Adler: Eitel Sonnenschein vor Saisonbeginn

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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Sie schreiben schwarze Zahlen, das Team präsentiert sich topfit und die Trainer stehen in Verhandlungen. "Wir wollen beide längerfristig an uns binden", verriet der sportliche Manager, Marcus Kuhl bei der Pressekonferenz, die jeder neuen Saison vorangeht. Nur vier Neuzugänge, - letztes Jahr waren es 18 -, den Meisterpokal fest in den Adlerkrallen, da kann man mit Pfunden wuchern, die man sich erarbeitet hat. Der Sommer, lächelte Kuhl, sei schön gewesen. Lang nicht so stressig wie der letzte, in dem man die Wunden eines Ausscheidens vor den Play-offs hatte lecken müssen. Diesmal geht man als Gejagter ins Rennen, aber, so Coach Greg Poss, "das wird uns letztendlich nur stärker machen".

Im Grunde sind es nur zwei "richtige" Neuzugänge, die an Bord kommen. Denn Verteidiger Stefan Langwieder, der eine Saison lang glänzend seinen Mann stand bei den Junioren in Übersee, und Stürmer Philip Schlager, der bei den Bietigheimern in der 2. Bundesliga Spielpraxis gesammelt hat, waren einst Jungadler. Sie werden, das verrieten Greg Poss und der zweite Trainer, Teal Fowler, bereits jetzt, den Ausländern kräftig Paroli bieten. Topfit sind sie beide, haben den Sommer über geackert und geschuftet, dass die Coaches voll des Lobes sind.

Ganz neu sind Adam Hauser und Michael Hackert. Torwart Hauser stand in der vergangenen Saison bei den Kölnern im Tor und erwies sich als eine Bank. Die Niederlage der Haie in den Play-offs war ihm kaum anzulasten, Ausfälle in der Verteidigung kann auch der beste Goalie nur bedingt ausgleichen. Was absolut für Hauser sprach, war das letzte Play-off Spiel der Kölner, als er nochmal eine großartige Leistung zeigte. Hauser ersetzt Jean-Marc Pelletier, der nach Robert Müllers Erkrankung nach Mannheim kam, mit den Adlern Meister wurde und in Hamburg unterschrieb. Als er seine wahre Klasse zeigte, war der 27-jährige Hauser längst verpflichtet worden. Für Teal Fowler ein richtiger Schritt: "Er wird zu uns passen und er ist gut, wir sind froh, mit ihm, Robert und Ilpo drei großartige Torhüter bei uns zu haben." Müller sei, verriet Fowler noch, topfit, er werde mit Sicherheit seine Ansprüche anmelden, und das sei auch gut so. Ilpo Kauhanen wird auf jeden Fall mit in die Saison gehen, was nach einer Standortbestimmung von Hauser und Müller passiert, stehe noch nicht fest, meine Fowler zu Hockeyweb. Angedacht war unter anderem, dass Kauhanen gemeinsam mit Danny aus den Birken die Heilbronner Kooperationspartner verstärken könnte.

Der zweite richtige Neuzugang ist Michael Hackert. Er kommt von den Frankfurt Lions zu den Adlern. Der vor 26 Jahren in Heilbronn geborene Sportler lief seit 2003 für die Lions auf. Für Kuhl sind die vier Neuzugänge eine wichtige punktuelle Verstärkung. Den Weggang von Robinson und Retzer findet er folgerichtig, beide hätten zum Schluss der Saison nicht mehr so eingeschlagen wie man sich das gewünscht hätte.

Greg Poss und Teal Fowler haben das Team im Sommertraining begleitet, Urlaub war bis auf zwei Wochen für beide ein Fremdwort. Poss freut sich, dass einige der Ausländer zwar durchaus lukrative Angebote aus Übersee erhalten hätten, "dass sie sich für uns entschieden haben, spricht für die Adler", befand er. Am Freitag wird sich beim Fitness-Test erweisen, wer wo steht konditionell, "das ist die Basis für die gesamte Saison", meinte Poss. Teal Fowler wies darauf hin, dass am Donnerstagabend das erste offizielle Mannschaftsgespräch stattfinden wird, nach und nach trudeln auch die Cracks aus Übersee wieder ein.

Adler-Geschäftsführer Matthias Binder blickte nochmal zurück auf die vergangene Saison. "Wir haben das zweite Mal schwarze Zahlen geschrieben", betonte er. In der ersten Arena-Saison sah es trotz teilweise katastrophaler Leistung der Mannschaft auf dem Eis zumindest in dieser Beziehung rosig aus und in der vergangenen Meisterschaftsspielzeit waren Tickets sowieso heiß begehrt. Trotz der Erfolgserlebnisse wollen die Adler mit ihren Kalkulationen auf dem Boden bleiben: "Wir bleiben beim Etat von acht Millionen und kalkulieren mit 8500 Zuschauern im Schnitt," legte Binder fest.

Nicht ganz zufrieden ist man in Mannheim mit dem Spielplan, sieben Mal müssen die Adler dienstags antreten, elf Mal freitags, neun Mal an Sonntagen. Allerdings, so Binder, läge das auch an drei verschobenen Spielen wegen des Spengler-Cups. Überhaupt werde die Planung bei den großen Hallen immer schwerer. Binder forderte eine frühere Planung.

Zufriedenheit herrscht bei den Dauerkarten. Die 6000er Schallmauer haben die Adler durchbrochen, jetzt steuert man auf die Schnapszahl 6666 als nächstes Ziel hin, die Chancen stehen gut.

Die Adler wollen, nach der erfolgreichen Aktion "Rosys Kids Corner" für krebskranke Kinder nun eine zweite gemeinnützige Aktion ins Leben rufen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für "Adler helfen Menschen e.V.". Damit soll Hilfsbedürftigen geholfen werden. Rosys Kids Corner besteht weiter, es kann sogar vom neuen Verein profitieren, versprach der Geschäftsführer.

Sportlich freut sich der Verein auf den Spengler-Cup. Kuhl: "Es ist für uns eine Ehre, eingeladen zu werden." Eventuell wird man sich für die Spiele verstärken, entweder mit den Besten vom Kooperationspartner Heilbronn oder mit Ausländern aus der Schweiz und Übersee.

Angelika von Bülow

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