Armer Staudt

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Dass die Kassel Huskies nach der Matchstrafe gegen Adam Hauser, Probleme bekommen würden, lag auf der Hand. Dass der arme Sebastian Staudt bei seinem DEL-Debüt aber gleich siebenmal hinter sich greifen musste, hatte sich der 20-jährige sicher anders vorgestellt.

Zwar gingen die Huskies überraschend durch einen trockenen Handgelenksschuss von Bartek früh in Führung - ausgerechnet mit seinem ersten Saison-Scorerpunkt assistiert vom Ex-Nürnberger Robert Francz - aber davon ließen sich die Ice Tigers nicht beeindrucken.

Endlich gelang den Ice Tigers auch mal wieder mehr als nur ein Treffer vor eigenem Publikum. Vor allem einige Sorgenkinder konnten sich im Spielverlauf neues Selbstvertrauen erarbeiten. So traf Greg Leeb zum 1:1, nachdem Staudt einen Schuss seines Bruders Brad direkt auf seine Kelle abwehrte. Sein erster Treffer nach langer Verletzungspause seit dem 16. September. Noch vor der Pause erhöhten Keller und Grygiel auf 3:1. Staudt hatte wenig Chancen sich auszuzeichnen, konnte aber auch erst in der 16. Minute die erste Scheibe wirklich sicher fangen.

Auch im zweiten Drittel ging es weiter mit dem "Frust von der Seele schießen". Staudt kam da den Ice Tigers gerade recht, war aber sicher nicht der Hauptgrund für den hohen Nürnberger Sieg. Keller, Periard und Fical, der erstmals seit dem 26. Dezember in Augsburg wieder traf, schraubten das Ergebnis auf 6:1. Ein zuletzt noch selteneres Erfolgserlebnis konnte Andre Savage nach 72 Sekunden des Schlussabschnitts feiern. Der technisch versierte, derzeit aber angeschlagene, Außenstürmer traf zuletzt am 7. Dezember ins Netz.

Die Huskies, die auf den an Grippe erkrankten Klinge kurzfristig verzichten mussten, setzten allerdings den Schlusspunkt. Philipp Schlager traf mit seinem ersten Saisontor zum 7:2-Endstand. Ein weitaus angenehmeres Liga-Debüt als Sebastian Staudt konnte Niklas Treutle feiern. Der 17-jährige gebürtige Nürnberger durfte die letzten 7 Minuten und 49 Sekunden zwischen die Pfosten, hatte dabei aber nichts zu halten.

"Das war eines unserer schlechtesten Auswärtsspiele in dieser Saison. Nürnberg war von der ersten Sekunde an eine Klasse besser. Sie waren zu schnell und zu zweikampfstark, da konnten wir nicht mithalten. Ich erwarte am Sonntag eine Reaktion und Stolz meiner Mannschaft", so der Huskie-Coach.

Andreas Brockmann freute sich über das Ergebnis und die vielen Tore, hakte das Spiel aber schnell ab, da mit den DEG Metro Stars ein nicht nur unangenehmer Gegner auf die Ice Tigers wartet, sondern es vor allem gegen einen direkten Konkurrenten um Platz 6 geht. Mit einem Dreier könnten die Ice Tigers an Düsseldorf vorbei ziehen.

"Wir waren heute laufstark und aggressiv nach vorne. Die Jungs waren heiß und angestachelt, weil sie nach den wenigen Toren zuletzt oft aufgezogen wurden", erklärte Nürnbergs Trainer.

Tore:
0:1 (02.58) Bartek (Francz, Auger)
1:1 (04.17) G. Leeb (B. Leeb, Peacock)
2:1 (08.21) Keller (King, Periard) 5:4
3:1 (19.02) Grygiel (King, Peacock)
4:1 (29.23) Keller (Carter, King)
5:1 (32.08) Periard (Keller, King) 4:4
6:1 (34.30) Fical (Swanson, Barta) 5:4
7:1 (41.12) Savage
7:2 (46.18) Schlager (Pellegrims) 4:4

Strafen: Nürnberg 10 min. - Kassel 16 min.
Schiedsrichter: Reichert
Zuschauer: 3298

(Foto: Sebastian Staudt by www.foto.hm)

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