„Artige“ Eisbären

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In den zurückliegenden Jahren war es ein gewohntes Bild:

Ging es um das Sammeln von Strafzeiten, waren die Eisbären-Spieler immer mit vorn dabei. Schaut man jedoch dieser Tage auf das Tableau der einschlägigen Statistiken, neigt der Betrachter dazu sich die Augen zu reiben. An Position Eins liegend, mit nur 16,73 Strafminuten pro Spiel, präsentiert sich der Deutsche Meister der vorigen Saison geradezu als braves Musterkind. Selbst in der „Böse Buben“-Einzelwertung der DEL findet sich unter den ersten Zehn aktuell nicht ein einziger Eisbär. Teamintern bilden Derrick Walser (58 Strafminuten), Denis Pederson (53 – inklusive einer 5 plus Spieldauer) und Sven Felski (48) ein Trio verhältnismäßig sanfter Sünder, wohingegen der Hamburger Benoit Gratton sowie Ex-Eisbär und Neu-Scorpion Shawn Heins noch vor Saisonhalbzeit die Hunderter Marke schon wieder geknackt haben.

Von Beginn seiner Tätigkeit an sah EHC-Coach Pierre Pagé eine seiner wichtigsten Aufgaben darin, seinen Spielern eine höhere Disziplin zu vermitteln. Spätestens mit Einstieg in die Playoffs der vergangenen Saison wurden seine ständigen Mahnungen erhört, da sich selbst die sonst „üblichen Verdächtigen“ wie Ur-Eisbär Sven Felski nur noch selten zu unüberlegten Handlungen hinreißen ließen. Stattdessen drehten die Pagé-Schützlinge grinsend ab, derweil sich hinter dem Gegenspieler die Tür zur Kühlbox schloss. Nicht zuletzt diese Gelassenheit war ein entscheidender Faktor, der den einstigen Underdog schlussendlich zum langersehnten ersten DEL-Titel führte. So ist es naheliegend zu vermuten, dass die selbe Qualität auch jetzt mit zum Aufschwung beiträgt, der sich zuletzt in einer Serie von fünf Siegen offenbarte und natürlich weiter anhalten soll.

Pagé wäre nicht Pagé fände er nicht dennoch das Haar in der Suppe: Denn es gelang seiner Mannschaft zwar die Gegentorquote erheblich zu senken und die großen Strafen zu reduzieren, doch für kleine Strafen à zwei Minuten wandern die EHC-Cracks nach wie vor zu oft aufs Sünderbänkchen (175). Zudem sagen die aktuellen Statistiken auch folgendes aus: Die Eisbären tun angesichts eines mehr als bescheidenen 11. Ranges im Unterzahlspiel (79,69%) gut daran, die Strafbank zu meiden wie der Teufel das Weihwasser! So wird der Kanadier in Diensten der Eisbären nicht müde einen seiner Lieblingssätze gebetsmühlenartig zu wiederholen und der lautet bekanntlich: „Wir müssen besser werden!“ (mac)

Foto (City-Press): Ein seltenes Bild – Schlägerei mit Eisbärenbeteiligung

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