Adler selbstkritisch – Eisbären im Aufwärtstrend Nach dem DEL-Spitzenduell

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Mannheims Chefcoach Harold Kreis erklärte im Hinblick auf das bereits exakt in einer Woche anstehende Aufeinandertreffen von Adlern und Eisbären, was da besser laufen muss, will sein Team Zählbares aus der Hauptstadt mit in die Heimat nehmen: „Berlin hat eine Mannschaft mit Stürmern, die viel laufen; und mit Verteidigern, die den Puck gut bewegen. Nur wenn wir unsere Spieldynamik über die gesamten sechzig Minuten hochhalten, dumme Strafen vermeiden, dann können wir was gegen die Eisbären holen.“ Kreis zählte damit exakt die Gründe auf, die diesmal zur Niederlage gegen den Meister führten. Zudem sei seine Mannschaft zu wenig effizient gewesen, gerade im ersten Abschnitt, als die Adler mehrfach in Überzahl agieren durften. Kreis' Führungsspieler zeigten sich selbstkritisch und fanden klare Worte. Stanley-Cup-Sieger Dennis Seidenberg sagte: „Wir haben heute nicht gut Eishockey gespielt. Die Berliner haben von Anfang an als Team gespielt und haben uns auseinander genommen. Genauso wie unser Spiel gegen Köln. Wir hatten zwar ein gutes erstes Drittel gespielt, sind dann aber auseinander gefallen. Wir müssen einfach mental stärker sein und unser Spiel durchziehen.“ Marcel Goc schlug in dieselbe Kerbe: „Das erste Drittel war eigentlich recht ausgeglichen. Wir hatten sogar mehr Überzahl, haben aber nicht das zustande bekommen, was wir eigentlich wollten. Im zweiten Drittel hatten wir auch Chancen, wo wir frei vor dem Tor waren, passten und schossen aber schlecht. Berlin hat gut gespielt. Es war 2:0, dann unser 2:1 - da war das Spiel eigentlich recht ausgeglichen. Dann musste ich wegen meiner Verletzung raus und in der Kabine behandelt werden. Als ich wieder herauskam um zu schauen, stand es schon 5:1. Es war ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Nun ist Berlin drei Punkte näher an uns dran.“

Eisbärenkapitän André Rankel hatte am vergangenen Sonntag nach dem Sieg über München mehr Konstanz und Konzentration über ein gesamtes Spiel hinweg angemahnt, um endlich einmal eine Siegesserie zu starten: „Ab dem zweiten Drittel hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff haben und nichts schiefgehen kann. Endlich haben wir über sechzig Minuten konzentriert gespielt und nur wenig zugelassen. Das war eine super Mannschaftsleistung.“ Zuvor ging es für die Eisbären in dieser Saison öfter auf und ab, guten Spielen folgten immer wieder Durchhänger. Insbesondere beim Verhindern von Gegentoren machte sich im Spiel der Eisbären ein Schlendrian breit, der reichlich Punkte kostete. Mit aktuell 66 Gegentreffern kassierten die Eisbären im DEL-Führungssextett die meisten. „Deshalb richteten wir zuletzt unseren Fokus verstärkt auf die Defensivarbeit. Das funktionierte heute sehr gut“, lobte Eisbären-Chefcoach Don Jackson den Auftritt seiner Mannschaft gegen die Adler. Lange lief es auch in Unter- und Überzahl für den Meister nicht sonderlich überragend. Inzwischen haben sich die statistischen Werte stabilisiert (aktuell Powerplayquote: 20,16 Prozent/ Penaltykilling: 84,62 Prozent). Für Danny Briére der wichtigste Aspekt in einem intensiven Spiel, in dem er und seine Kollegen für den Erfolg hart fighten mussten: „Powerplay und Penaltykilling machten heute letztlich den Unterschied aus.“

Zwar war der NHL-Star der Eisbären wiederum als Scorer am Sieg beteiligt, doch sind es immer wieder auch andere Spieler und ihre Reihen, die für die Hauptstädter ein Spiel entscheiden. Ein Sonderlob vom Chefcoach kassierte diesmal die Sturmformation mit Tyson Mulock, Laurin Braun und dem Doppeltorschützen Matt Foy. „Wir spielen jetzt seit einiger Zeit zusammen und es läuft besser und besser. Es macht Spaß mit beiden zusammenzuspielen“, diktierte Matt Foy mit einem breiten Grinsen im Gesicht in die Notizblöcke der Journalisten. Schon letzten Sonntag, nachdem er gegen München seinen achten Saisontreffer erzielt hatte, erklärte der erst 21-jährige Laurin Braun: „Für mich läuft es klasse, was allerdings nicht allein mein Verdienst ist, sondern der ganzen Mannschaft. Ich bekomme das Vertrauen und muss Verantwortung übernehmen. Und es macht mir Spaß, Verantwortung zu übernehmen.“ Geht es nach den Berlinern, dürfen Aufwärtstrend und Spaß getrost weiter anhalten.


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