1:7! Straubing von Wolfsburg demontiert

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Das tat im Tigers-Lager so richtig weh! Mit 1:7 (0:3, 1:2, 0:2) wurden desolat vorspielende Straubinger am Freitagabend zum DEL-Auftakt in ihrem Regensburger Übergangsquartier von den Grizzly Adams Wolfsburg, die in der Vorsaison noch ein Tabellennachbar waren, förmlich auseinandergenommen.



Trainer Bob Manno hatte es wohl nicht annähernd geahnt, dass er bereits nach Spiel eins einen Scherbenhaufen aufzuräumen und die Charakterfrage zu stellen hat: „Jeder sollte in den Spiegel schauen und sich fragen, ob er hundert Prozent gegeben hat.“



Von einer Normalform waren die 19 Tiger, die ihre Schlittschuhe auf das Eis der Donau-Arena setzten, von der ersten bis zur letzten Minuten weit entfernt. Auch das Schussverhältnis von 16:44 für die Gäste dokumentierte das Ausmaß der gezeigten Leistung.



Die Sprache hatte Bob Manno nach dem Spiel wiedergefunden, eine Erklärung für das, was zuvor passiert war, fand er aber nicht: „Wir waren faul, sind nicht gelaufen und haben nicht zusammengearbeitet“, meinte er, „für mich ist diese Vorstellung eine große Überraschung. Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich habe jetzt keine Antworten.“



Um diese bis zum nächsten Spiel am Sonntag in Krefeld zu finden und das Unheil nicht weiter seinen Lauf nehmen zu lassen, bleiben dem Italo-Kanadier keine 48 Stunden.



Ungleiche Bilder auf der anderen Seite: Sein Gegenüber Toni Krinner musste nach der Partie schon ein wenig auf die Euphoriebremse treten: „Das sind nur drei Punkte, nicht mehr. Trotzdem ist es ein Top-Start für uns. Das Ergebnis hatte ich in dieser Höhe nicht erwartet.“



Mit seiner Spielanalyse traf der zufriedene Coach ins Schwarze: „Es war heute sehr unangenehm, gegen uns zu spielen. Wir haben den Gegner nicht zur Entfaltung kommen lassen. Es war alles vorhanden, was wir uns in der Vorbereitung erarbeitet hatten.“



Obendrein konnte er die herausragenden Akteure auf dem Eis allesamt in seinen Reihen ausmachen. Sebastian Furchner (zwei Tore, zwei Assists), Norm Miller und Andreas Morczinietz (beide ein Tor, zwei Assists) scorten fleißig, Ken Magowan und Justin Papineau machten den guten Eindruck einer abschlussorientierten Offensive in einer engagierten, zweikampfstarken Mannschaft perfekt.



Entschieden war die Partie vor mehr als 3.200 Zuschauern bereits nach dem ersten Drittel. Mit drei Toren lagen die Wolfsburger da schon in Front. Straubing hatte mit einem Lattenschuss von Dusan Frosch (Penalty; 10.) und einem weiteren Metalltreffer von Florian Schnitzer (12.) bereits viel Pulver verschossen und den Schock in den Gliedern.



Wer nach der ersten Pause ein Aufbäumen der Tigers erwartete, wurde bitterlich enttäuscht. Das Tor von Verteidiger Wade Skolney zum 1:3 (28.) riss die donauaufwärts nach Regensburg gereisten Gäubodenstädter nicht aus ihrer Lethargie, vielmehr wurden sie von den Grizzly Adams, die von der oft indisponierten Straubinger Defensive zum Toreschießen förmlich eingeladen wurden, mehr und mehr vorgeführt und im Schlussabschnitt endgültig abgeschlachtet.



Während die Gäste zufrieden ihre Heimreise in Angriff nehmen konnten, blieben am Ende auf Straubinger Seite nur viele lange, enttäuschte und ernüchterte Gesichter, ein unüberhörbares Pfeifkonzert, die Charakterfrage bereits nach dem ersten Punktspiel sowie Schwerstarbeit für Bob Manno in nur wenig Zeit. Dass es die höchste Heimniederlage in der jungen Straubinger DEL-Geschichte war, blieb nur noch eine Randnotiz.



TORE:

0:1 (10:25) Sebastian Furchner (Andreas Morczinietz, Jason Ulmer)

0:2 (11:46) Norm Milley (Justin Papineau; Sebastian Furchner)

0:3 (17:49) Ken Magowan (Justin Papineau)

1:3 (27:41) Wade Skolney (William Trew)

1:4 (30:42) Sebastian Furchner (Norm Milley, Marvin Degon)

1:5 (32:41) Jason Ulmer (Sebastian Furchner, Petr Macholda)

1:6 (45:48) Andreas Morczinietz (Norm Milley, Marvin Degon)

1:7 (18:06) Arvids Rekis (Kai Hospelt, Andreas Morczinietz)

Strafminuten: Straubing 12 plus 10 Bassen; Wolfsburg 12

Schiedsrichter: Jablukov (Berlin)

Zuschauer: 3.277


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