Adler: Der Frust sitzt tief, Finaleinzug erst einmal verpasst

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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War das ein vorgezogenes "Bye Bye Friedrichspark?" Fast wollte es so

scheinen, wenn man mit Fans nach der Niederlage gegen die Frankfurt

Lions heute am späten Nachmittag sprach. Der plötzliche Tod ereilte die

Mannheimer Adler in der Verlängerung. Schiedsrichter Schimm fällte eine

Entscheidung, über die man wohl noch lange diskutieren wird.

Spielverzögerung und damit zwei Minuten gegen Mannheim in einer

Verlängerung im Halbfinale, musste das sein? Die Geister scheiden sich,

ja, es musste, sagen auch Adler, die Regel sei nun einmal so. Wenn der

Puck ins Publikum geschossen wird, stehe darauf Strafe, wie unsinnig

die Regel auch sein möge. Nein, er hätte die zwei Minuten nicht geben

müssen, sagen die anderen, es sei in diesem Falle  keine Absicht

gewesen und insofern auslegungsfähig. Wie auch immer, Schimm, der

vorher Gnade hatte walten lassen, als die Lions mehrfach sechs Spieler

auf dem Eis hatten, auch bei manchen Fouls keine Miene verzog oder gar

eine Strafe verhängte, avancierte nicht eben zum Publikumsliebling der

Mannheimer, die schon vorher meinten, schlechte Erfahrungen mit ihm

gemacht zu haben.


Dabei begann alles  so fröhlich, mit einem Meer blau-weiß-roter Ballons,

mit 7900 Zuschauern, mit Adler-Fans, die alle Lions übertönten. Mannheims

Sportbürgermeister Dr. Peter Kurz ebenso hoffnungsfroh wie die Adler-Ordner,

die sich kaum vorstellen konnten, dass man den Einzug ins Finale nicht würde

feiern können. Doch dann kam alles ganz anders. Die Adler hatten vor allem im

ersten Drittel gute Chancen, verzweifelten aber an Ian Gordon im Frankfurter Tor

und wohl auch häufig an sich selber. Rene Corbet, einmal mehr in

Dauerumklammerung von diversen Gegnern, aber ganz schnell auf der Strafbank,

wenn er sich wehrte, machte einmal mehr eine glänzende Figur. Aber auch die

anderen Spieler kämpften, setzten sich ein, wirkten aber bisweilen fast ein

wenig ängstlich. "Das sind ganz andere Adler als in den ersten

Begegnungen", wunderte sich ein Betreuer aus Hannover, der schon rasch verkündete hatte,

"dass das heute nichts wird".


Man wollte es nicht hören in Mannheim, aber als die Löwen immer besser

ins Spiel kamen, als zudem kein Tor fallen wollte, da wirkten einige in

Spielabschnitt drei doch leicht frustriert. Und dann das, wovor sich

alle gefürchtet haben: Das erste Tor für Frankfurt. Durch Ratchuk in

der 50. Minute. Die Adler-Fans sahen sämtliche Felle davonschwimmen,

doch das Team gab nicht auf, bewies eine Qualität, die es in der

Vorrunde viel zu oft hatte vermissen lassen. Edgerton erlöste die 7900

in der 55. Minute durch den Ausgleich. Der Rest der Zeit glich einem

Krimi, einer vorgezogenen Overtime, denn klar war, wer das nächste Tor

schießt, hat gewonnen.


Die Verlängerung zeigte zweierlei: Die Adler können kämpfen, können

Unterzahlsituationen überstehen, aber sie können nicht durchgehend einen

Mann weniger verkraften. Erst Tripp, dann Delmore, das war zuviel. Sulkovsky

schoss die Frankfurter in ein nächstes, alles entscheidendes Spiel. Für die

Mannheimer blieb ein fader Nachgeschmack. Man habe, verlautete es aus dem

Kabinenbereich, gerne eine sportliche Entscheidung gehabt, nicht eine des

Schiedsrichters. Manche Fans meinten schon, das letzte reguläre Spiel im

Friedrichspark gesehen zu haben, andere denken gar nicht daran, aufzugeben. Sie

fahren nach Frankfurt und setzen darauf, dass ihre Jungs noch einmal alles geben

werden, um doch noch das Finale zu erreichen. (Angelika von Bülow)


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