafterversammlung der Straubing Tigers GmbH nun Konsequenzen aus dem Fall Niklas Hede erörtert und das weitere Vorgehen abgestimmt. „Wir müssen jetzt diese Krise als Chance nutzen, aus den Fehlern lernen und entsprechende Konsequenzen ziehen“, sagte Jürgen Pfundtner.



Für Niklas Hede ist es ein unrühmlicher Abschied aus Straubing mit fadem Beigeschmack, der aus dem Versteckspiel der letzten Tage resultiert. Der gebürtige Finne trug in der nunmehr dritten Saison das Trikot der Tigers und hatte sich als „Zaubermaus“ in die Herzen der Fans gespielt. Mit 36 Jahren sucht er nun noch einmal seine Chance in der DEL, wo er bereits vier Jahre lang in Berlin gespielt hat. In der laufenden Saison war er mit elf Treffern in 24 Spielen der erfolgreichste und effizienteste Torjäger der Straubing Tigers.

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