AEV- Eishockey feiert 70. Geburtstag

AEV- Eishockey feiert 70. GeburtstagAEV- Eishockey feiert 70. Geburtstag
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Es ist im Saisonvorbereitungstrubel der Augsburger Panther fast in Vergessenheit geraten: Der Augsburger EV feiert mit Saisonbeginn den 70. Geburtstag der Eishockeyabteilung.

Es war im Herbst 1937, als der 1878 gegründete AEV erstmals eine Eishockeymannschaft

zusammenstellte und eine Abteilung gründete. Davor spielten der 1928 gegründete Eishockey

Club Augsburg (ECA) und ab 1930 eine Mannschaft des TSV 1847 Schwaben das Spiel mit dem

Puck. Zu den Pionieren des Eishockeyspiels in Augsburg gehörte auch der Sportjournalist Josef

Greiner von der Neuen Augsburg Zeitung. Er vermittelte das neue Spiel seinen Lesern und gehörte

dem ECA-Vorstand an. Gespielt wurde auf den Perzheim Wiesen, wo heute die Parkplätze bei FCA Spielen

sind, sowie auf den im Winter mit Spritzeis versehenen Plätzen des „Jüdischen

Tennisclubs“ am Alten Heuweg. Im Schleifgraben wurden die Eishockeyspieler mit den Worten

„haut ab ihr Eismörder“ vertrieben. Die Eiskunstläufer beherrschten damals den Verein.

Die Schwaben stiegen Mitte der 30er Jahre bis in die höchste Spielklasse auf und hatten eine tolle

Mannschaft. Cracks wie Toni Neumaier, der später internationaler Schiedsrichter wurde, „Hase“

Abele und Torhüter Otto Windegger, der heute in Offenbach lebt, waren die ersten „Stars“. Alle

gingen später zum AEV.

Der ECA hatte sich 1934 aufgelöst und so kam es dann ab 1937 zum Derby Schwaben gegen AEV.

1938 durften die Puckjäger, zuerst die Schwaben und später der AEV, auf das Eis im

Schleifgraben. Die damalige Regierung hatte angeordnet, dass sich die Vereine für alle Sportler

öffnen müssen. Der AEV durfte damals nur 50 Mitglieder haben! Zähneknirschend ließ man die

Eishockeycracks auf das damals noch mit Putzlappen gepflegte Schleifgraben-Eis. Man begann

den Nachwuchs zu fördern. So hatte Ende der 30er Jahren auch der Vorort Westheim eine eigene

Jugendmannschaft, die vom später ersten Augsburger Nationalspieler und AEV-Kapitän Fred

Nieder trainiert wurde.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Entwicklung des Eishockeysports. 1945 durfte der AEV nicht

weitermachen, weil einige Vorstandsmitglieder der Hitler-Partei angehörten. So gründeten die

„Nicht-Parteimitglieder“ des AEV, darunter der spätere Eismeister Willi Rudzki, den Hockey Club

Augsburg (HCA), der 1948 sogar süddeutscher Meister wurde. Dann verließ fast die ganze

Mannschaft den HCA, da man in Augsburg kein Kunsteis hatte. Viele der im HCA aktiven Spieler

aus Lettland (Konecki, Weide, Kleinops) sowie die „Augsburger“ Henner Langhans und Fred

Nieder gingen nach Krefeld, wo es eine Kunsteisbahn gab und wo sie 1951 und 1952 sogar

deutscher Meister wurden. Ernst Baumgartner, Günther Hauck (war nur ein Jahr beim EV Füssen)

und Hans Kuppelmaier, der auch deutscher Radball-Meister war, bildeten den Grundstock der

Mannschaft.

Mitte der 50er Jahre wurde aus dem hoch verschuldeten HCA dann der AERV (R für

Rollschuhsport), der in den unteren Klassen dahindümpelte. 1962 übernahm AZ-Verleger Curt

Frenzel den Verein, beglich die vorhandenen Schulden und sorgte dafür, dass der alte

Traditionsname AEV wieder verwendet wurde. Von der Landesliga führte Curt Frenzel den AEV

zwischen 1963 und 1968 bis in die Bundesliga. Stars wie Paul Ambros, Ernst Köpf, Leonhard Waitl,

Josef Capla und Albert Loibl trugen das AEV-Trikot. Trainer wie Martin „Bolly“ Beck, Xaver Unsinn,

Mike Daski und Hans Rampf coachten das Team. Das Jugendteam wurde dank der guten

Nachwuchsarbeit von Josef Capla und Gerd Junghanns deutscher Meister. In den 90er Jahren

dann auch deutscher Junioren-Meister.

Nach dem Tod von Curt Frenzel ging es mit dem AEV nicht mehr so erfolgreich weiter. Pleite,

Abstieg, Konkurs waren die Schlagzeilen der 80er Jahre.

Dann kam wie zuletzt beim FCA, ein Mann mit Engagement und Tatkraft, der zusammen mit

einigen guten Mitarbeitern aus dem Pleiteklub wieder einen Erstligisten machte und dann die in

die DEL führte.

Den AEV gibt es heute noch – auch wenn die DEL- Mannschaft sich „amerikanisierte“ und seit

1995 „Panther“ nennt. Für die Fans ist es nach wie vor der 1878 – übrigens auch dem

Gründungsjahr des Volksfestes „Plärrer“, gegründete AEV.

Horst Eckert


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