Achtungserfolg gegen Berlin

Schafft es Manuel Klinge?Schafft es Manuel Klinge?
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Mit viel Biss und Siegeswille

konnten die Kassel Huskies am Dienstagabend auch gegen den Deutschen

Meister aus Berlin punkten. Dass das 2:3 (1:2; 1:0; 0:0; 0:1) nach Penaltyschießen

als Niederlage in die Statistiken eingeht, war dabei nicht nur für

Headcoach Stéphane Richer eine Nebensache. 

Die Gastgeber starteten selbstbewusst

gegen den Deutschen Meister: Sleigher, Card und Christ prüften Eisbären-Goalie

Rob Zepp schon in den ersten Minuten und  im Tor der Huskies brachte

Adam Hauser, der in der Nacht zum Dienstag zum dritten Mal Vater geworden

war, nach seiner Spielpause in Düsseldorf von Anfang an wieder eine

solide Leistung. Doch spätestens in der 10. Spielminute zeigten die

Eisbären ihr ganzes Können, als Friesen den Kasselern die Scheibe

im Angriffsdrittel abnimmt und der folgende Angriff über TJ Mulock

und Stefan Ustorf schneller geht als alle Huskies gucken können - 1:0

für Berlin. Nur knapp zwei Minuten aber postwendend der Ausgleich für

die Schlittenhunde: Schmidt zieht in Überzahl zwei Mann auf sich, gibt

ab zu Damon und der spielt Berlins Goalie gekonnt aus- 1:1. Doch Berlin

wäre nicht Berlin, wenn sie nicht auch darauf noch eine Antwort parat

gehabt hätten. Vierzehn Sekunden vor Ende des Abschnitts geht Schmidt

nicht hart genug gegen Pederson vor, da hat der Routinier ein Leichtes,

die Scheibe an Hauser vorbei zu bringen.  

Und die Berliner Führung ging

mehr als in Ordnung: Von Beginn an war Berlin Kassel in fast allen Belangen

weit überlegen - aber nur in fast allen. Denn am Biss mangelte es bei

den Hauptstädtern fortan gewaltig. “Es interessiert mich einen Dreck,

wie gut sie sind. Lasst uns rausgehen und sie alle machen”, hatte

Huskies-Kapitän Hugo Boisvert seinen Mannen vor dem zweiten Drittel

mit auf den Weg aufs Eis gegeben - und die wollten sich mit aller Macht

daran halten. Während sich die Gäste nun zumeist auf brandgefährliche

Konter beschränkten, konnten die Kasseler im zweiten Drittel auf einige

druckvolle Momente verweisen. Christ nach Vorlage von Schlager und Holzmann

sowie Kraft im Powerplay zeigten an, dass man sich auch gegen den Spitzenreiter

nicht ohne einen zähen Kampf geschlagen geben würde. Und nach knapp

34 Minuten war sie dann dahin, die Berliner Führung: Zepp, im Tor der

Eisbären, lässt Klinges Schuss nur abprallen und Carciola ist zur

Stelle, um den verdienten 2:2-Ausgleich zu markieren. Zu fahrlässig

hatten die Hauptstädter zuvor agiert, zu sicher schien sich das Team

von Trainer Don Jackson seiner Sache gewesen zu sein. 

Auch im letzten Drittel konnten

die Berliner ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Zwar kamen sie

immer wieder zu guten Einschussmöglichkeiten, doch auch Rob Zepp hatte

gegen Klinge, Holzmann und Kraft einiges zu tun. Weil aber der letzte

Abschnitt und die Verlängerung torlos endeten, musste auch dieses Mal

das Penaltyschießen entscheiden. Während beide Kasseler scheiterten,

konnten für Berlin sowohl Felski als auch Pederson einnetzen und den

Eisbären somit zwei Punkte bescheren. Die Huskies hingegen dürften

auch mit einem Punkt gegen den Meister sehr zufrieden sein und den Abwärtstrend

der letzten Spiele so vielleicht ein wenig aus den Köpfen verbannen

können. 

Stimmen zum Spiel:

 

Don Jackson, Trainer Eisbären Berlin:

“Wir hatten heute viel Respekt

vor den Huskies und ich freue mich über den Gewinn der zwei Punkte.

Kassel hat sehr diszipliniert gespielt, im System und in den Zweikämpfen.

Das war heute ein tolles Eishockeyspiel.” 

Stéphane Richer, Trainer Kassel

Huskies: 

“Die Gewinner waren heute eindeutig die Fans. Sie haben ein Super-Eishockeyspiel

gesehen. Taktisch waren beide Mannschaften sehr konzentriert und bei

Berlin hat man natürlich die sehr gute Qualität der Mannschaft gesehen,

trotz der wir aber durchaus mitspielen konnten. Im ersten Drittel hatten

wir gute Chancen und im dritten Drittel sogar die Möglichkeit zum Siegtor.

Aber es sollte nicht sein. Man muss aber darauf schauen, wie wir spielen.

Gegen das beste Team der Liga vier Punkte in drei Spielen zu holen,

das ist viel wert. Für mich war das heute daher nicht die sechste ‘Niederlage’

in Folge.” 

Leona Malorny

Tore:

0:1 (09:11) Travis James Mulock

(Jeff Friesen, Stefan Ustorf)

1:1 (11:29) Derek Damon (Josh

Soares, Bryan Schmidt - 5:4)

1:2 (19:46) Denis Pederson

(André Rankel, Constantin Braun)

2:2 (34:02) Fabio Carciola

(Manuel Klinge, Thomas Holzmann)

2:3 (65:00) Sven Felski (GWS) 

Strafen: Kassel 4, Berlin 10

Zuschauer 3003


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