Adler: Nervenanspannung pur - Noch zwei Siege zum Titel

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Schade, dass man an einem solchen Abend nicht abnimmt. Die Spannung

frisst einen auf, bis zur letzten Sekunde. Die kam in der Verlängerung

und führte die Mannheimer Adler auf die Siegerstraße. Doch bis dahin

war es ein hartes Stück Arbeit. Überlegene Mannheimer, clevere

Nürnberger, zwei super Torleute, aus diesem Stoff sind Finalspiele

gestrickt.


Unglaubliche Szenen drei Drittel lang. Die Adler übten immer wieder

Druck aus, Turbulenzen vor Labbes Tor, doch ihre einzige richtige

Chance im ersten Spielabschnitt nutzten die Tiger zum 1:0.

Vorangegangen war eine unberechtigte Herausstellung von Tomas Martinec.

Manchmal ist es bewundernswert, wie die Nummer 13 sich provozieren

lässt. Martinec ist einer, der sich immer einsetzt, mannschaftsdienlich

spielt, dorthin geht, wo es weh tut. Ein Engelchen ist er nicht, aber

er ist ein Crack, den ein Team braucht.


Im zweiten Abschnitt kamen die Ice Tigers besser ins Spiel, dominierend

aber nach wie vor die Adler. Doch was nutzt es, wenn kein Tor fällt,

man an Labbe schier verzweifelt und die Nürnberger Abwehr wie ein

Felsen steht? Einzelaktionen machten es nicht besser, die Nürnberger

hatten eindeutig Rückenwind. Kurz vor Schluss der Ausgleich, "keine

Panik auf der Titanic" spielte und die Halle stand kopf. Jaspers hatte

zugeschlagen.Adler-Fans im Glück. Das währte indes nicht so arg lange,

denn einen Vorsprung gabs nicht. Die Adler rannten und rannten, ohne

zählbaren Erfolg.


In Drittel drei, etwa drei Minuten vor Schluss das 2:1, erneut hatte

Jaspers es erzielt, man dachte schon, das könnte es gewesen sein. Doch

nichts da, 27 Sekunden vor Schluss gabs eine Strafe gegen die Adler,

Labbe war draußen, der Puck im Adler-Tor drin. Da hatte man noch eben

sechs Sekunden zu spielen, ein deja vue vom Frankfurt-Spiel, da hatten

die Adler eine Sekunde vor der Sirene einen Treffer erzielt.


Verlängerung und die forderte den Rest der dünnen Nerven, die man noch

hatte. Dramatik pur, mit stürmenden Adlern, aber immer in Kontern

gefährlichen Tigern. Pressefotograf Thomas Tröster hatte vorher

getippt: Forbes wird das Siegtor machen. Und er behielt recht, man

schrieb 14.31 Minuten in der Verlängerung, Nürnberg war in Unterzahl,

Forbes schoss die Arena in Freudentaumel.


Einer der Vorbereiter war Sven Butenschön gewesen, mit einem geschickt

herausgespielten Pass. Der lobte erstmal Labbe, "sehr gut" sei der

gewesen und überhaupt, die Nürnberger Verteidigung habe stark

gestanden, "das war ganz schön schwer, überhaupt vors Tor zu kommen".

Die Serie, meinte die Nummer 6, werde wohl immer eng bleiben. Nürnberg

dürfe man nicht unterschätzen, das hätten die Adler auch nie getan.

"Der Druck lastet auf uns", betonte Butenschön gegenüber Hockeyweb,

"aber es ist herrlich, dass wir das erste Spiel gewonnen haben".


Trainer Teal Fowler erzählte, seine Nerven hätten an diesem Abend

gelitten, und wie. Dass die Adler Chancen um Chancen brauchten, um ein

Tor zu schießen, kommentierte er  mit "Druck ist kein Garant für

Erfolg, aber wir müssen Druck machen, immer wieder". In der Defensive

müsse man beim nächsten Mal besser stehen, ergänzte Fowler. Und, das

sei ebenfalls wichtig, "wir müssen die Eisfläche größer machen". Sie

nutzen und sich nicht auf kleinem Raum verzetteln, meinte er damit. Die

Finalserie werde auch ein Duell der Torhüter, Pelletier gegen Labbe.

Vorteile sieht Fowler in der Kraft. Je länger die Finals dauerten,

desto mehr käme die Kondition der Adler zum Tragen. Man habe schon beim

ersten Spiel gesehen, dass Nürnberg versuche, mit langsamen Wechseln

etwa, Kraft zurückzugewinnen. Fowler: "Wir spielen anders als Hannover

und Düsseldorf."


Benoit Laporte, Tiger-Trainer, sprach vom großen Favoriten Mannheim,

man habe versucht, das Beste zu geben, zwei Tore durch Individualfehler

zugelassen, jetzt sehe man in Nürnberg weiter. Dann wartete er noch auf

den Schiedsrichter und stellte ihn zur Rede. Worüber, das erfuhr man

nicht, die Mannheimer Ordner blieben hart, Lauschen galt nicht: "Das

ist nicht für die Öffentlichkeit."


Allerdings war ohnehin leicht ersichtlich was den Nürnberger Coach

erzürnte, nämlich die umstrittene Strafe gegen Mapletoft in der

Verlängerung, die letztendlich die Partie entschied. Schiedsrichter

Schütz hatte eine Strafe gegen Mannheims Bouchard nach Foul an

Mapletoft angezeigt, aber trotz Puckberührung der Adler nicht

abgepfiffen. Im Fallen soll dann Mapletoft ebenfalls gefoult haben.

Eine völlig unverständliche Hinausstellung, - wie die Fernsehbilder

zeigten - die den Ice Tigers ein mögliches Powerplay raubte. Zudem fiel

während Bouchard und Mapletoft auf der Strafbank weilten der Mannheimer

Siegtreffer.


Angelika von Bülow


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