WM-Splitter: Traumfinale vorgezogen

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Freude und Stolz beim dänischen Coach Hans Eller, der nach vierjähriger Tätigkeit Rödovre verlässt. “Ich bin der erste dänische Trainer, der einen Job in einem höherklassigen schwedischen Team erhalten hat.” Eller, der schon als Assistenztrainer an der Bande der dänischen Nationalmannschaft stand (Chef war damals Dan Hobér/früher BSC Preussen und Ratinger Löwen), wird bei Troja Ljungy in der schwedischen ersten Liga (hinter der Elitserien die zweithöchste Spielklasse) in ein paar Wochen seine Arbeit aufnehmen. Nicht gut zu sprechen war Eller auf Leonids Tambijevs. “Er war kein Mannschaftsspieler und hatte nicht selten Starallüren. Ich hatte viel Arbeit mit ihm”, urteilte er über den ehemaligen Stürmer der Iserlohn Roosters.

Göteborg scheint eine Fußballstadt zu sein. Waren beim Lokalmatch der zweitgrößten Stadt zwischen IFK und Frölunda noch mehr Zuschauer als beim Hauptstadtderby von Djurgarden gezählt wurden, so sieht es beim Eishockey bescheiden aus. Noch nicht einmal das gestrige Halbfinale gegen die Slowaken war ausverkauft. Jetzt sind die Straßen rund um das Scandinavium natürlich gesäumt von Schwarzhändlern, die verzweifelt versuchen, ihre Tickets an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Es ist jedes Mal das gleiche bei einer Weltmeisterschaft: Kaum ist das heimische Team (falls es vor dem Turnier Ambitionen hatte; das muss für das Vorjahr natürlich relativiert werden) im Wettbewerb gescheitert, wird es für einige Fremde schwierig, das zu erhalten, was vorher selbstverständlich war. So prüfte heute der Busfahrer ganz genau die Akkreditierungskarte (auch Hundemarke genannt) eines deutschen Journalisten und betrachtete sie von allen Seiten, um sich dann erklären zu lassen, dass Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln frei seien. Bis dahin hatte kein Kollege Probleme, unentgeltlich Bus oder Bahn zu benutzen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. “Jetzt haben die Schweden und Finnen nun doch ihr Traumfinale!”, spottete einer, der seinen Namen hier nicht wiederlesen möchte. “Sie konnten aber vor lauter Ungeduld den Samstag nicht abwarten und haben ihr Derby einen Tag vorgezogen.”