Arbeitssieg für die Straubing TigersStraubing - Wolfsburg 3:2 n.P.

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wolfsburgs Coach Pavel Gross hatte von seinem Team mehr erwartet und meint: „Das einzig Positive, was ich sehe, ist, dass wir nach dem 0:2 etwas aufgewacht sind und das uns 15 Minuten Eishockey gereicht haben, um das 2:2 zu schießen. Aber sonst bin ich mit der Leistung gar nicht einverstanden. Wenn Du die Top-Sechs erreichen willst, darf man sich nicht so präsentieren.“


Etwa eine Hand voll Gästefans aus Niedersachsen hat sich heute nach Niederbayern verirrt. Gesehen haben sie zwei Teams, die sich zum Großteil neutralisierten. Straubings Coach Larry Mitchell meint dazu: „Ich denke, es war ein sehr ausgeglichenes Spiel.“ Selten ging es rauf und runter, stattdessen endete der Spielfluss meist in der Mittelzone. Für Tore braucht es zudem Fehler des Gegners. Einen größeren erlaubte sich Matt Dzieduszycki an Straubings blauer Linie und ehe sich die Gäste versahen, hatten die Tigers einen 3:2-Konter gefahren, den Tobias Wörle mit dem Tor zur Führung abschloss.

In den zweiten zwanzig Minuten ging das Spiel genauso weiter, wie es zuvor endete. Beide Mannschaften hatten ihre Schüsse und Chancen, wobei die Größte Geburtstagskind Laurent Meunier hatte. Wieder ein schnell vorgetragener Angriff, der Meunier die Wahl zwischen Schuss und Pass auf Landsmann Sacha Treille ließ. Der Schuss war die falsche Entscheidung, so ging es auch nach dem zweiten Drittel mit einer knappen Straubinger Führung in die Kabine. Meunier weiß aber, warum die Niederbayern am Ende gewonnen haben: „Wir haben solide in der Defensive gespielt, waren smart und jeder war bereit für das Spiel. Jeder wollte heute gewinnen und die Punkte haben.“

Im Schlussdrittel kam dann richtig Leben in die Bude. Mitchell  lobt und kritisiert seine Überzahlformation: „Unsere Überzahl hat die Scheibe gut laufen lassen, aber in den ersten Situationen waren wir nicht egoistisch genug.“ Doch einmal klappte es, denn am Hammer von Sören Sturm, den Sacha Treille unhaltbar abfälschte, hatte Mitchell seinen Gefallen. Wolfsburgs Verteidiger Björn Krupp sah man den Frust über die Niederlage an: „Wir haben 0:2 zurückgelegen. Wir sind eigentlich gut raus gekommen, aber die Straubinger haben gut Druck gemacht. Wir haben uns etwas zurückgesessen und haben nicht mehr unser Eishockey gespielt, wir haben versucht, an der gegnerischen blauen Linie zu schön zu spielen, anstelle einfach mal die Scheibe reinzuchippen.“ Doch es wurde für die Gäste wieder besser. „Was danach passiert ist, passiert einer Mannschaft, die unten steht. Wir haben unnötige Scheibenverluste im eigenen Drittel gehabt. Wir waren in dieser Phase von fünf, sechs Minuten gut bedient, dass es nur 2:2 und nicht 2:3 stand“, berichtet Larry Mitchell. 147 Sekunden nach der 2:0-Führung stand das Spiel wieder unentschieden. Erst nutze Marco Rosa einen Scheibenverlust von Dylan Yeo und kurz danach den Extra-Angreifer bei angezeigter Strafe. Krupp sagt: „Wir haben gut gekämpft und haben uns nicht aufgegeben, das ist vielleicht der positive Aspekt vom Spiel.“ Laurent Meunier gesteht: „Wir hatten im Dritten einige Fehler, aber auf der anderen Seite, war jeder auf das Spiel fokussiert.“ Auch wenn die Wolfsburger Führung zum Greifen nah schien, blieben beide Torhüter nichts mehr zu, sodass Überstunden angesagt waren.

Meunier: „In der Overtime hatten wir mehr Chancen. “ Die Verlängerung war eine eindeutige Angelegenheit für die Hausherren. Das sah auch Mitchell so: „In der Verlängerung hatten wir, glaube ich, sieben Schüsse und haben gutes Eishockey gezeigt.“ Wolfsburg hatte nur noch eine magere Chance. Vor allem Yeo wollte seinen Fehler, der zum Anschlusstor führte, wieder wettmachen, tauchte immer wieder gefährlich auf und schoss nun bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Doch auch ihm blieb der Siegtreffer verwehrt.

Im anstehenden Penaltyschießen waren die Tigers kalt wie eine Hundeschnauze. Tommy Brandl und Harrison Reed umkurvten Schlussmann Felix Brückmann und verwandelten bärenstark. Kapitän Meunier hat natürlich Lob für die beiden parat: „Das waren echt schöne Tore mit viel Qualität, guter Geschwindigkeit und einem guten Ausgang.“ Auf der anderen Seite scheiterten Tyson Mulock und Marco Rose an Jason Bacashihua und das Spiel war entschieden.

Insgesamt sind sich alle Befragten einig, so meint Pavel Gross: „Die Straubinger haben einfach gekämpft, um das Spiel zu gewinnen, das haben wir heute nicht gemacht.“ Dann gibt es aber eine Sturmwarnung für die Niedersachsen: „Das habe ich der Mannschaft schon ganz klar gesagt – morgen werde ich das noch deutlicher sagen.“ Geburtstagskind Laurent Meunier meint: „Es war ein enges Spiel, Wolfsburg ist eine gute Mannschaft, aber ich denke, heute haben wir besser gespielt als die.“

Tore: 1:0 (11.) Tobias Wörle (Harrison Reed), 2:0 (43.PP) Sacha Treille (Sören Sturm, Harrison Reed), 2;1 (44.) Marco Rosa (Matt Dzieduszycki, Tyson Mulock), 2:2 (45.EA) Robie Bina (Gerrit Fauser, Norman Milley), 3:2 (65.GWP) Thomas Brandl.

Schiedsrichter: Lars Brüggemann, Markus Schütz; Linienrichter: Dominic Erdle, Andreas Flad
Strafen: Straubing 4, Wolfsburg 8
Zuschauer: 3.854

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