Adler: Arena steht Kopf vor Glück

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Das hätte kaum einer aus dem blau-weiß-roten Lager zu hoffen gewagt vor

diesem Spiel: Die Mannheimer Adler gewannen mit 7:2 gegen die Kölner Haie und die

Besucher in der ausverkauften Arena gerieten aus dem Häuschen.

Feierlaune in Mannheim, doch die Verantwortlichen bremsten sofort. "Wir

müssen auf dem Boden bleiben", war der Spruch des Abends aus

Adler-Mündern.



Im ersten Drittel kamen die Haie stark aus ihren Startlöchern,

legten zweimal vor. Die Adler rannten wütend dagegen an und als Jason

Jaspers in der letzten Minute des Spielabschnitts den Puck hinter

Hauser ins Netz setzte, war der Bann gebrochen. Von da an spielten die

Adler, zauberten bisweilen, wurden immer selbstbewusster. Sieben Tore

gegen einen Hauser, das hieß schon was. Der blieb im Kasten, was viele

verwunderte. "Warum tun sie ihm das an?", lautete eine Frage. Doug

Mason, ein auch in der Niederlage souveräner Coach auf die Frage von

Hockeyweb: "Es lag daran, dass wir ihm nicht das Gefühl geben wollten,

er wäre an der Niederlage schuld. Das war er nicht, die Tore der Adler

fielen oftmals im zweiten oder dritten Nachschuss. Hauser ist ein

großer Kämpfer, das mag ich so an ihm. Er wird das Spiel abhaken und

sich aufs nächste vorbereiten."


Auch den Sieg abhaken, das war

eine Parole, die viele Adler an diesem Abend ausgaben. Tomas Martinec: "Das

ist ein Spiel, nicht mehr." Man habe nicht geahnt, dass es so gut

laufen würde, aber man müsse auf dem Boden bleiben. "Wir haben unseren

Rhytmus heute gut gefunden, wir haben bis zum Schluss mit vier Reihen

gespielt, das hat Spaß gemacht." Aber, egal wie hoch man gewonnen habe,

warnte Martinec, "es ist und bleibt ein Spiel von mehreren".



Auch Jason Jaspers, der für den Wendepunkt im Spiel gesorgt

hatte, stieß ins selbe Horn. "Wir müssen jetzt einen klaren Kopf

behalten", warnte er vor zuviel Euphorie, "die Kölner werden

zurückkommen. Sie haben heute schon hart gekämpft, sie sind eine

hervorragende Mannschaft". Ob man 1:0 oder mit 20 Toren Vorsprung

gewonnen habe, sei letztendlich egal. Ja, aber bedeute das denn gar

nichts fürs Selbstvertrauen. Doch, gab Jaspers zu, das natürlich schon,

aber es ändere nichts an der Tatsache, dass ein gewonnenes Spiel eben

nicht reiche, um weiterzukommen.



Was seiner Meinung nach das Ausschlaggebende gewesen war an

diesem Abend in Mannheim: "Es hat geklickt im zweiten Drittel,

da fing die Chemie an so richtig zu stimmen. Wir haben aufgehört, so

kompliziert zu spielen, sondern ohne große Winkelzüge und es hat

geklappt." Von einem neuen Vertrag will der Spieler derzeit nicht

reden. Er würde unglaublich gerne in Mannheim bleiben, gab er zu

Protokoll, aber im Moment zählten nur die Play-offs und sonst gar

nichts. Anschließend könne man weiterverhandeln.



Doug Mason sprach von einem guten Start für sein Team, aber nach

dem "Supertor von Jaspers" habe die Energie bei Mannheim gelegen. Die

Adler hätten ein Tempo gespielt, "das war für uns bisweilen etwas zu

hoch". Man habe Fehler gemacht, die Disziplin habe gefehlt. "Das

Heimspiel wird sehr, sehr wichtig, wir müssen es gewinnen und außerdem

einmal in Mannheim."



Greg Poss schwante ebenfalls Schweres beim Spiel in Köln. Sehr,

sehr schwer werde das, meinte er und prophezeite den Haien die

Wiedergeburt an Stärke. Doug Mason sprach mit den Journalisten von

Standard-Situationen, die an diesem Abend einfach nicht geklappt

hätten. Jeder Spieler müsse Verantwortung übernehmen. Vielleicht,

meinte der Coach, "ist es gut, dass das alles an einem Abend passiert

ist". Die Höhe des Sieges sei in den Play-offs nebensächlich, "das ist

jetzt eine Kopfsache und eine Sache der Routine". Die Trainer würden

mit gutem Beispiel vorangehen und positiv denken. Aus der Niederlage

werde man mit Sicherheit lernen.



Adler-Trainer Teal Fowler brachte es auf den Punkt: "Wir müssen

auf dem Boden bleiben und sie müssen es abhaken. In Köln sehen wir, wer

sein gestecktes Ziel besser geschafft hat." Die Adler hatten eigentlich

einen Torwart-Wechsel bei Köln erwartet, aber, das räumte Fowler

Hockeyweb gegenüber ein, in den Play-offs sei ein Wechsel immer sehr

schwer, es ginge darum, dass die Nummer eins im Tor seine Ruhe fände.

Von dem her könne er verstehen, dass Hauser weitergespielt hätte.



Dass die Adler sich ein Stückweit vom komplizierten Eishockey

für die Play-offs verabschieden wollten, das bestätigte Fowler. Es

ging um den Zug zum Tor, ohne Schnörkel. "Wir waren heute sehr

hungrig", betonte der Coach, "wir sind in die Zweikämpfe gegangen".

Hauser sei ein hervorragender Goalie, der werde mit Sicherheit am

Dienstag stark wie gewohnt sein. "Unsere Chance Meister zu werden sind

mal eben 25 Prozent", wollte Fowler alle verfrühten Euphorieausbrüche

dämpfen. Köln sei ein sehr, sehr gutes Team. Im Grunde sei es für

Mannheim gut gewesen, dass man in der Vorrunde gegen die Haie nicht so

gut ausgesehen habe in der Bilanz. "Wir hatten großen Respekt vor Köln.

Der ist auch heute nicht weniger geworden." Da war sie wieder, die

Warnung vor dem nächsten Spiel in der Domstadt.



Am Rande der Bande gab es eine Ehrung: Die Fan-Ini verlieh Udo

Scholz "als bestem Stadionsprecher der Liga" ein Mikrophon. "Udo ist

einer von uns", sagten die Fans. Schließlich ist Scholz mit ganzem

Herzen bei seinen Adlern, die Ehrung hat er verdient.


Angelika von Bülow


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