Adler: Fans total heiß auf Eishockey

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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Das Ergebnis war beinahe Nebensache: Die Mannheimer Adler verloren zwar 3:4 gegen die Kölner Haie in einem Freundschaftsspiel in der SAP-Arena, aber die Stimmung war bombastisch. Auch Sportmanager Marcus Kuhl staunte: "Fast 13 000 Zuschauer bei einem solchen Spiel, das ist wohl einmalig in Deutschland." Auch Geschäftsführer Matthias Binder war glücklich: "Die Leute haben gejubelt, als wir die Türen aufgemacht haben, die waren alle ausgehungert nach Eishockey." Und der neue Adler-Goalie Adam Hauser grinste: "Es ist gut, auf der anderen Seite zu stehen". Damit meinte er die Atmosphäre, die gut aufgelegte Fans für die Adler schaffen.

Vor das Spiel setzte die Marketing-Abteilung die Vorstellung der Spieler. Stadionsprecher Udo Scholz konnte diesmal vor allem mit alten Namen aufwarten, richtig neu sind lediglich Hauser und Hackert, die Youngsters Fischer und Schlager (den man auf der Videowand um zehn Jahre auf 33 altern ließ) sind Bekannte des Mannheimer Publikums. Riesenapplaus vor allem für zwei "alte Hasen": Robert Müller und Rene Corbet.

Das Spiel riss vor allem im dritten Drittel mit. Sah es im Ersten anfangs so aus, als würden die Adler ihr Hausrecht gnadenlos nutzen, holten die Kölner im Zweiten enorm auf und beherrschten streckenweise die Begegnung. Im dritten Drittel kamen die Adler dann wieder zur Sache und spätestens beim 3:3 herrschte Stimmung wie bei einem Ligaspiel. "Unglaublich", konstatierte auch Kuhl danach und auch Binder betonte die Spannung, die zuletzt geherrscht hatte. Die beiden Torleute träfe übrigens an den vier Gegentoren keine Schuld. Außerdem sei klar gewesen, dass Köln ein starker Gegner sei. Einige Worte verlor Binder auch noch zu den Parkgebühren, die erhöht werden sollen. "Das ist für uns sehr ärgerlich", meinte der Geschäftsführer der Adler, "aber wir können selbstverständlich den Parkhausbetrieben nicht reinreden".

Adam Hauser wollte früh nach Hause, schließlich wusste er seine Frau und die Kinder just in diesem Moment in der Luft. Früh am Morgen wollte er sie abholen. Das Spiel, meinte er, sei ganz schön tough gewesen, auch wegen der Wärme. Dass er sich die Begegnung brüderlich mit Robert Müller hatte teilen müssen, fand er vollkommen in Ordnung, "wir geben beide unser Bestes und die Trainer werden von Spiel zu Spiel entscheiden".

Greg Poss kündigte noch an, dass er nach einer Spielanalyse mit dem Team über den Verlauf reden wolle und betonte, er habe nicht gesehen, ob ein Adler-Schuss, der den Ausgleich zum 4:4 habe herstellen können, drin war oder nicht. Der Schiedsrichter hatte den Videobeweise bemüht und dagegen entschieden. Einige Reporter hätten Stein und Bein schwören können, dass hier ein Tor nicht gegeben worden war. Eine andere Meinung vertrat Journalist Rainer Kundel: "Selbst, wenn wir alle auf der Pressebank den Puck drin gesehen hätten, nützt das überhaupt nichts, wenn der Videobeweis anderes aussagt."

Und dann genoss man in Mannheim einfach, dass es wieder losgeht mit dem wunderschönsten Sport der Welt (zumindest in Fan-Augen), freute sich, die Ordner wiederzusehen, mit denen man die ganze Saison zu tun haben wird, die Fans, die Kollegen, die Leute an den Eingängen. Viele Journalisten bedauern allerdings, dass Ann-Katrin, die junge Frau, die immer Adler-Pressesprecher Matthias Fries unterstützt hat, nicht mehr dabei sein wird. Sie war beliebt bei den einheimischen und den auswärtigen Journalisten gleichermaßen. Zeit hätte Ann-Katrin, vielleicht holen die Adler sie ja wieder in den Presseraum.

Tore für Mannheim: 2x Methot (5. und 41.) und Hackert (52.)

Köln: Hospelt (18.), Piros und Julien (beide 35.) sowie Dmitriev (55.)

(Angelika von Bülow)

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