2:1 - Gegen Duisburg zum Sieg gezittert

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Man sollte mit Superlativen nicht nur im Journalismus vorsichtig umgehen. Dennoch fand sich am Sonntagabend in der Arena Nürnberger Versicherung kaum ein Zuschauer, der sich an ein schlechteres DEL-Spiel erinnern konnte.

Mit viel Müh und noch mehr Not besiegten die Ice Tigers Schlusslicht Duisburg mit 2:1. Was beide Teams an technischen Defiziten und Missverständnissen darboten, war unterstes DEL-Niveau. Schon in der Vergangenheit waren Spiele gegen Duisburg keine Highlights, aber irgendwie doch noch einen Tick unterhaltsamer.

"Wir waren viel zu blauäugig. Von Anfang an nervös und hektisch, und ich weiß nichtmal warum", bekannte Trainer Andreas Brockmann nach der Partie ein wenig ratlos. "Wenn man mit Druck nicht umgehen kann, hat man im Profisport nichts verloren."

Nichtmal das glückliche 1:0 durch Brad Leeb, dessen Schuss der Ex-Nürnberger Lukas Lang, wohl in alter Verbundenheit, völlig indisponiert ins eigene Netz beförderte, gab Sicherheit. Im Gegenteil, - mal wieder - ein Wechselfehler ermöglichte Duisburgs Paradereihe nur kurz später den Ausgleich.

Im zweiten Drittel gab es zum schlechten Spiel beider Teams nicht einmal mehr Tore, dafür eine ganze Reihe von kuriosen Aktionen. Spieler wie Schiedsrichter verloren ohne ersichtlichen Grund das Gleichgewicht, Pucks rutschten völlig unabsichtlich kreuz und quer übers Eis und als Höhepunkt fuhren sich zwei Dusiburger hinter dem Nürnberger Tor über den Haufen. Pleiten, Pech und Pannen an allen Ecken.

"Im Endeffekt können wir über die drei Punkte froh sein", stellte Andreas Brockmann richtig fest. Sein Vorgänger Benoit Laporte hätte das Spiel der Ice Tigers wohl wutschnaubend als "Bago-Bago-Eishockey" bezeichnet und den "early bird" angedroht.

Nur Duisburgs Offensivschwäche waren die drei Punkte zu verdanken. Und einem Lichtblick von Shawn Carter, der sich unmittelbar vor den Augen seines Vaters energisch durchsetzte und die Scheibe zu Björn Barta brachte.

Duisburg versuchte dann doch noch einmal vors Nürnberger Tor zu gelangen und wäre dafür fast belohnt worden, aber Patrick Ehelechner blieb bei seinem ersten Saisoneinsatz fehlerlos.

Duisburgs Trainer Didi Hegen haderte vor allem mit dem frühen Ausscheiden von Jean-Luc Grandpierre. Nach einem hohen Stock von Scott King musste Duisburgs Verteidiger am Auge genäht worden: "Die 2+2 Strafe war eine Fehlentscheidung", so Hegen, der nicht als einziger eine klare Spieldauerstrafe sah.

"Luc sieht nichts mehr auf dem Auge, erst die Untersuchung morgen wird Aufschluss geben, ob er länger ausfallen wird", so Hegen weiter. "In der eigenen Zone haben wir gekämpft wie die Löwen und hinten drin ganz gut gestanden. Aber vor allem offensiv und in Überzahl waren wir ganz schwach und haben viel zu kompliziert gespielt."

Dass die Duisburger zu vielen Überzahlmöglichkeiten kamen, war einmal mehr den Nürnberger Undiszipliniertheiten zu verdanken. "Ich weiß wirklich nicht, wie wir das abstellen können. Schon bei allen drei Auswärtsniederlagen war das die Ursache", so Brockmann weiter.

Tore:
1:0 (17.17) B. Leeb (Ancicka, King)
1:1 (19.03) Alinc (Kunce, Hilpert)
2:1 (43.03) Barta (Carter, Peacock) 5:4

Strafen: Nürnberg 18 min. + 10 min. Swanson - Duisburg 14 min.
Schiedsrichter: Hascher
Zuschauer: 2723



(Foto: Die Augenverletzung von Jean-Luc Grand-Pierre ist hoffentlich nicht schwerwiegend - by www.foto.hm)


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