WM-Splitter: Keiner kennt Hejduk

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Die packende DEL-Finalserie, die die ohnehin schmale Vorbereitungszeit zahlreicher Akteure noch kürzer werden ließ, schien am neuen DEB-Präsidenten Hans-Ulrich Esken spurlos vorbeigegangen zu sein. Jedenfalls ist im anscheinend nur Eingeweihten zugegangenen DEB-Guide unter anderem in Eskens Vorwort zu lesen: “... Wochen intensiver Vorbereitung liegen nun hinter uns. Bundestrainer Hans Zach und seine beiden Assistenten Ernst Höfner und Bernhard Englbrecht haben wieder hervorragende Arbeit geleistet. So haben sie in den vergangenen Wochen wieder einigen jungen Spielern die Chance gegeben, ´Nationalmannschaftsluft´ zu schnuppern und Erfahrung auf internationaler Ebene zu sammeln...” Die laut Esken intensive Vorbereitung erschöpfte sich in ein, zwei Trainingseinheiten vor dem WM-Turnier für die Finalteilnehmer Mirko Lüdemann, Andreas Renz, Andreas Morczinietz, Eduard Lewandowski, Tino Boos, Robert Müller, Christian Ehrhoff sowie Daniel Kunce, deren Vorbereitung in Anreise und Training bestand, wobei lediglich Lewandowski das letzte Testspiel gegen Weißrussland in Berlin mitmachte. Das sind acht Spieler oder rund 36 Prozent eines Teams, Herr Präsident!

Die Preise für unentbehrliche Nahrung eines Eishockeyfans sind in der Hartwall-Areena einigermaßen erschwinglich. So kostet ein halber Liter Lapin Kulta (das einheimische Bier ist durchaus zu empfehlen) 3,50 Euro, während man für ein Stück Pizza 4,50 und einen Hot Dog 2,50 Euro berappen muss.

Ein “dicker Hund” ereignete sich gestern bei der Akkreditierung von Milan Hejduk, dem NHL-Topscorer von Colorado Avalanche. Der 27-jährige Rechtsaußen, der schon mehrfach in der härtesten Liga der Welt ausgezeichnet wurde, wäre beinahe hinter “schwedischen Gardinen” gelandet! Im Eishockeyland Finnland kannte keiner der Ordner den Weltstar, der, begleitet von seinem Manager, Einlass in die Kabine seines Teams begehrte. Auch der eiligst herbeigerufene Ordnerchef gab sich trotz des mittlerweile vorliegenden Reisepasses wie ein Bullenbeißer und ließ den nur im T-Shirt erschienenen Hejduk bei zwei Grad Außentemperatur “frieren wie einen Schneider”. Erst Jukka-Pekka Vuorinen vom Exekutiv-Komitee in Helsinki klärte die Sache auf. “Security-Leute haben bei uns den Status von Polizisten”, wurden die tschechischen Offiziellen aufgeklärt. “Vielleicht schießt Hejduk ja das entscheidende Tor. Dann kennt wohl jeder in Finnland unseren Milan”, grinste Medienchef Pavel Bárta vom tschechischen Verband. - Und wie jedes Jahr das Spielchen, wer ist der älteste usw.? Der älteste Spieler ist der ukrainische Verteidiger Walerij Schirjajew vom schweizerischen A-Nationalligisten EV Zug; der Mann mit der Nummer 14 wurde am 26. August 1963 geboren. Der jüngste Crack ist der Schweizer Stürmer Patrik Bärtschi von den Kloten Flyers; er erblickte am 20. August 1984 das Licht der Welt. Stolze 108 Kilo bringt der 21-jährige lettische Stürmer Janis Sprukts auf die Waage. Dagegen wiegt das 19-jährige tschechische Supertalent Jiri Hudler, das beim russischen Renommierverein AK Bars Kasan (dem Klub Jan Bendas) seine Semmeln verdient, gerade ´mal 72 kg. Keine Mannschaft außer der österreichischen hat einen Zweimeter-Mann. Der “abgebrochene Riese” heißt André Lakos, misst stattliche 2,03 m, ist 23 Jahre alt und spielt bei den Vienna Capitals in Wien. Igor Karpenko, Torwart bei den Ukrainern, der gestern beim 3:9 gegen Weltmeister Slowakei nach dem sechsten “Einschlag” an Stelle von Konstantin Simtschuk eingewechselt wurde, kommt nur auf 1,71 m, was seiner gestrigen guten Leistung aber keinen Abbruch tut.