Auch Hannover geht an der Donau baden

Viel Grund zum Jubeln hatten die Spieler des ERC Ingolstadt - Foto: www.pressepixx.deViel Grund zum Jubeln hatten die Spieler des ERC Ingolstadt - Foto: www.pressepixx.de
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Was taktisch gegen die Eisbären aus Berlin funktionierte, sollte auch gegen die Scorpions aus Hannover klappen. ERC Coach Greg Thomson scheint seine Offensivphilosophie gut vermitteln zu können, erneut sieben erzielte Treffer sprechen für ihn. Den Gegner bereits in der neutralen Zone in Zweikämpfe verwickeln, in Bewegung bleiben und blitzschnell von Abwehr auf Attacke umschalten, so einfach und schön kann Eishockey sein.

Und in den ersten zehn Minuten schafften es die Gäste kaum über die Mittellinie, Ian Gordon und die Pantherabwehr zwangsläufig mit dem Vorbereiten von neuen Angriffswellen auf Travis Scott im Kasten der Scorpions beschäftigt. Und diese hatten es in sich, nach 25 Sekunden traf Petr Fical in seinem 500ten DEL Spiel nur den Pfosten, der erste Treffer des Abends für Ingolstadt bereits nach 46 Sekunden.

Irgendwann fanden die Gäste dann aber doch, dass es sinnvoll wäre, die Rolle des Statisten abzulegen. Besonders Sascha Goc agierte jetzt auffällig, Ian Gordon aber immer letzter Sieger. Vor der ersten Pause doch noch das hoch verdiente 2:0 für den ERC. Joe Motzko nutzt den Vorsprung vor den zurück eilenden Hannoveranern, wird von der Strafbank kommend perfekt bedient und vollstreckt gegen den nicht immer sicher wirkenden Travis Scott.

Auch im zweiten Drittel behielten die Hausherren ihre Bissigkeit und verwandelten eiskalt ihre Chancen. Am eindrucksvollsten das 3:0 durch Christoph Gawlik, der wie ein warmes Messer durch die Abwehr der Scorpions gleitet und locker aus dem Handgelenk abschließt. Hannover fand zu selten ein probates Mittel gegen die gut stehende Abwehr des ERC. Nur gelegentlich zogen sie konsequent durch, kamen mit klugen Pässen vors Tor und waren dann auch noch erfolgreich. Thomas Dolak war einer der glücklichen, der Ergebnisskosmetik betreiben konnte (27.). Nach dem 4:1 für Ingolstadt räumte Scott seinen Arbeitsplatz für Youri Ziffzer, der hatte es aber auch nicht viel leichter und musste in den verbleibenden 12 Minuten des Drittels noch zweimal den Puck passieren lassen.

In den letzten zwanzig Minuten schienen die Panther die Zügel wieder etwas schleifen zu lassen, Chris Herperger mit dem schnellen 2:6 aus Sicht der Gäste. Doch spätestens mit zwei  Mann weniger auf dem Eis, das immerhin 1:36 min lang, wurde wieder genügend Adrenalin bei den Panthern freigesetzt und der Vorsprung nicht mehr nur verwaltet. Andre Huebscher erzielte mit seinem ersten Tor für Ingolstadt den Endstand, sein Schuss wohl noch von Sascha Goc unglücklich abgefälscht.

„Wir haben heute einen Tag erwischt, an dem uns aber auch rein gar nichts gelungen ist“, erklärte Gäste-Trainer Toni Krinner nach dem Spiel. Für Greg Thomson gab es wenig zu nörgeln, er sah eine perfekte Mannschaftsleistung, vor allem das frühe erste Tor tat gut. Lediglich das Überzahlspiel und ein nach seiner Form suchender Thomas Greilinger schmälerten den Erfolg. Ingolstadt scheint auf einem guten Weg zu sein, wenn der Gegner auch noch in Topform ist, sollte ein Eishockeyfest vorprogrammiert zu sein. (DM)

Tore:

1:0   0:46   Waginger (Fical/ Hussey)

2:0   17:10  Motzko (Gawlik/Retzer)

3:0   24:47  Gawlik (Ficenec)

3:1   26:45  Dolak (Kathan/Goc S.)

4:1   27:29  Girard (Buzas)

5:1   31:14  St.Jaques (Buzas) PP1

6:1   32:54  Girard (Motzko/Retzer)

6:2   43:33  Herperger (Mitchell/Manning)

7:2   55:33  Huebscher (Forbes/Gawlik)

Strafen:  ING  10 min   HAN  8 min

Schiedsrichter:  Lars Brüggemann/ Didier Massy (SUI)

Zuschauer: 3076