4:3 nach 0:3 – Krefeld Pinguine holen vierten Sieg in FolgeErfolg gegen die Grizzlys Wolfsburg

Daniel Pietta von den Krefeld Pinguinen. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)Daniel Pietta von den Krefeld Pinguinen. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)
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Die Überraschungssieger vom Freitag in München traten wieder mit Dimitri Pätzold im Tor sowie dem wiedergenesenen James Bettauer an, der an der Seite von Martin Lefevbre verteidigte. Philip Riefers spielte mit Garrett Noonan zusammen, Philip Bruggisser verteidigte zusammen mit Alex Trivellato. Pinguine-Trainer Brandon Reid vertraute im Sturm wieder auf die schon erprobten  Reihen. Vor dem ersten Bully wurde Philip Riefers für sein 500. DEL-Spiel geehrt.

Schon nach 22 Sekunden erlaubte sich die Grizzly-Abwehr einen bösen Schnitzer, aber Leggio konnte den daraus resultierenden Schuss von Daniel Pietta abwehren. In Minute vier hatte Adrian Grygiel die nächste Chance, aber er vergab. Dann musste Noonan wegen Stockschlags auf die Strafbank. In dem Moment, da der 5. Pinguin aufs Eis zurückkehrte, konnte Pätzold einen Schuss von James Likens von der blauen Linie nicht festhalten und Spencer Machacek staubte zum 0:1 ab. Wolfsburg überstand eine Strafzeit, nur Mathias Trettenes hatte eine gute Chance. Als Chad Costello in der 14. Minute in die Kühlbox wanderte, schwamm die Pinguine-Verteidigung kurzzeitig, und es hieß 0:2 durch Sebastian Furchner. Nur 38 Sekunden später musste Pätzold das dritte Mal hinter sich greifen, als an der blauen Linie ein Abpraller (un)glücklich zu Armin Wurm kam, der sofort abzog – 0:3. Aber die Pinguine ließen den Kopf nicht hängen. Pietta legte all seinen Frust über sein Pech in den letzten Spielen in einen schönen Schuss und erzielte in Minute 16 das 1:3. Eine weite Strafzeit gegen Caron überstanden die Pinguine mit Glück, mussten sich für die restliche Spielzeit in Bezug auf ihr Unterzahlspiel aber etwas einfallen lassen.

Das zweite Drittel begann mit einer Strafzeit für die Grizzlys und endlich gelang, was die Grizzlys in Drittel eins erfolgreich verhindert hatten: die Scheibe kam zum freien Bruggisser, der seine Direktabnahme zum 2:3 in die Maschen hämmerte. Die Pinguine bekamen nun Oberwasser. In Minute 30 führte ein Wolfsburger Scheibenverlust im Pinguin-Drittel zu einem herrlichen Pass von Bruggisser auf den startenden Pietta, der den Puck an Leggio vorbei in die lange Ecke zum Ausgleich einschob. Nur wenig später hätten die Pinguine bei angezeigter Strafe für Wolfsburg locker einschieben können, aber man wartete wohl auf den Pfiff der Unparteiischen. Die Pinguine konnten diese Strafzeit nicht nutzen, machten es aber bei der nächsten gegen Wolfsburg in Minute 37 besser: Pietta passte auf Bettauer, der ebenfalls mit einer schönen Direktabnahme die Krefelder erstmalig in Führung brachte. Mit 4:3 ging es in die Pause.

Fast im Minutentakt vergaben die Pinguine im Schlussdrittel hochkarätige Chancen: Caron (43.), Kabanov (44.), Berglund, der nicht seinen besten Tag hatte (46.), Trivellato, der bei einem 3:1-Angriff frei gespielt wurde (48.), hätten alle die Führung erhöhen können, aber sie vergaben. In der 53.  Minute traf Wolfsburg den Pfosten, und als Noonan in Minute 55 erneut auf die Strafbank geschickt wurde und Jordan Carons Schläger beim Unterzahlspiel zerbrach, dachte manch einer, das Auslassen der Chancen würde sich nun rächen, aber die Pinguine stemmten sich vorbildlich und erfolgreich gegen den Ausgleich. 90 Sekunden vor Schluss nahm Wolfsburgs Trainer Pekka Tirkkonen David Leggio vom Eis, doch auch die letzte Strafzeit gegen Vincent Saponari sieben Sekunden vor dem Ende half den Wolfsburgern nicht mehr, Krefelds Sechs-Punkte-Wochenende und der vierte Sieg in Folge waren unter Dach und Fach.

Daniel Pietta, mit zwei Toren und einem Scorerpunkt der erfolgreichste Pinguin, beurteilte seine Leistung abgeklärt: „Wir haben die Anfangsphase her geschenkt und zu viele Strafzeiten genommen. Bei meinem Schuss habe ich gewartet, bis der Verteidiger, der ihn blocken wollte, ein wenig aus dem Weg gegangen ist. In unserem System steht der dritte Stürmer ziemlich weit oben, und wenn er die Scheibe bekommt, sind wir halt torgefährlich; das war die letzten drei Spiele weniger so. Ich habe in den ersten Spielen einige Chancen liegengelassen, aber ich glaube, dass ich defensiv einen ganz guten Job gemacht habe. Mein Tor war so ein wenig der Turning Point, so dass wir mit einem guten Gefühl in die Kabine gehen konnten. Wolfsburg hat seit Jahren ein gutes Powerplay, aber heute hat auch unser Powerplay zum Glück mal zugeschlagen. Aber trotzdem müssen wir weiterhin die Leistung bringen wie im zweiten und dritten Drittel.“

James Bettauer, der mit einer Gehirnerschütterung aus dem Ingolstadt-Spiel letztes Wochenende gefehlt hatte, sagte auf die Frage, was er denn nach dem 0:3 im ersten Drittel  gedacht habe: „Ich war sehr gespannt darauf, wieder zu spielen. Wir haben schlecht begonnen, aber wir haben hart gekämpft und sind zurückgekommen und haben nach dem Rückstand Charakter gezeigt. Im zweiten und dritten Drittel haben wir in der Abwehr besser gespielt. Sich so zurück zu kämpfen, ist sehr gut für die Mannschaft.“

Grizzly-Trainer Tirkkonen hatte außer dem ersten Überzahltor der Saison und der guten Leistung seiner Grizzlys im ersten Drittel wenig Grund zur Freude und sprach von einem Zusammenbruch seiner Mannschaft im zweiten Drittel. Brandon Reid, der kein Freund früher Sonntagnachmittagsspiele ist, sagte, seine Mannschaft sei bei Spielbeginn mental noch im Bett gewesen. „Wir haben vieles nicht so gemacht wie wir es wollen. In der Pause haben wir darüber gesprochen, darum war das Mitteldrittel viel besser. Wir haben eine Menge Überzahlsituationen geschaffen, aber für das Trainerteam bleibt noch eine Menge zu tun. Es hat der Mannschaft geholfen, dass die Spieler einander mehr vertrauen, und auch die Torwartleistungen sind besser geworden.“

Tore: 0:1 (7.) Machacek (Likens) PP1, 0:2 (14.) Furchner (Likens), 0:3 (15.) Wurm (Weiß), 1:3 (16.) Pietta (Saponari, Kabanov), 2:3 (21.) Bruggisser (Lefevbre, Costello) PP1, 3:3 (30.) Pietta (Bruggisser), 4:3 (38.) Bettauer (Pietta) PP1. Strafen: Krefeld 12, Wolfsburg 8. Schiedsrichter: Kopitz – Rantala. Zuschauer: 3375.