Angeschlagene Tiger ringen Adler nieder

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Die Sorgenfalten bei den Sinupret Ice Tigers wurden auch durch die Länderspiel-Pause nicht gerade geglättet. Im Gegenteil, neben den immer wiederkehrenden finanziellen Problemen, schlägt in dieser Spielzeit das Verletzungspech gnadenlos zu.

Gegen die Adler aus Mannheim hatte Trainer Andreas Brockmann gerade noch neun Angreifer zur Verfügung und musste schon im ersten Drittel nach einem üblen Check von Sloan auch auf Grygiel verzichten.

Zuvor war es jener Grygiel, der nach einem Alleingang Mannheims Keeper Brathwaite zu einer spektakulären Parade zwang. Überhaupt gehörte die Anfangsphase den Ice Tigers, aber das Tor machten die Gäste mit der ersten gefährlichen Aktion. Butenschön zog ab, Flache fälschte ab - 0:1.

Auch eine 82-sekündige doppelte Überzahl brachte nicht das erwünschte Erfolgserlebnis, ebenso wie Savage bei einem Pfostenschuss ein Treffer versagt blieb.

Zu Beginn des Mittelabschnitts konnten die Adler nachlegen, verpassten aber bei einem Jaspers-Solo und einem Methot-Lattenschuss den wohl vorentscheidenden dritten Treffer. "Dieser Killer-Instinkt fehlt uns leider derzeit", trauerte Adler-Coach Teal Fowler diesen Möglichkeiten nach.

Denn wie schon beim ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison in Nürnberg, kämpften sich die Ice Tigers zurück ins Spiel. Von der Strafbank kommend fuhr Cespiva alleine auf Brathwaite und hatte diesmal das Glück auf seiner Seite. Schiedsrichter Kadow, der ohnenin keinen guten Tag erwischte, benötigte zwar den Viedeobeweis für den klaren Treffer, aber die Ice Tigers waren wieder im Spiel.

Es dauerte bis zur 57. Minute ehe das Nürnberger Engagement mit dem Ausgleich belohnt wurde. Die elfte und letzte Mannheimer Zwei-Minuten Strafe nutzte Brad Leeb im Nachschuss zum umjubelten 2:2.

Verdient war das allemal, selten sah man die Ice Tigers in dieser Saison derart kampf- und laufstark. Als Kapitän Shane Peacock dann sogar in der Verlängerung der Siegtreffer gelang, gab es kein Halten mehr. Man sah wie die Anspannung der vergangenen Tage von Mannschaft und Fans wich.

"Das hat heute richtig Spaß gemacht, die Stimmung war hervorragend und jeder hat alles gegeben und seinen Teil dazu beigetragen", so Brockmann nach dem Spiel. "Wir haben gekämpft wie die Irren und die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt. Nach dem Köln-Spiel war ich sehr sauer, aber die Spieler haben heute gezeigt, dass sie alles tun und in Nürnberg spielen wollen. Es ist absoluter Schmarrn, dass die Mannschaft wegen der ausstehenden Gehälter in Köln schlecht gespielt habe. Das macht kein Sportler. Es gibt ab und an mal einen Spieler, der so reagiert, aber so einen gibt es bei uns nicht", lobte Brockmann die Charakter-Stärke seiner Akteure.

Teal Fowler war dagegen sauer auf den Schiedsrichter: "Es ist jedes Mal dasselbe in Nürnberg. Egal wie man spielt, man bekommt viele Strafzeiten. Das soll keine Ausrede sein, aber es ist leider Fakt. Trotzdem großes Kompliment an die Ice Tigers. Sie haben sehr gut gekämpft und gebissen. Das war der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage."

Trotz aller Freude über den Sieg, besteht wenig Aussicht auf Besserung der Verletzungssorgen. "Hoffentlich ist es bei Grygiel nicht so schlimm und er kann am Sonntag wieder mitmischen. Ansonsten hoffen wir auf das Christkind, damit bis Weihnachten bis auf Ehelechner alle wieder an Bord sind", so Brockmann mit Humor trotz der präkären Lage. Auch hinter dem Einsatz von Brian Swanson (Magen-Darm) steht am Sonntag noch ein Fragezeichen.

Auch die Adler mussten einen Ausfall verschmerzen: Tomas Martinec hatte sich nach einem Zweikampf das Knie verdreht.

Tore:
0:1 (07.09) Flache (Butenschön, Kink)
0:2 (22.08) Kink (Girard, Mauer)
1:2 (35.24) Cespiva (Savage, Jarrett)
2:2 (56.52) Leeb (Barta, Ancicka) 5:4
3:2 (61.19) Peacock (Fical, Barta)

Strafen: Nürnberg 16 min. - Mannheim 22 min. + 10 Sloan
Zuschauer: 5011
Schiedsrichter: Kadow

(Foto by www.foto.hm)

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