5:1! Nürnberg gewinnt Spitzenspiel gegen MannheimJubel, Trubel, „Full House“

Lesedauer: ca. 2 Minuten

„Da hast du morgen auf dem Kindergeburtstag was zu erzählen“, schwärmte ein Ice-Tigers-Fan seinem jungen Begleiter vor. Der Kleine nickte glücklich und zufrieden. Es war ein Eishockeyabend, an dem alles stimmte – angefangen vom Publikum über die gesamte Partie bis hin zum Ergebnis. Natürlich: Heimsiege sind schön. Die gegen Mannheim aber besonders, finden die Nürnberger. Umso mehr freuten sie sich über den Triumph, der sich bereits in den ersten 20 Spielminuten angedeutet hatte.

3:0 hieß es nach dem ersten Drittel für die Gastgeber. Dabei lieferten die Adler kein schlechtes Spiel ab. Doch „die Tore fielen zur richtigen Zeit“, erklärte Ice-Tigers-Coach Rob Wilson. Auch Mannheims Cheftrainer Sean Simpson erkannte: „Nürnberg hatte einfach den besseren Start.“ Dreimal musste Adler-Goalie Youri Ziffzer vor der ersten Drittelpause hinter sich greifen. Und dabei sah er nicht wirklich gut aus. Danny Syvret schoss die Franken mit seinem ersten Saisontor in Führung (4.). Der Ice-Tigers-Verteidiger zog von der blauen Linie ab und schlenzte den Puck ins Netz. Noch spektakulärer war aber Leo Pföderls Treffer (9.), den Ziffzer ebenfalls nicht verhindern konnte. Fast hatte der Mannheimer Schlussmann den Puck im Griff. Doch die Hartgummischeibe entglitt ihm und schlitterte hinter die Torlinie. Dass aller „guten“ Dinge auch in diesem Drittel drei sind, zeigte schließlich Marco Pfleger (18.). Der Nürnberger Stürmer hatte kurz vorher an der Bande einen Check gegen den Kopf abbekommen. Kaum hatte der Übeltäter Aaron Johnson auf der Strafbank Platz genommen, schlug der gebürtige Peißenberger auch schon zu: Revanche!

Vier Fäuste und ein Heimsieg

Die Kurpfälzer gaben sich nicht geschlagen. Beinahe hätte es noch vor der Pause mit einem Gästetor geklappt. Die Adler jubelten bereits. Jamie Tardifs Treffer wurde aber nach einer langen Videobeweis-Sichtung nicht anerkannt. Aufgeschoben ist jedoch bekanntlich nicht aufgehoben, was Chad Kolarik in Überzahl bewies (21.) Gerade 24 Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, als der Stürmer Jochen Reimers Shutout endgültig zunichtemachte. Das temporeiche Duell wurde nun noch flotter. Die Mannheimer wollten ihre Aufholjagd fortsetzen, scheiterten allerdings immer wieder am wachen Gegner. Auch die Nürnberger ließen Chancen liegen und einige Alleingänge ins Leere laufen. Am Ende war es ein Wechselspiel der Teams, die phasenweise den gegnerischen Kasten und dessen Hüter attackierten. Youri Ziffzer hatte sich übrigens nach dem ersten Drittel gefangen. Erst in der Schlussphase musste er sich zwei weitere Male geschlagen geben. Leo Pföderl erhöhte mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 4:1 (54.). Das fünfte und abschließende Tor erzielte Brandon Segal (59.).

Für den Höhepunkt des letzten Abschnitts sorgte aber ein anderer Ice Tiger. Und das ganz ohne Toreschießen. Brandon Prust hatte es vor Wochen angekündigt: „Wenn ein Teamkollege meine Hilfe braucht, bin ich zur Stelle und werde ihn verteidigen.“ Gesagt, getan. Sein „Opfer“: Kein Geringerer als David Wolf, der ebenfalls nicht für seine sanfte Art bekannt ist. Die Handschuhe und Helme fielen, die Zuschauer tobten. Welcher Bad Boy würde wohl als Sieger den Ring verlassen? Brandon Prust sollte es sein, der sein Gegenüber aufs Eis legte. Die Unparteiischen ließen den zwei Kämpfern zunächst ihren Spaß. Anschließend kassierten die beiden ihre Strafen. Zwei plus zwei plus zehn Minuten bekamen die Streithähne jeweils aufgebrummt. Aber das war es wohl wert.

Das Spiel im Überblick:

Tore: 1:0 (4.) Danny Syvret, 2:0 (9.) Leo Pföderl, 3:0 (18.) Marco Pfleger (PP1), 3:1 (21.) Chad Kolarik (PP1), 4:1 (54.) Leo Pföderl, 5:1 (59.) Brandon Segal

Strafen: Nürnberg 12 + 10 (Brandon Prust), Mannheim 8 + 20 (Aaron Johnson, David Wolf)

Schiedsrichter: Rainer Köttstorfer, Markus Krawinkel

Zuschauer: 7.672 (ausverkauft)