7:2 - Eisbären überrollen Lions

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Frankfurts Coach Rich Chernomaz hatte nach dem Spiel

sichtlich Mühe seinen Unmut über die Fehlleistung seiner Mannschaft im Zaume zu

halten. Vor allem in den ersten beiden Dritteln waren die Lions vor 4300

Zuschauern im Berliner Wellblechpalast vom Deutschen Meister ordentlich

zerpflückt worden. Mit einem gequälten Lächeln leitete Chernomaz sein Statement

ein: „Wir wussten, dass die Eisbären in den letzten Heimspielen nicht so gut

drauf waren, aber heute waren sie sehr gut. Schon nach den ersten Schüssen

lagen sie 2:0 vorn.“ Nach sechzig Spielminuten wies die Anzeigetafel einen

deutlichen 7:2-Sieg (3:0; 4:1; 0:1) der Hausherren aus.

Olympiakandidat Sven Felski hatte den Torreigen der Eisbären

nach einer Unachtsamkeit in der Abwehr der Hessen noch in der ersten

Spielminute eingeleitet. Unter den Augen von Nationaltrainer Uwe Krupp empfahl

sich der Ur-Berliner auch im weiteren Spielverlauf für eine Berufung in den

Olympia-Kader. Den Treffer zum 2:0 besorgte Richard  Mueller (9.), indem er Gästekeeper Ian Gordon

den Puck listig per Rückhand ins Tor legte.

Auch dass seine Mannschaft ersatzgeschwächt antrat, wollte

der Lions-Coach als Ausrede nicht gelten lassen: „Die Spieler nutzen es gern

als Alibi, wenn Schlüsselspieler fehlen. Ich tue das nicht und bin sehr

unzufrieden mit meiner Mannschaft. Wir müssen morgen viel besser sein, sonst

haben wir gegen die Eisbären keine Chance.“ Und die Lions schwächten sich noch

weiter: Erst checkte Michael Hackert Felski hart, doch waren die Folgen für den

Frankfurter weit schmerzhafter. Er wurde noch während des Spiels mit Verdacht

auf Kieferbruch ins Krankenhaus gebracht. Felski dagegen wirkte nach kurzer

Konsultation des Mannschaftsarztes weiter mit. In der 12. Spielminute ließ dann

Franfurts Routinier James Patrick (war zuvor von Berlins Youngster Christoph

Gawlik heftig aber fair an der Bande erwischt worden) seinem Frust bei einem

Stockcheck gegen einen Berliner freien Lauf. Der aber war so hoch angesetzt,

dass Hauptschiedsrichter Looker dies als Angriff gegen Kopf bzw. Hals wertete

und Patrick zum Duschen schickte. Die fünfminütige Überzahl ließen die

Hausherren noch ungenutzt verstreichen, doch in einem weiteren Powerplay kurz

vor Ende des ersten Abschnitts netzte EHC-Defender Derrick Walser zum 3:0 ein.

„Es fehlte uns nach dem Rückstand an Disziplin.“, faßte Chernomaz kurz und

knapp zusammen.

In den jüngsten Heimspielen war meist der Mittelabschnitt

die schlechteste Phase der Eisbären, am Donnerstagabend jedoch ließen sie es

gerade hier krachen und sorgten nach Treffern von Stefan Ustorf, Mark Beaufait,

Dennis Pederson und Christoph Gawlik für die Entscheidung. Der Torwartwechsel

Ackers gegen Gordon fiel dabei nicht weiter ins Gewicht. Wenigstens blieb

Gordon, der seinen Posten zum letzten Drittel wieder einnahm, in den letzten

zwanzig Minuten ohne Gegentreffer. Jedoch dadurch begünstigt, dass die

Hauptstädter nach der deutlichen Führung ihre Angriffsbemühungen deutlich

zurückfuhren. Die beiden Frankfurter Treffer zum Schlussstand von 7:2 durch

Jonas Stöpfgeshoff (37.) und Patrick Boileau (54.) waren schlussendlich nicht

mehr als Ergebniskosmetik. 

EHC-Coach Pierre Pagé blieb nach dem Match erstaunlich

reserviert und seltsam einsilbig: „Wir waren ein Drittel viel besser. Über- und

Unterzahl waren ok., der Rest so lala.“ Dabei hätte neben einigen anderen  mindestens noch sein Goalie Tomas Pöpperle

eine lobende Erwähnung verdient, der zur Krönung seiner überragenden Leistung

einen Penalty von Patrick Lebeau entschärfte.
Schon Freitagabend kreuzen beide Kontrahenten erneut die

Schläger, diesmal aber am Bornheimer Hang. (mac/ ovk)

Foto by City-Press: Zwei von sieben Berliner Torschützen - Derrick Walser und Denis Pederson

Eisbären Berlin – Frankfurt Lions 7:2 (3:0,4:1,0:1)


Tore:

1:0 Felski 0:59 (Walker/ Pederson)

2:0 Mueller 8:16 (Jarrett/ Draxinger)

3:0 Walser 19:59 (Walker/ Pederson) PP

4:0 Ustorf 26:08 (Beaufait,Walser) 5-3

5:0 Beaufait 29:22 (Mueller,Berehowsky)

6:0 Pederson 30:03 (Hördler/ Walker)

7:0 Gawlik 34:37 (Busch/ Jarrett)

7:1 Stöpfgeshoff 36:18 (Gosselin/ Reichel) SH

7:2 Boileau 53:10 (Strakhov)


Schiedsrichter: Rick Looker

Strafminuten: 14/ 21 + Spieldauerdisziplinarstrafe (Patrick)




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