11 Tore! Mannheim gewinnt hart umkämpftes DuellSpitzenpartie in Nürnberg

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„Mannheim!“ Stefans Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen. Dabei lautete die Frage: „Welcher Derby-Gegner reizt dich am meisten?“ Doch für den Ice-Tigers-Fan steht fest: Die Duelle mit den Adlern sind nicht zu toppen. Da könne kein bayrischer Gegner mithalten, nicht einmal Ingolstadt.

Zu tief sitzt der Schmerz, den die Adler den Ice Tigers im Meisterschaftsfinale 1999 zugefügt haben. Doch dem nicht genug: 2007 legten die Mannheimer noch einen drauf. Denn auch ihren zweiten Vizemeistertitel haben die Franken den Kurpfälzern zu verdanken, so dass die „Leidenschaft“ zwischen den beiden Standorten noch tiefer brannte und bis heute brennt. Nürnberg, Mannheim – eine Rivalität mit Kultstatus.

Rivalen... und Freunde

Rivalität auf der einen, Freundschaft auf der anderen Seite. Während die Mannheimer den Gästeblock gut ausfüllten, erhielten die Ice-Tigers-Fans Unterstützung in den eigenen Reihen. Knapp 100 Freezers-Fans waren angereist, um ihre fränkischen Freunde zu besuchen – einen Monat später als geplant. „Eigentlich wollten wir schon zum ersten Saisonspiel am 16. September nach Nürnberg kommen“, erklärt Torsten Gaertig, der die Busfahrt organisierte. Aber dann lud die DEG die Hamburger nach Düsseldorf ein. Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Und so fand das Treffen eben nicht gegen Augsburg, sondern gegen Mannheim statt.

Wie ist die Freundschaft zwischen den beiden Fanlagern eigentlich entstanden? „Das weiß ich gar nicht so genau“, gesteht der 51-Jährige, „wir waren uns einfach gleich sympathisch. Dazu haben wir den Nürnbergern so viel zu verdanken. Sie haben uns immer unterstützt.“ So auch in der Sommerpause, als die Hamburger das Aus des Vereins eiskalt erwischt hatte. Und die Wunden sind noch nicht verheilt: „Wenn ich Brett Festerling im Nürnberger Trikot oder David Wolf bei den Mannheimern sehe…“, Torsten steigen die Tränen in die Augen.

Auch Freezers-Fan Hermann trauert um seinen Klub. An Eishockey mangelt es ihm und seiner Familie aber nicht. Mit seiner Frau Sylvia und seinem 14-jährigen Sohn Jan, der bei den HSV-Schülern spielt, ist er derzeit auf DEL-Ferientour. „Am Freitag waren wir in Wolfsburg. Nach Nürnberg sind München und Straubing an der Reihe“, berichtet der Reisende, der sich mit Mannheim keinen besseren Gegner hätte aussuchen können.

Hart aber fair

Die Zuschauer erwartete am Sonntag nämlich ein hochkarätiges Spiel mit vielen Toren. Auf das eine oder andere hätte Sean Simpson dabei gerne verzichtet: „Fünf Gegentore sind einfach zu viel“, erkannte der Adler-Coach, „aber der Wille der Mannschaft war da, um immer wieder zurückzukommen.“ Dreimal gingen die Franken in Führung, bauten diese zwischenzeitlich sogar aus. Doch die Gäste waren nicht aus dem Spiel zu bringen. Die Mannheimer holten immer wieder auf und schnappten sich dazu am Ende den Zusatzpunkt.

Dennoch sieht Rob Wilson das verlorene Match nicht nur negativ: „Mit der Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, bin ich sehr zufrieden.“ Dass die Heimbilanz der Franken allerdings noch zu wünschen übrig lässt, weiß der Nürnberger Cheftrainer. Doch an dieser können die Ice Tigers ja bereits am kommenden Freitag weiterarbeiten – gegen die Schwenninger Wild Wings.

Das Spiel im Überblick:

Tore: 1:0 (1.) Vladislav Filin, 1:1 (5.) David Wolf, 2:1 (14.) Patrick Reimer, 3:1 (21.) Yasin Ehliz (PP1), 3:2 (23.) Marcel Goc, 4:2 (26.) Brandon Segal, 4:3 (31.) Marcel Goc, 4:4 (33.) Brent Raedeke, 5:4 (35.) Patrick Reimer, 5:5 (48.) David Wolf, 5:6 (61.) Sinan Akdag

Strafen: Nürnberg 0, Mannheim 4

Schiedsrichter: Daniel Konc, Daniel Piechaczek

Zuschauer: 5.198