Adler gewinnen verdient: Krefeld dankt Koslow

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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"Der

Sieg geht auch in dieser Höhe in Ordnung," machte Krefelds Coach

Ehrenberger nach Spielende ein Kompliment in Richtung Adler-Kollegen Greg Poss.

Es stimmte, 6:2 gewannen die Mannheimer und es hätten noch mehr Tore sein

können. Wenn nicht Goalie Patrick Koslow gewesen wäre. Er kam im zweiten

Drittel, um Reto Pavoni abzulösen und hielt streckenweise grandios. Der

ehemalige Jungadler freute sich über seinen Einsatz. Er war in der vergangenen

Saison einmal in einem DEL-Spiel eingesetzt, durfte dann in der Vorbereitung

das Gehäuse hüten und wurde nun ins kalte Wasser geworfen. Es ist ihm zu

wünschen, dass er mehr Eiszeit erhält, der junge Mann hat Klasse und verspricht

viel. Was er allerdings nur halten kann, wenn er die Chance erhält.


Das

Spiel war schnell und, zumindest für die Adler-Fans, gut anzusehen. Überhaupt,

was Poss und Fowlers Team in dieser Saison zeigt, lässt Herzen höher schlagen.

Marcus Kuhl, der in der vergangenen Spielzeit oft gescholten wurde, fällt bei

jeder Begegnung ein Riesenstein vom Herzen. Man habe auch jetzt Verletzte,

meinte er zu Hockeyweb, "aber wir haben eben auch die Spieler, um das

aufzufangen." Das offensive Spiel, das Poss und Fowler bevorzugen, sei

einfach gut anzusehen. Natürlich gäbe es dann auch immer Konterchancen,

"da steht dann ein Torwart und kriegt ein paar Minuten nichts zu tun und

dann geht plötzlich alles blitzschnell." Robert Müller ist für ihn die

Nummer eins im Kasten, das sei auch so vor Beginn der Saison formuliert worden.

Allerdings hält der Sportmanager auch Ilpo Kauhanen für enorm stark. Freude

auch bei der Besetzung dieser Position also.


Unschlagbar

auch die Fans. Das entlockte auch Greg Poss höchstes Lob: "Es macht

einfach Spaß, für diese Leute zu spielen." 12 423 waren gekommen, darunter

ein aufrechtes und witziges Häuflein Krefelder. Und zumindest die

blau-weiß-roten hatten ihren Spaß, bejubelten die Treffer von Corbet,

Trepanier, zweimal Jaspers, Methot und Lewandowski, waren aus dem Häuschen, als

einer der Treffer praktisch zur Schlussirene des Drittels hin fiel, pfiffen bei

undurchsichtigen Schiedsrichter-Entscheidungen und sangen freudetrunken:

"Zu Hause sind wir unschlagbar."


Christoph

Ullmann, der immer besser in die Gänge kommt, freute sich über den super Lauf,

den das Team habe. Apropos Laufen, er findet, dass sich das harte

Sommertraining jetzt auszahlt und dass Poss System ihm richtig gut gefalle.

"Ich laufe gerne". Klar, noch kassiere man vielleicht manchmal zu

viele Tore, "aber wenn wir immer eins mehr schießen, geht das in

Ordnung." Dass Krefeld individuell starke Spieler habe, das habe man

gewusst. "Aber wir hatten ein Konzept, wir sind offensiv und körperbetont

mit der Herausforderung umgegangen."  Im Team stimme die Chemie, sagt

Ullmann, aber er möchte auch betonen, dass in den vergangenen Spielzeiten

ebenfalls außerordentlich nette Kollegen in der Mannschaft gewesen seien, das

solle man nicht herunterspielen, auch wenn der sportliche Erfolg eben nicht

eingefahren werden konnte damals.

Marcus Kink, im feinen Zwirn auf dem Weg nach draußen, ärgert es, dass eer

nicht antreten kann: "Kennst mich ja, ich würde am liebsten sofort wieder

mitspielen." Doch bei einem Haarriss am Schlüsselbein geht das eben nicht.

Noch anderthalb Wochen muss der Kinki pausieren, dann greift er wieder an.

Angelika von Bülow