1:4 - Ice Tigers entführen verdient drei Punkte aus der TUI-Arena

Scorpions erlegen tapfer kämpfende WölfeScorpions erlegen tapfer kämpfende Wölfe
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Hatte man nach dem Sieg im Nord-Derby noch Hoffnungen, dass es für die Hannover

Scorpions wieder bergauf gehen könnte, wurden diese nur zwei Tage später

wieder zerstört. Die Scorpions mussten sich den clever und überlegen

aufspielenden Nürnberg Ice Tigers mit 1:4 geschlagen geben. Dabei lag man schon

nach dem ersten Drittel mit 0:2 durch zwei schön herausgespielte

Powerplaytore von Martinec (10.) und Trepanier (16.) hinten.

Die Strafzeit vor dem 0:2 wurde zu allem Überfluss auch noch durch eine

kleine Bankstrafe wegen zuvieler Spieler auf dem Eis verursacht.

Es hätte auch gut und gerne bereits 0:3 stehen können, hätte der völlig

frei vor dem leeren Tor stehende Fical den Puck eingenetzt, anstatt ihn

aus kürzester Entfernung kunstvoll über das Tor zu lupfen.

Dieses 0:3 fiel dann in der 30. Minute durch eben jenen Fical, der derzeit seine bisher beste DEL-Saison spielt. Dabei hatte der wieder genesene Ilpo

Kauhanen im Kasten der Scorpions keine Chance.

Die Scorpions konnten durch Augusta in der 45. Minute zwar den

Ehrentreffer erzielen, woraufhin Co-Trainer Jari Pasanen, der immer noch den verletzten Gunnar Leidborg vertreten muss, erstmal eine Auszeit nahm,

aber mehr Zählbares sprang nicht mehr heraus für die Niedersachsen. Stattdessen machten die

Ice Tigers erneut in Überzahl 114 Sekunden vor dem Ende das 1:4 durch

Tallaire.

Überhaupt das Überzahlspiel der Ice Tigers: Einfach traumhaft, wie

leicht, locker und schnell sie den Puck führten und die Scorpions

schwindlig spielten. Die Scorpions haben ja schon mehrfach in dieser

Saison Lektionen in Sachen Powerplay von ihren jeweiligen Gegnern

erteilt bekommen, aber bei keinem bisher sah das so elegant und

konsequent aus wie bei den Ice Tigers.

Bei den Scorpions war wie gewohnt kein erkennbares System beim Spiel mit einem Mann mehr vorhanden.

Dazu kam auch noch der Umstand, dass der Schiedsrichter kein

geringerer als der in der Wedemark/Hannover bereits durch einige

negative Vorkommnisse berüchtigte Petr Chvatal war, der auch diesmal wieder einmal keine Gelegenheit ausließ, sich in Szene zu setzen und sich bei

den nur spärlich erschienenen Scorpions-Fans unbeliebt zu machen.

Ob es nun einige merkwürdige Strafen oder die Tatsache, dass er sage und schreibe drei Toren der

Scorpions aus unterschiedlichsten Gründen die Anerkennung versagte. Beim Ersten soll es sich um Torraumabseits gehandelt haben, dem Zweiten

(23.) soll ein Unkorrekter Körperangriff von Hannovers Röthke vorausgegangen sein und das Dritte nicht gegebene Scorpionstor (57.) ließ die angestauten Emotionen bei Fans und Spielern endgültig überkochen und resultierte in einer handfesten Prügelei zwischen

Hannovers Torschützen Todd Hlushko und Tigers-Goalie Adam Svoboda, an der kurz darauf sämtliche Spieler auf dem Eis teilnehmen wollten. Selbst Ilpo Kauhanen fuhr aus seinem Tor auf die gegnerische Seite zum Ort des

Geschehens, was ihm ebenso wie Hlushko und Svoboda eine Spieldauerstrafe einbrachte, womit alle drei Spieler auf jeden Fall für die nächste Partie gesperrt sind.

Beide Mannschaften mussten dadurch ihre

Ersatz-Torhüter Künast und Lang bringen und in den letzten Minuten gab es noch einige Unfreundlichkeiten zwischen den Spielern, die nun extrem dünnhäutig waren. Der einzige "Profi-Schiedsrichter" der DEL hat es damit wieder einmal auf unnachahmliche Weise geschafft,

eine bis dahin körperlos geführte Partie zu vergiften und sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken. Aber auch ohne Chvatals Unsicherheiten hätten die Scorpions mit

der gestrigen Leistung einen Sieg auch nicht verdient gehabt, Nürnberg

war einfach das bessere Team, was auch Scorpions-Co-Trainer Jari Pasanen bei der Pressekonferenz unverblümt eingestand: "Nürnberg hat verdient

gewonnen. Die Tigers waren immer einen Tick schneller, vor allem im Überzahlspiel. Unser Überzahlspiel war heute einfach katastrophal. Dennoch wurden uns drei Tore geklaut und das ist einfach nur bitter."

Greg Poss munterte seinen Kollegen etwas auf: "Wir wussten, dass es heute

ein schweres Spiel in Hannover wird. Hannover hat wirklich gut und

konzentriert gespielt und auch einige gute Chancen gehabt. Wir sind froh

über die drei Punkte. Jetzt schauen wir nach vorn auf das Spiel gegen

die Kölner Haie."

Äußerungen zur Schiedsrichterleistung wollten aber beide

Trainer nicht abgeben. Für die Scorpions wird es nicht einfacher. Freitag kommt Ingolstadt mit

Marco Sturm, am Sonntag geht es zum Derby bei Aufsteiger Wolfsburg und kommenden Dienstag kommt Hans Zach mit seinen Kölner Haien. Wenn bei diesen drei Spielen

mehr als drei Punkte geholt werden, ist das schon mehr als man nach momentaner Sachlage erwarten kann.

Abschließend noch ein Hinweis an alle Eishockey-Fans in der Region Hannover/Celle, die wieder mal Lust haben, richtiges und vor allem erfolgreiches Eishockey in entsprechender "Back to the Roots"-Atmosphäre

zu sehen: Am Samstag um 18:30 Uhr findet im Mellendorfer Icehouse das Derby in der Verbandsliga Nord zwischen den Wedemark Farmers und den Celle Oilers statt. Wedemark ist mit drei Siegen in drei Spielen mit 22:9 Toren unangefochtener Tabellenführer. Es gibt viel Party um das

Spiel herum und der in der TUI-Arena schmerzlich vermisste Eric Haselbacher macht wieder den Stadionsprecher. Ein Event nicht nur für Nostalgie-Fans.

(S. Palaser)


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