Adler gewinnen auch dritten Vergleich gegen Iserlohn2:1-Sieg nach Verlängerung

Kai Hospelt war der Matchwinner der Adler Mannheim. (Foto: Imago)Kai Hospelt war der Matchwinner der Adler Mannheim. (Foto: Imago)
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Nach zwei Siegen im Penaltyschießen für die Adler Mannheim in Iserlohn hatten die Roosters gestern ihren ersten Auftritt in der SAP-Arena. Die Vorzeichen für einen dritten Erfolg vor 13.600 Zuschauern waren aber denkbar schlecht. Mit Iserlohn kam der aktuell sehr gut aufspielende Tabellenzweite nach Mannheim, die Adler dagegen sind mitten in einer handfesten Ergebniskrise, auf der Suche nach der Form von vor dem Dezember 2015, als sie die Liga nicht nach Belieben, aber doch deutlich beherrschten. Ein einziger Sieg (DEL-bezogen) gegen Krefeld vom Jahresanfang stand für sie zu Buche und der mehr schlecht als recht. Nach der folgenden Niederlage in Nürnberg hörte man aus der Führungsriege, die Mannschaft sei ob der Spielweise dort auf dem Weg der Besserung, dies galt es gestern Abend zu beweisen

Und das taten sie beim 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0)-Sieg nach Verlängerung. Ob das motivationsmäßig nun am Gegner Iserlohn lag oder es tatsächlich so ist, wird man erst nach den nachfolgenden Partien sagen können. Fakt ist, gestern Abend zeigten die Adler eine veränderte Spielweise und spätestens ab dem zweiten Drittel eine ansprechende Partie.

Im ersten Drittel überließen sie das Feld dem Gegner, spielten defensiv konzentriert, wählten meist den sicheren Pass. In der Vorwärtsbewegung agierten sie geduldig, auch hier war die Überschrift Konzentration, eventuell Puckbesitz. Für die Iserlohner also kein Problem in der Defensive und deswegen nicht verwunderlich, dass es im ersten Drittel nur zu sechs Schüsschen reichte , die für den Keeper der Roosters, Chet Pickard, kein Problem darstellten. Nicht schön anzuschauen, aber effektiv, die Roosters arbeiteten sich ab und Dennis Endras im Adler-Tor sorgte zudem mit einigen Paraden dafür, dass es beim 0:0 im ersten Drittel blieb.

Daraus zogen die Adler Sicherheit für ihr Spiel, die krassen individuellen Fehler in Serie, die den Adlern viele Niederlagen einbrachten, waren deutlich reduziert, die Fehlpassqoute mutierte fast zur Mangelware, der Puck wurde in fast allen Stationen schneller weiter bewegt als in den letzten Spielen, es wurde wieder konsequent versucht, Fehler für den Mitspieler auszubügeln. Und die Adler schalteten im zweiten Abschnitt einen Gang höher. Iserlohn zeigte sich davon beeindruckt, machte wie im ersten Drittel nicht mehr das Spiel, sondern verlegten sich verstärkt aufs Kontern, eine Disziplin, die sie außerordentlich beherrschen. Die Adler konnten mit ihrer Feldüberlegenheit jedoch im Angriffsdrittel nichts anfangen, zu kompliziert wurde nach wie vor ein Abschluss vorbereitet, zu inkonsequent wurde gerade die bei einer von den Iserlohnern praktizierten „Haufendeckung“ ums eigene Tor so wichtige Position vor dem gegnerischen Torhüter gesucht, aber sie „erkombinierten“ sich gute Chancen, Pech im Abschluss oder Chet Picard verhinderten Zählbares. 33 Sekunden vor Schluss des Mittelabschnitts wurde die Sturm- und Drang-Periode der Adler jäh unterbrochen. Sie leisteten sich einen dieser krassen individuellen Fehler, die Iserlohner fingen einen katastrophalen Passversuch der Adler an der eigenen blauen Linie ab und die Reihe um Mike York zeigten einen Konter der Extraklasse. Abnehmer war Nicholas Petersen, der Dennis Endras mit einer sehenswerten Bewegung austanzte und den Führungstreffer für die Roosters erzielte.

Gut für die momentane Gefühlswelt der Adler war in diesem Fall der späte Zeitpunkt des Treffers. Denn das Tor hatte kein planloses Anrennen oder zusammenbrechen der Defensive zur Folge. Die Mannheimer hatten die Drittelpause, um sich zu sammeln – mit Erfolg. Sie kamen druckvoll aus der Kabine, suchten in dieser Phase den schnellen Abschluss. Sie schossen ohne Pass zu viel aus allen Lagen. Drei, vier Situationen dieser Art reichten, um die Defensive der Roosters völlig aus der Position zu bringen. Nutznießer war Brent Raedeke, der einen Abpraller von Chet Picards Schoner zum Ausgleich (43.) einschob. Nun begann die beste Phase des Spiels, nicht nur wegen des Spielstands, sondern auch wegen vieler rassiger Szenen vor den Toren und gut vorgeführten Angriffen beider Mannschaften, jedoch ohne weiteres Tor. Das Spiel ging also in die Overtime, in der die Roosters diesmal nicht erst im Penalty schießen den Kürzeren zogen, sondern bereits in der Verlängerung. In der 64. Minute verschob Rooster Ryan Button während einer umkämpften Szene  das eigene Tor, um für seinen bereits geschlagenen Torhüter zu retten. Den fälligen Penalty verwandelte Adler Kai Hospelt zum 2:1-Sieg, sicher Balsam für den in letzter Zeit so glücklos agierenden Angreifer der Mannheimer.

Abwarten ist angesagt, die nächsten Spiele werden es zeigen, wohin die Reise geht.

Tore: 0:1 (39:27) Nicholas Petersen (Mike York, Boris Blank), 1:1 (42:13) Brent Raedeke (Jonathan Rheault, Daniel Richmond), 2:1 (63:02) Kai Hospelt (Penalty). Strafen: Mannheim 12, Iserlohn 6. Zuschauer: 13.600.


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