49 Sekunden für die Ewigkeit

49 Sekunden für die Ewigkeit49 Sekunden für die Ewigkeit
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Gerade hatte der EV Duisburg das 0:2 kassiert – als bei den Fans der Füchse Jubel aufbrandete. Den Helm hatte er sich schon kurz zuvor aufgezogen, doch 49 Sekunden vor Ende des Spiels verkündete Stadionsprecher Knut Martini: „Nun im Tor des EVD, mit der Nummer eins: Karel . . .“ Und aus rund 2500 Kehlen schallte ein „Lang“ zurück. Im letzten Saison-Heimspiel der Füchse feierte der „Hexer“, der in Krefeld zur Legende wurde und seit Januar 2006 Torwarttrainer in Duisburg ist, ein Kurz-Comeback. So holte sich der Tscheche mit 48 Jahren und neun Monaten den Rekord als ältester DEL-Spieler aller Zeiten. Den hielt bis dahin Wolfsburgs Keeper Kevin McGibney, der als 46-Jähriger einmal eingesetzt worden war.

„Ursprünglich wollten wir mit meiner Lizenzierung nach der Verletzung von Patrick Ehelechner und dem Wechsel von Levente Szuper nur für einen absoluten Notfall vorbeugen“, sagte Karel Lang schon vor dem Spiel. „Dann hatten wir die Idee mit dem Rekord.“ Dass es nur 49 Sekunden wurden, lag am Spielverlauf. „Wenn es knapp steht, treten Rekord und Show in den Hintergrund“, betonte Lang. „Wir sind Profis und wir wollen gewinnen. Das kommt zuerst.“ Geklappt hat das nicht, die Füchse unterlagen den Straubing Tigers mit 0:2 (0:0, 0:0, 0:2). Doch erst nach dem 0:2 betrat Lang das Eis – unter dem Jubel der Duisburger und vieler Krefelder Fans, die schon zuvor gemeinsam skandierten: „Wir woll’n den Hexer sehen.“ Der bedankte sich nach der Partie mit seinem Markenzeichen: dem Hexentanz.

Das Spiel zuvor stand ebenfalls im Zeichen des Duisburger Torhüters: Christian Rohde. Der Schützling von Karel Lang war in einem mäßigen Spiel, in dem Straubing das klar bessere Team war, der beste Mann auf dem Eis. „Wir haben nicht gegen Duisburg, wir haben gegen Christian Rohde gespielt. Seine Leistung war außerirdisch. Ich hoffe, dass der Bundestrainer das Video dieses Spiels sieht“, sagte Straubings Trainer Erich Kühnhackl. Über 52 Minuten lang hielt Rohde seinen Kasten sauber – ehe ihn mit Jan Taube ein eigener Mitspieler bezwang. Taube wollte den Puck aus der Luft mit der Hand weg hauen, doch die Scheibe trudelte ins Tor. Auf dem Eis standen sich übrigens nach Abgängen und Verletzungen auf beiden Seiten zwei Mini-Kader gegenüber. 13 Feldspieler beim EVD, 14 bei den Tigers.

Für den EVD geht es am letzten Spieltag am Sonntag, 14.30 Uhr, in Iserlohn weiter. Nach der Rückkehr der sechs Fanbusse mit etwa 500 Fans aus dem Sauerland steigt an der Duisburger Scania-Arena ab etwa 18 Uhr die Saisonabschlussfeier. Gegen 19 Uhr kommt die Mannschaft dazu. Dabei wird auf der vom Dachverband Duisburger Eishockeyfans gewählte beste Spieler der Saison ausgezeichnet.

Tore: 0:1 (52:52) Norgren (Jocher, Abstreiter), 0:2 (59:11) Dunham (Trew, Gallant/ENG). Strafen: Duisburg 14, Straubing 14. Zuschauer: 2734. (the / Foto: City-Press)