7:3! Straubing Tigers nehmen Eisbären Berlin auseinanderNiederbayern erneut in Torlaune

Stephan Daschner feierte mit den Straubing Tigers einen deutlichen Sieg gegen die Eisbären Berlin. (Foto: dpa/picture alliance)Stephan Daschner feierte mit den Straubing Tigers einen deutlichen Sieg gegen die Eisbären Berlin. (Foto: dpa/picture alliance)
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Die Niederbayern sind zurzeit vor allem im ersten Drittel in Torlaune. Schon wieder machen sie drei Stück, doch diesmal haben sie nicht wie gegen Köln ebenso drei gefangen, sondern nur zwei. Bereits in der dritten Minute klingelte es zum  ersten Mal. Straubing spielte nach der Führung dominant und drückte die Gäste in die eigene Zone. Doch praktisch aus dem Nichts, nach einem Fehlpass von Steven Seigo, hämmerte Charlie Jahnke den Puck zum Ausgleich ins Netz. Das war der Moment, in dem die Berliner im Spiel angekommen waren und man sah einen tollen Schlagabtausch. Mit einer Traumkombination gingen die Hausherren erneut in Front. Gerade von der Strafbank zurück passte Freddy Eriksson zweimal unwiderstehlich. Am Ende der Stafette stand Antoine Laganière. Mit je einem weiteren Tor ging es nach einem schnellen Auftaktdrittel in die Kabinen. Straubings Verteidiger Stephan Daschner meinte zum ersten Abschnitt: „Das erste Drittel war etwas nervenaufreibend. Wir gehen zwar irgendwie etwas glücklich mit 3:2 in Führung und in die Drittelpause, aber es hätte auch andersrum ausgehen können.“ An Drittel dieser Art gewöhnt man sich langsam im Gäuboden, doch geplant ist das nicht so. Daschner klärt auf: „Wir sind erstmal glücklich, dass wir das eine oder andere Tor schießen. Wir haben aber auch das eine oder andere bekommen. Wer viele bekommt, muss viele schießen um zu gewinnen. Aber so wie es momentan läuft, ist es ganz gut.“

Mutlose Eisbären, eiskalte Tiger

Das zweite Drittel war eigentlich in der Hand der Eisbären – eigentlich. Sie hatten viel Scheibenbesitz, waren oft und lange in der Angriffszone, ließen die Scheibe laufen. Hätten also eigentlich alles gehabt, um wenigstens zum Ausgleich zu kommen. Daschner sieht Verbesserungspotential beim Heimteam: „Wir haben etwas viele Chancen hergegeben, das ist uns gegen Köln auch schon passiert. Da müssen wir ein paar Sachen abstellen, weil zum Ende hin, sollte man sich nicht mehr so viele Patzer leisten.“ Doch zum einen standen die Tigers hinten sehr solide und zum anderen spielten es die Berliner nicht zielstrebig genug und zu umständlich. Viel zu oft wurde die Verantwortung weiter geschoben. Auch im Eishockey gilt: Machst du sie vorne nicht, bekommst du sie hinten. Mit zwei cleveren Aktionen kurz vor der zweiten Pause zogen die Straubinger auf 5:2 davon. Stephan Daschner erklärt: „Manchmal macht man nicht viel oder hängt etwas hinten drin, das ist im Sport manchmal so und dann hat man vorne die eine oder andere Chance, die Berliner haben uns auch ein paar Einladungen gegeben und die haben wir heute genutzt.“

Auch Berlins letzter Kniff verpufft

Zum Beginn des Schlussabschnittes tauschten die Berliner den Goalie. Für den glücklosen Kevin Poulin stand nun Maximilian Franzreb im Tor. Ein gängiges Mittel, um die Mannschaft neu zu beleben, das weiß auch Stephan Daschner: „Da hat der Trainer wahrscheinlich schon gemerkt, dass die Luft raus war. Da wollte er halt nochmal ein Zeichen setzen.“ Richtig in Schwung kam der Berliner Angriff nun trotzdem nicht mehr. Die Körpersprache einiger Eisbären verriet, dass man mit dem Spiel bereits abgeschlossen hatte. Erstrecht als Ex-Eisbär Sven Ziegler den sechsten niederbayrischen Treffer markierte. Zwar konnte Micki DuPont Sekunden später der Abstand wieder verkürzen, doch die Luft war aus den Reifen. Am Ende setzten die Tigers sogar noch einen drauf. Damit sind die Straubinger nach wie vor im Rennen um Platz sechs, die Berliner hingegen stehen im Kampf um Platz zehn.

Schlussrunde

Berlins Cheftrainer Stéphane Richer gibt sich wortkarg: „Tom und seine Mannschaft haben verdient gewonnen. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht, hatten zu viele Scheibenverluste. Wenn wir die Scheibe hatten, haben wir schlechte Entscheidungen getroffen.“ Tom Pokel wusste mehr zu berichten und sagte unter anderem: „Es war ein typisches Spiel, für ein drittes Spiel in fünf Tagen. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften nicht unbedingt topfit waren. Was mir gefällt, sind die verschiedenen Torschützen in letzter Zeit. Wir sind schnell, unser Speed war gut, aber unser Puckmanagement nicht. Zatkoff hat uns ein paar Mal gerettet. Berlin hat gut foregecheckt und wir hatten Probleme Lösungen zu finden. Wir haben dann etwas nachjustiert und kamen dann besser durch die neutrale Zone. Auf jeden Fall wichtige drei Punkte für uns.“ Wenn man Straubings Stephan Daschner nach Platz sechs fragt, meint er schmunzelnd: „Ich hoffe doch.“ Und weiter „Wir werden bis zu Ende kämpfen. Die anderen haben auch noch harte Gegner, aber zuerst müssen wir unsere Spiele gewinnen.“

Tore: 1:0 (2:34/PP) Jeremy Williams (Sven Ziegler, Stephan Daschner), 1:1 (7:36) Charlie Jahnke, 2:1 (11:47) Antoine Laganière (Jeremy Williams, Fredrik Eriksson), 2:2 (17:31) Louis-Marc Aubry (Brendan Ranford, Jonas Müller), 3:2 (18:49) Kael Mouillierat (Stephan Daschner), 4:2 (35:58) Marco Pfleger (Vladislav Filin, Stefan Loibl), 5:2 (37:37) Jeremy Williams (Mike Connolly, Stephan Daschner), 6:2 (52:22) Sven Ziegler (Max Renner, T.J. Mulock), 6:3 (53:04) Micki DuPont (James Sheppard, Marcel Noebels), 7:3 (56:32) Kael Mouillierat (Jeremy Williams, Mike Connolly).

Schiedsrichter: Alex Garon, Marc Iwert; Linienrichter: Kilian Hinterdobler, Elias Seewald.

Strafminuten: 6:6 (2:2, 4:2, 0:2).

Zuschauer: 4043.


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