29 Sekunden fehlten den HaienTrotz Niederlage sieht Clouston eine gute Leistung

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29 Sekunden vor Spielende traf Ronny Arendt zum 3:2 (1:1, 1:1, 1:0) für die Adler Mannheim und sorgte so für eine punktlose Heimpremiere des neuen Coachs der Kölner Haie, Cory Clouston.

Die Kölner Haie wollen zurück in die Erfolgsspur. Nach der Entlassung des Trainer-Duos Niklas Sundblad und Petri Liimatainen am letzten Mittwoch will der KEC nun neu durchstarten. Dafür holte man vergangene Woche mit Cory Clouston und Thomas Brandl ein neues Trainergespann. Am Sonntag stand für die beiden Coaches ihr Heimdebüt in der Domstadt an. Dazu gastierte der Titelverteidigerin aus Mannheim in der Lanxess Arena. Für die Adler gilt es wichtige Punkte für den Direkteinzug in die Play-offs zu sammeln. Für die Haie, derzeit auf Platz elf der Tabelle, heißt es: Kämpfen für die Pre-Play-offs.

Die Hausherren kamen besser ins Spiel und zeigten viel Energie im ersten Drittel. In der zweiten Spielminute musste der KEC erstmals in Unterzahl ran. Gutes Defensivspiel verhinderte die frühe Führung für die Gäste, nur einen Schuss ließ das Team zu. Auch das erste Unterzahlspiel der Gäste war erfolgreich, erst die zweite Überzahl könnten die Haie zur Führung nutzen. Ryan Jones fälschte einen Schuss von Fredrik Eriksson für Adler-Schlussmann Dennis Endras unhaltbar ab. Die Freude währte nur kurz, der Ex-Hai Christoph Ullmann glich postwendend aus.

Den Mittelabschnitt begannen die Gäste aus der Kurpfalz offensiver und kamen schnell zur Führung (23.). Abermals war es Ullmann, der traf. Zwar zogen die Schiedsrichter den Videobeweis heran, doch das Tor und somit die Führung hatte auch nach einer kurzen Videopause bestand. Das zweite Drittel zeigte von nun an ein eher zerfahrenes Spiel. Das Spiel beider Teams war primär geprägt durch unpräzise Anspiele, wahre Torchancen entsprechend Mangelware. Die Schüsse, die zu den Goalies durchkamen, waren leichte Beute für Wesslau und Endras. Eher überraschend kamen die Hausherren durch Patrick Hager zum Ausgleich. Aus nahezu unmöglichem Winkel, der Schuss flog parallel zur Torlinie, brachte der Kölner Stürmer die Scheibe durch Endras‘ Beine hindurch ins Tor. Mit diesem leistungsgerechten Unentschieden gingen beide Teams in die zweite Drittelpause.

Das laufintensive Spiel der Haie forderte im Verlauf des Schlussabschnitts seinen Tribut, die Adler könnten vermehrt Spielanteile generieren und wirkten frischer. Beide Teams waren bedacht, keine Fehler zu machen. Jeder Scheibenverlust, jeder Fehlpass hätte das Spiel entscheiden und eine Niederlage bringen können. Es gelang beiden Teams, die Konzentration hoch zu halten. Kurz vor Spielende fanden sich die Kölner in Überzahl wieder, Glen Metropolit musste in die Kühlbox. Die Haie konnten hieraus kein Kapital schlagen und die Adler wiederum fanden durch ein gutes  Penaltykilling zusätzliches Selbstvertrauen. Ohne große Abwehrchance musste Wesslau den Siegtreffer durch Arendt hinnehmen. Zuvor hatte er noch gute Chancen des Meisters pariert, doch dabei seinen Schläger verloren. Ohne diesen konnte er den Einschlag des Pucks nicht verhinderten. Die rund 300 mitgereisten Fans aus der Quadratestadt konnten drei Auswärtspunkte mit ihrem Team feiern.

Mannheims Verteidiger Sinan Akdag freut sich über die Punkte: „Wir haben defensiv heute gut gekämpft und am Ende glücklich gewonnen. Der Schuss von Ronny hätte genauso für die Kölner fallen können. Nach überstandener Unterzahl kurz vor Schluss haben wir nochmal alles gegeben und uns schließlich belohnen können. Köln stand sehr gut und hat uns unter Druck gesetzt. Wir wussten, dass Köln emotional und aggressiv spielen wird. Schlussendlich hat das Glück entschieden."

Auch Cory Clouston, Cheftrainer der Haie, lobt die Leitung seiner Mannschaft: „Es war ein gutes Spiel für uns. Die Jungs haben die vielen Infos, die wir ihnen in den letzten 48 Stunden vermittelt haben, sehr gut umgesetzt. Wir waren wesentlich besser als am Freitag. Wir sind als Team aufgetreten und haben mit Emotionen und Leidenschaft gespielt. Leider am Ende ohne Punkte, aber daran können wir anknüpfen.“

Tore: 1:0 (11:34) Ryan Jones (Fredrik Eriksson, Patrick Hager) PP1, 1:1 (11:54) Christoph Ullmann (Ryan MacMurchy, Jochen Hecht), 1:2 (22:06) Christoph Ullmann (Daniel Richmond, Sinan Akdag) PP1, 2:2 (36:55) Patrick Hager (Philip Gogulla, Shawn Lalonde), 2:3 (59:31) Ronny Arendt (Nikolai Goc, Jochen Hecht). Strafen: Köln 10, Mannheim 14. Zuschauer: 12.196.