WM-Debütant Michael Wolf schlägt ein

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Der Iserlohner Stürmer Michael Wolf hat für die WM in Russland im dritten Anlauf das Vertrauen von Bundestrainer Uwe Krupp bekommen, er zahlt es ihm mit tollen Leistungen auf dem Eis zurück.

„In den letzten zwei Jahren habe ich immer am letzten Tag vor der Nominierung zu Michael Wolf gesagt, dass es diesmal noch nicht soweit ist und er weiter an sich arbeiten soll. Jedes Mal habe ich mich später über diese Entscheidung geärgert“, blickt Uwe Krupp zurück.

Konsequent, wie es der Stil des früheren NHL-Haudegens ist, positionierte er sich diesmal frühzeitig für den Stürmer. Es war die richtige Entscheidung, wie die ersten vier Spiele in Mytischtschi beweisen konnten.

Michael Wolf hat bislang für drei ganz wichtige Tore gesorgt, kommt dazu auf drei Assists und bildet mit Philipp Gogulla und Michael Hackert die gefährlichste deutsche Sturmreihe. Uwe Krupp sagt: „Er hat den Willen und nutzt seine Statur. Er ist genau der Spieler, den wir brauchen.“

Michael Wolf, der bislang bei der WM die beste Plus-Minus-Statistik im deutschen Team hat (+2), übt sich selbst in Bescheidenheit. Er sei mit sich „soweit zufrieden“, die Siege gegen Norwegen und gegen die Tschechische Republik würden nicht nur an seiner Reihe liegen, sondern am ganzen Team. Das Erfolgsrezept, das ihn mit seinen beiden Kollegen so gefährlich macht, beschreibt er mit ganz einfachen und plausiblen Worten: „Wir passen gut zusammen, jeder arbeitet für den anderen.“

Das ist seiner Meinung nach auch der Schlüssel für das gesamte Team. „Wir haben eine sehr gute junge Truppe, wo jeder seinen Job macht und jeder kämpft.“

Der 26-Jährige selbst steht mit beiden Beinen auf dem Boden. Als er nach dem Sensationssieg gegen die Tschechische Republik von internationalen Journalisten zu einer möglichen Medaille befragt wurde, relativierte er die Erwartungen: „Das ist als Ziel schon etwas zu hoch.“

Auch mit dem Traum vom Viertelfinale geht er vorsichtig um. „Wir haben jetzt erst einmal gegen die Tschechen eine Überraschung geschafft. Im Viertelfinale waren wir früher, natürlich ist es das, wo wir irgendwann wieder gerne hinwollen.“

Entsprechend beschreibt er die USA am Samstag als einen schweren Gegner, sieht die DEB-Auswahl mit Weißrussland am Montag allerdings auf Augenhöhe. Das Motto für diese beiden verbleibenden Spiele ist für ihn klar: „Wir wollen jetzt einfach so weiterspielen.“