Aggressive Panther reißen zahme EisbärenAugsburg - Berlin 3:2

Matchwinner Patrick Ehelechner. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)Matchwinner Patrick Ehelechner. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)
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Der Deutsche Meister begann, als wenn er noch im Bus geblieben wäre. Ganz anders die Hausherren: Erste Riesenchance in der dritten Minute, als Goalie Rob Zepp knapp vor dem einschussbereiten Ryan Thang in einer 2-1-Situation den Querpass vor seinem Tor abfangen konnte. Eine Zeigerumdrehung später rettete er gegen Derek Whitmore, nachdem dieser durch einen katastrophalen Querpass von Eisbären-Verteidiger James Sharrow auf der eigenen blauen Linie ins Spiel gebracht wurde. Folgerichtig das 1:0 für die Hausherren nach einem blitzsauberen Konter durch Chad Bassen, der einen Meter vor dem Tor den Querpass von Kyle Helms verwertete. Die Hauptstädter antworteten mit einem Lattentreffer von André Rankel; ein verzögerter Schlagschuss von Constantin Braun wurde sichere Beute des starken Panther-Keepers Patrick Ehelechner. In der 13. Spielminute leistete sich Julian Talbot einen blind gespielten Fehlpass am eigenen Tor, der erneut mit viel Glück folgenlos blieb und kurz darauf konnte Zepp diesmal einen erneut 2-1 gefahrenen Konter gegen Thang entschärfen. Erst in ihrer ersten Unterzahl fanden die Eisbären endlich ins Spiel und nahmen den Kampf der Schwaben an.

Ein offener Schlagabtausch entwickelte sich im zweiten Spieldrittel. Prächtig reagierte Zepp gegen den zwei Meter vor ihm stehenden Sergio Sommer in Unterzahl. Unfassbar, dass Talbot auf der Gegenseite aus gleicher Entfernung nur den Außenpfosten des leeren Tores traf. Sehr fragwürdig dann die Matchstrafe gegen den Berliner Darin Olver wegen eines angeblichen Checks gegen den Kopf mit Verletzungsfolge bei einem Zweikampf im Augsburger Drittel. Die Eisbären-Verantwortlichen waren derob anschließend aufgebracht, machten die Szene aber nicht für das Spielergebnis verantwortlich. Keine zwei Minuten später nutzten die Hausherren ihre so gewonnene numerische Überlegenheit zum 2:0, als Stephen Werner nach einer schönen Passfolge im Eisbären-Drittel plötzlich völlig frei zum Schuss kam und Zepp keine Chance ließ. Das Kunststück, frei aus dem Slot den Pfosten zu treffen, vollführten danach zunächst für Augsburg Peterr Flache und für Berlin James Arniel; der Versuch von Rankel aus gleicher Position wurde jedoch sichere Beute von Ehelechner. Kurz vor Drittelende wurden die Bemühungen beider Clubs dann doch mit Toren belohnt. Augsburgs dritten Treffer verbuchte zwar Justin David Forrest, doch gelangte sein Schuss nur vom Schlittschuh eines Eisbären ins Gehäuse. Und ein vergleichsweise ungefährlicher Schuss aus Linksaußenposition von Rankel fand durch die Beine von Ehelechner zum verdienten Anschlusstreffer im Netz der Drei-Flüsse-Städter.

Auch im Schlussdrittel wogte die Partie hin und her, bis Braun in der 55. Minute mit fulminantem Schuss ans Lattenkreuz das Gestängetreffer-Verhältnis auf 1:4 schraubte. Eine Minute später sollte dann auch das Anschlusstor zum 3:2 folgen. Nach einer schönen Passfolge im Augsburger Drittel tauchte Talbot frei vor Ehelechner auf und ließ dem Keeper mit gezieltem Schuss aus kurzer Distanz keine Chance. Wäre Rankels Einschussversuch wenige Sekunden später ebenfalls erfolgreich gewesen, hätte das Spiel für die Hohenschönhauser eine ähnliche Wendung wie bei ihrem Sieg nach Penaltyschießen gegen Düsseldorf am vergangenen Freitag nehmen können. So aber folgten nur noch tumultartige Szenen vor beiden Toren, ohne dabei die Scheibe im Netz unterzubringen.

„Dies war ein sehr hartes Spiel“, resümierte Berlins Coach Don Jackson anschließend und machte den Matchwinner in Gestalt von Augsburgs Keeper Ehelechner aus. Die Anfangsphase seines Teams wollte er nicht als „verschlafen“ bezeichnen, sondern sah allenfalls eine Reihe persönlicher Fehler. Die Anreise sei jedenfalls gut gewesen. Sein Gegenüber, Larry Mitchell, zeigte sich glücklich über drei Punkte, die „Gold wert“ seien. Anders als in Köln am Freitag wollte sein Team ein körperlich hartes Spiel ohne Strafzeiten liefern. Das sei gelungen. Den Schlüssel zum Sieg sah er im glücklichen Treffer zum 3:0, da er um die Endspurtstärke des Gegners wusste. Defensiv seine Haltung zu den Tabellenaussichten: „Wir schauen nicht nach oben und nicht nach unten. Wir schauen nur auf den nächsten Gegner.“ Die Fans dürfen nun aber von der direkten Play-off-Qualifikation träumen. Den Eisbären scheint auf der Zielgeraden ein wenig die Puste auszugehen.

Tore: 1:0 (6.) Bassen (Helms, Flache), 2:0 (29.) Werner (Trevelyan, Forrest) 4-3, 3:0 (39.) Forrest (Thang, Boyle) 4-4, 3:1 (40.) Rankel (Tallackson) 5-3, 3:2 (56.) Talbot (Tallackson, Busch)

Strafen: Augsburg 12, Berlin 10 + Matchstrafe Olver
HSR: Piechaczek, Schütz, LSR: Höck, Kretschmer
Zuschauer: 3.885


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