Zeit für einen NeuanfangKommentar zur DEB-Wahl

Franz Reindl (links) und Uwe Harnos. Grafik: Carsten Schürenberg und ihp24Franz Reindl (links) und Uwe Harnos. Grafik: Carsten Schürenberg und ihp24
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Zwei Kandidaten stehen zur Wahl: Uwe Harnos und Franz Reindl. Angesichts der massiven Kritik, die Uwe Harnos in den letzten Jahren entgegengebracht wurde, scheint es verwunderlich, dass sich Harnos selbst überhaupt noch zur Wahl stellt und dass mindestens zwei große Landesverbände seine Wahl favorisieren.

Die Bilanz ist desaströs. Nach der starken Heim-WM 2010 rauschte das deutsche Nationalteam nach schlimmen Leistungen erst in der Weltrangliste nach unten, verpasste so die direkte Olympia-Teilnahme und scheiterte danach auch in der Qualifikation. Wäre es nur ein sportliches Scheitern, wäre alles halb so wild. Doch zumindest langfristig sind Fördermittel vom sportlichen Erfolg auf olympischer Ebene abhängig. Das Präsidium hatte damals unter anderem die Bundestrainerfrage zu verantworten.

Keiner weiß in der Öffentlichkeit wirklich, wie es um die Finanzen des DEB bestellt ist, weil die Transparenz fehlt. Der Streit zwischen Harnos und den Zweitligisten eskalierte im vergangenen Sommer, nun gibt es große Unsicherheit in der Oberliga, weil es Alleingänge seitens des DEB gibt. Zu allem Überfluss soll das Förderlizenzmodell angeblich zu scheitern drohen, das es DEL-Klubs ermöglicht, Talente sowohl in der zweiten Liga als auch in der Oberliga einzusetzen. Vorherige Absprache mit den Vereinen? Ein Diskussionsansatz in der Öffentlichkeit? Wieder einmal Fehlanzeige! Dieses Verhalten ist eines Präsidenten eines deutschen Spitzenverbandes nicht würdig.

Harnos‘ Tätigkeit als Rechtsanwalt für den DEB kommt noch oben drauf.

Das Vertrauensverhältnis vieler Klubs zum DEB-Präsidenten scheint gestört zu sein. Auch einige Landesverbände wenden sich ab.

Es gab in Sport und Politik schon geringere Anlässe für einen Rücktritt!

Ein wirklicher, sachlicher Neuanfang, der das deutsche Eishockey modernisiert, auf gesunde Füße stellt und eine Perspektive für die Zukunft bietet, ist nur mit einem neuen DEB-Präsidium möglich. Der einzige Gegenkandidat heißt Franz Reindl – also muss er gewählt werden.

Zwar war er auch jahrelang in verantwortlicher Position für den DEB tätig, doch es muss wieder eine Atmosphäre des Vertrauens und des Miteinanders hergestellt werden, sonst droht dem deutschen Eishockey noch größerer Schaden als bisher.

Sollte Reindl gewählt werden, muss er sich allerdings an den großen Erwartungen und Aufgaben messen lassen, die dann vor ihm lägen: Ein gesundes Verhältnis zwischen den Profiligen, den Oberligen und den Amateur-Spielklassen. Eine bessere Förderung des Nachwuchses und letztlich mehr Qualität für die deutsche Nationalmannschaft – von den „U-Teams“ bis zum A-Team. Entscheidend dafür ist eine finanzielle Konsolidierung.

Um es kurz und knapp zu sagen: Die Zeit eines „Weiter so“ ist längst vorbei. Die Ära Harnos hat viel zu viel Porzellan zerschlagen. Es ist Zeit, dass dies endlich endet!


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