Andy Canzanello: „Es war Schulter an Schulter“Strafe zu hoch?

Nach Sechs-Spiele-Sperre vorerst nur im Trainingsdress - Andy Canzanello - Foto: Heribert BöcklNach Sechs-Spiele-Sperre vorerst nur im Trainingsdress - Andy Canzanello - Foto: Heribert Böckl
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Im Spiel bei den Eisbären Berlin zögerte das Schiedsrichtergespann Marcus Brill und Sven Fischer keine Sekunde und entschied auf Matchsstrafe wegen Checks gegen Kopf und Nacken. Das Ergebnis der dadurch nötigen Verhandlung ist eine Sperre von sechs Spielen für den Amerikaner.

Andy Canzanello meinte nach dem heutigen Donnerstagstraining: „Ich denke, die Strafe ist zu hoch.“ Er erinnert sich an die Szene mit seinem Gegenspieler: „Wir laufen beide in Richtung Tor und er schlägt mit den Schläger aus der Hand, dann sind wir in die Ecke gefahren. In meiner Erinnerung bin ich nicht in ihn gesprungen, meine Schlittschuhe waren auf dem Eis, ich habe auch nicht geschoben oder gedrückt. Dann habe ich ihn in der Ecke gecheckt. Vielleicht schaut es übel aus, aber ich denke, es war Schulter an Schulter. Der Gegenspieler hat sich auch nicht verletzt und weiter gespielt.“ Der leidtragende Gegenspieler war Berlins Laurin Braun. Canzanello meint: „Ich denke, ein Spiel Sperre, um eine Botschaft zu senden, hätte gereicht, aber sechs Spiele sind zu viel.“

Auch sein Co-Trainer Bernie Englbrecht kann dem Urteil des Disziplinarausschusses nicht ganz folgen. „Ich glaube, dass die Strafe zu hoch ist, zwei oder drei Spiele hätten auch gereicht, aber das ist Sache des Ausschusses. Ich weiß nicht, nach was für Maßstäben sie handeln. Wenn sie meinen, direkt einen Check gegen Kopf und Nacken gesehen zu haben, dann wollen sie halt Prioritäten setzten.“ Die Wahrnehmung von Englbrecht war jedoch eine leicht andere, wie die von Canzanello: „Auf den Bildern schaut es schon so aus, als ob er ihn ein wenig im Gesicht erwischt. Das Problem war halt, dass der Schläger weg war und Andy voll auf ihn gelaufen ist und ihn hart erwischt hat.“ Der Co-Trainer sieht auch die Sache mit dem Schläger etwas anders. „Für seinen Schläger ist er verantwortlich, den muss er unter Kontrolle haben und darf sich den nicht aus der Hand hauen lassen.“

Cheftrainer Dan Ratushny meint zwar auch: „Es ist eine sehr harte Strafe.“ Doch er gibt sich insgesamt aber eher gewohnt diplomatisch und ergänzt: „Aus dem Blickwinkel, von dem ich es sah, hatte ich es nicht so wahrgenommen, wie es der Ausschuss gesehen hat. Ich hatte aber auch den genauen Kontaktpunkt nicht gesehen und hatte keinen sonderlich guten Blickwinkel, der Schiedsrichter stand aber sehr nahe am Geschehen.“ Doch dann deutet er an, dass Straubing vielleicht doch noch Einspruch einlegen wird: „Was können wir machen? Wir können nur noch Einspruch einlegen und sehen, ob die Strafe reduziert wird. Wir müssen das akzeptieren und weiter arbeiten.“

Vorrangig ist aber wohl erst einmal, genügend Verteidiger für das Spiel gegen die Düsseldorfer EG zu finden. Der Coach denkt auch wieder über den Einsatz von Regensburger Förderlizenzspieler nach. Optionen und Möglichkeiten gibt es einige. Diese richten sich aber danach, ob und wann Alex Dotzler und René Röthke wieder einsatzfähig sind. Dotzler meinte am Rande des heutigen Trainings: „Frühestens am Sonntag“, bei Röthke fällt die Entscheidung erst kurz vor dem Spiel, er selbst gibt jedoch positive Zeichen. Röthke könnte eventuell auch als Verteidiger eingesetzt werden - hier musste er schon einmal einige Zeit aushelfen und hat das damals recht ordentlich gemacht. Für den Sturm kommt dann Marcel Brandt vom Regensburger EV in Frage. „Marcel gibt uns im Sturm zusätzliche Tiefe im Kader“, so der Coach. Als Verteidiger könnte Leopold Prantl demnächst sein erstes DEL-Spiel bestreiten „Er hat schon einige Male bei uns trainiert und hat das gut gemacht, er ist sicher auch einen Option.“

Der gesperrte Canzanello wird die Zeit der Sperre nicht im VIP-Raum ausruhen: „Ich habe nun einige Extra-Eiszeiten.“ Canzanello macht neben dem normalen Mannschaftstraining nun auch die Eiseinheiten der Verletzten Florian Ondruschka und Dustin Whitecotton mit. „Ich habe heute zwei Stunden Eistraining und am Nachmittag kommen noch zwei Stunden im Kraftraum dazu. Morgen muss ich auch wieder extra laufen und muss zusätzlich in den Kraftraum. Das nervt mich ganz schön, aber da muss ich jetzt durch und das Beste daraus machen.“

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