Adler weiter flügellahmPenalty-Niederlage gegen Mannheim

Henrik Eriksson verwandelte den entscheidenden Penalty für Krefeld. (Foto: Imago)Henrik Eriksson verwandelte den entscheidenden Penalty für Krefeld. (Foto: Imago)
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Das „Adler Recreation Center“ unter Leitung von Neu-Cheftrainer Craig Woodcroft und seinen Assistenten Steve Walker und Ron Pasco hat bisher zumindest keine positive Wirkung auf die „Flugversuche“ ihrer Schützlinge erwirkt, denn diese wirken eher wie hilflose Hüpfer, als dass man sie als Flugversuche durchgehen lassen könnte, schaut man sich das Spiel am Sonntag gegen die Pinguine aus Krefeld an, das mit 3:4 (0:0, 2:1, 1:2, 0:1) nach Penaltyschießen verloren ging.

Entweder hat der „verdiente“ Sonderurlaub während der Länderspielpause den letzten Rest von Spielverständnis eliminiert oder beim Drehen der Stellschrauben sind diese ganz herausgefallen.

Anders lässt sich die Adler-Vorstellung im ersten Drittel gegen die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga nicht deuten. Schussverhältnis 3:14 (!) im eigenen Stadion, kein Spielaufbau, Passgeschwindigkeit wie in der Kreisklasse (ohne diese beleidigen zu wollen), mangelnde Laufbereitschaft in die freien Räume und der Hang zum Risikopass charakterisieren das Anfangsdrittel. Die Pinguine griffen den scheibenführenden Adler fast umgehend an, ein Zweiter sicherte ab und so verwickelten sie die Adler aus oben aufgeführten Gründen in Zweikämpfe oder eroberten sich direkt den Puck. Zwischen der 11. und 13. Minute überstanden die Adler eine unter gütiger Mithilfe der Referees zu Stande gekommene doppelte Unterzahl, danach hatte man  den Eindruck, die Adler hätten sich jetzt freigestochert, dieses Aufbäumen mit ein paar Entlastungsangriffen währte jedoch nicht lange.  Dank mangelnder Abschlussqualitäten der Pinguine und Adler-Torhüter Ray Emery stand es nach 20 Minuten 0:0.

Den Mittelabschnitt begannen die Pinguine mit einem Treffer. Während einer Strafraumsituation fiel ein Krefelder Spieler seitlich vom Tor auf den Puck, beim Aufstehen rutschte dieser zu Oliver Mebus, der diesen dem überraschten Ray Emery durch die Beine ins Tor schob. Ansonsten nahmen sich die Pinguine in der Folge eine Auszeit, wohl das Resultat des kräftezehrenden Spielstils im ersten Drittel. Die Adler nutzten dieses mehr an Platz und kombinierten sich jetzt öfter mehr schlecht als recht (Fehlpässe, Pässe in den Rücken des Mitspielers, zu langsame Puckgeschwindigkeit) in die Angriffszone der Pinguine, nutzen eine Überzahl zum 1:1 (27. Brandon Yip, Jochen Hecht, Matthieu Carle) und erhöhten durch eine feine Einzelleistung des Lichtblicks in der Adler Mannschaft Andrew Joudrey in der 33. Minute (Martin Buchwieser, Markus Kink) auf 2:1 und anfangs des Schlussabschnitts durch ein ebenfalls sehenswertes technisches Kabinettstückchen von Christoph Ullmann (44. Ryan MacMurchy, Daniel Richmond) sogar auf 3:1. Das roch nach Sieg, sollte Sicherheit geben, weit gefehlt.

Die Pinguine besannen sich und fortan spielten zwei Reihen gegen die Adler, der Rest der Pinguine beschäftigte die Mannheimer. Die Adler mit ihren vier ausgeglichenen Reihen fanden keinen Weg, die Krefelder in Schach zu halten. Nicht nur das, es häuften sich wieder die „schönen“ Pässchen (Glen Metropolit), die beim Gegner landeten, der überspielt wirkende Sinan Akdag entpuppt sich immer mehr als würdiger Nachfolger von Gordon Hynes (Verteidiger, Spielstil zwischen Genie und Wahnsinn, Mitglied und Publikumsliebling der Meistermannschaft der Adler zwischen 1997 und 2001) und verdattelte im entsprechenden Stil als letzter Mann Pässe an der blauen Linie, um hier nur zwei auffällige Beispiele einer Serie dieser Lapsusse zu nennen, die fast die ganze Mannschaft diesmal produzierte. Es war Glück für die Adler, dass keiner der dadurch entstehenden Breaks im  Tor hinter Emery landete. Dazu benötigten die Krefelder wieder die Unterstützung der Referees. Es fing in der 43. Minute an, als Denis Reul wegen Bandenchecks auf die Strafbank musste (im ersten Drittel war solche eine Aktion gegen Jamie Tardif noch nicht strafwürdig, beide (Tardif und der Pinguin) drehten sich gegen die Bande und warteten auf den Schubser und beide gehörten dafür ebenfalls auf die Strafbank). Etwas mehr als eine Minute später, wehrte sich Steven Wagner während eines Positionskampfes vor dem Tor dagegen, von hinten den Helm vom Kopf geschoben zu bekommen, mit einem Stockcheck – strafwürdig, okay. Aber was ist mit seinem Kontrahenten? Bei dieser pingeligen Messlatte am heutigen Nachmittag kein Foul? Die Pinguine durften diese Auslegung auch genießen, es führte aber bei ihnen nicht zu doppelter Unterzahl (Statement Uwe Krupp lässt grüßen). Sei es wie es sei, die Adler waren gerade wieder mit vier Spielern auf dem Eis, da nutzte Nicolas St. Pierre die „Unordnung“ im Unterzahl Verband der Adler und hämmerte von der blauen Linie den Puck zum 3:2 unhaltbar ins Netz. Das folgende Nervenflattern und mangelhafte Abwehrverhalten bei den Adlern nutzten die Pinguine dann folgerichtig zum Ausgleich (57. Christian Kretschmann, Oliver Mebus) und folgerichtig gelang den Adlern in der Verlängerung trotz Überzahl nichts. Im Penaltyschießen stellten die Pinguine die sichereren Schützen und sicherten sich den verdienten Zusatzpunkt.

Willkommen, Adler Mannheim, im Kampf um die Pre-Play-offs, auf welchem Platz auch immer oder überhaupt.

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