1000. Heimspiel erinnert an bessere Zeiten

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Vor dem Spiel gegen die Iserlohn Roosters erwiesen die Haie gleich fünf ehemalige Spieler die Ehre: Die Banner der Kölner Legenden Peppi Heiss, Jörg Mayr, Ralf Philipp, Miro Sikora und Robert Müller fanden ihren würdigen Platz unter dem Hallendach; die Rückennummern 1, 6, 8, 11 und 80 werden von den Haien fortan nie mehr vergeben. Wie es sich gehört, begann die Zeremonie mit der einstigen und ewigen Kölner Nummer 1, Peppi Heiss. Die Erinnerungen an Heiss & Co. glichen den Erinnerungen an bessere Zeiten des Kölner Eishockeys. „I remember the times, the times that we had“, sang Nana symbolträchtig im Hintergrund. Und weiter: “I wish I could turn back the time”. So mancher Anhänger des KEC sehnte sich beim Anblick der Bilder von damals sicherlich zurück in die Zeiten, als Köln wahrhaftig noch die Macht am Rhein war. Und auch die neue Hymne der Kölner erinnerte mit den Worten „KEC, du sollst ewig Deutscher Meister sein“ an bessere Zeiten.


Der letzte Titelgewinn des KEC stammt aus dem Jahr 2002. Seit 2008 haben die Haie deutlich ihre Spur verloren. Der finanzielle Hilferuf im Frühjahr dürfte dabei der Tiefpunkt gewesen sein. Klar, dass man in Zeiten, in denen selbst etablierte Vereine plötzlich spurlos aus dem Profi-Eishockey verschwinden, alles tut, um wieder zu den erfolgreichen Wurzeln zurückzukehren. Dabei verstehen es die Haie-Verantwortlichen, sich wieder mehr um die Fanbasis zu bemühen – auch abseits von Frisbee-Werfen und Torwandschießen. So wurden nach dem Spiel gegen Iserlohn die Kinder explizit aufgefordert, für die Ehrenrunde zum Abklatschen auf die Spielerbänke zu kommen. Die Kampagne „Wir sind Haie“ ist mit einer gehörigen Portion Lokal-Patriotismus versehen und soll Fans und Mannschaft ein neues, altes Wir-Gefühl vermitteln.


Keine Frage aber: Das beste Mittel, um Enthusiasmus und Leidenschaft zu schüren sind auch bei Traditionsvereinen Siege auf dem Eis. Abgesehen vom generellen Rückgang der Zuschauerzahlen in der Liga, ist die enttäuschende Zuschauerzahl der Kölner von heute auch der sportlichen Leistung der Mannschaft geschuldet. Für die aktuelle Saison sind die Karten aber noch lange nicht gelegt. Auch ein späterer Meister kann im Herbst noch auf dem letzten Tabellenplatz spielen. Der erleichternde 5:2-Sieg der Haie gegen die Roosters und die Erinnerungen an siegreiche Zeiten dürften den Haie-Fans bewiesen haben, dass sich ein Besuch in der Arena auch in Zukunft lohnen wird. Und vielleicht ist der KEC ja jetzt wieder auf Kurs und bereit, Geschichte zu schreiben.



Stimmen zum Spiel:


Bill Stewart, Trainer Kölner Haie: „Ich denke beide Mannschaften haben heute sehr hart gearbeitet. Wichtig war für uns heute das Spiel ohne Scheibe. Auch in Unter- und Überzahl waren wir sehr stark. Die letzte 23 tage waren mental sehr hart für uns. Deshalb bin ich sehr stolz auf meine Mannschaft, weil keiner von ihnen aufgegeben hat und wir uns nicht darum gekümmert haben, was alle anderen gesagt haben.“


Uli Liebsch, Trainer Iserlohn Roosters: „Ich denke, das war heute kein 5:2-Spiel. Wenn wir am Schluss das dritte Tor schießen – ich habe mir das Video noch ein paar Mal angeschaut und kann nicht sehen, dass Paddock im Torraum stand – dann ist alles möglich. Im ersten Drittel mussten wir oft dezimiert agierten, im zweiten Drittel haben wir die Tore zu leicht hergegeben. Im dritten Drittel hat meine Mannschaft nicht aufgesteckt, sondern weiter hart gearbeitet. Wir hatten auch noch gute Torchancen, aber der Kölner Torwart hat stark gehalten.“


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