Alte Schweden geben Haien neue KraftDaniel Tjärnqvist als Stütze des KEC

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Auf dem Eis hingegen legt der 37-Jährige die Eleganz ab. Der Verteidiger der Kölner Haie gilt als harter Arbeiter, scheut keinen Zweikampf und ist ein absoluter Mannschaftsspieler. „Wenn mein Team gewinnt, bin ich zufrieden.“

Tjärnqvist ist einer von insgesamt fünf Schweden bei den Haien. Während viele Klubs der DEL weiter auf die nordamerikanische Schiene bauen, vertrauen immer mehr auch den Skandinaviern. In Hamburg spielen neben dem Schweden Johan Ejdepalm mit Daniel Nielsen, Julian Jakobsen sowie Morten Madsen drei Dänen und Düsseldorf hat den Männern aus dem rauen Norden schon seit jeher vertraut. Mit den Norwegern Vikingstad und Magnussen siegte die DEG 2006 im denkwürdigen fünften Halbfinalspiel gegen Köln, im Vorjahr wurde der Schwede Calle Ridderwall DEL-Top-Scorer und in dieser Saison stand mit dessen Bruder Stefan, dem Dänen Mads Bödker sowie den Norwegern Andreas Martinsen und Ken-André Olimb sogar ein Wikinger-Quartett im Kader.

„Skandinavier haben einen hervorragenden Charakter, besitzen Einstellung und leben sich als Europäer zudem sehr schnell ein“, sagte der ehemalige Haie-Manager Thomas Eichin, der vor seinem Wechsel zu Fußball-Bundesligist Werder Bremen noch drei der fünf Schweden in Absprache mit Trainer Uwe Krupp nach Köln lotste. Krupp ist nun auch mehr als erleichtert, dass Andreas Holmqvist rechtzeitig zu den Play-offs wieder mitwirken kann. Seit Anfang Dezember fehlte der 32-Jährige wegen einer Gehirnerschütterung, für viele der Hauptgrund, dass die Haie fortan vom ersten auf den fünften Platz „abgesoffen“ sind. „Ich denke schon, dass die Mannschaft mich braucht“, sagte Holmqvist.

Und wie. Im Vorjahr bildete er bei den Haien mit Verteidiger-Kollege Tjärnqvist die „Stadtmauer von Stockholm“. Am Duo mit seinen zusammen 185 Kilogramm bissen sich die gegnerischen Angreifer die Zähne aus. Holmqvist wurde schließlich von der DEL sogar zum Spieler des Jahres gewählt, weil er auch im Angriff Qualität besitzt. „Ich soll mithelfen, die Offensive anzukurbeln, von der blauen Linie schießen und im Powerplay für Gefahr sorgen“, sagte Holmqvist.

Durch seine Anwesenheit gab es am Sonntag bei den Adlern gleich mal kein Gegentor, so dass der Treffer von Gogulla zum 1:0-Sieg reichte. Für mehr sollen heute mit Mika Hannula, Yared Hagos und Andreas Falk die drei anderen Schweden sorgen. Besonders Falk präsentiert sich immer mehr als Top-Stürmer. „Andreas ist der Motor unseres Spiels. Er beißt und lässt nie locker, weil er es hasst, zu verlieren“, sagte Krupp.

Mit einem Sieg heute können die Haie schon einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machen, das Ziel aber ist viel größer. „Im Vorjahr waren wir im Endspiel. Klar, dass wir den letzten Schritt nun auch noch machen wollen“, sagte Holmqvist. Für diesen Fall hätte Daniel Tjärnvist sicher einen ganz feinen Zwirn parat.