„Wir greifen noch richtig an!“Frank Mauer im Interview

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Herr Mauer, zum Sieg kann ich Ihnen leider nicht gratulieren, aber natürlich zu Ihrem Geburtstag. Viel Zeit zum Feiern hatten Sie allerdings nicht wirklich.

Danke. Nein, mehr als Gratulationen gab es erst einmal nicht. Morgen ist ja auch schon das nächste Spiel. Aber so langsam gewöhn ich mich daran. Es ist jedes Jahr das Gleiche mit diesem 12. April. Entweder bin ich mit der Nationalmannschaft unterwegs oder ich spiele mit den Adlern in den Play-offs. Doch am Sonntag werde ich zu Hause mit Freunden etwas feiern. Das muss schon sein, wenn man 25 wird. Es wird aber eher eine gemütliche Feier.

Weil Sie möglicherweise nächste Woche schon wieder mit der Nationalmannschaft auf dem Eis stehen?

Das weiß ich noch nicht. Ich denke, wir bekommen am Montag oder Dienstag Bescheid, wer gegen Schweden in den Kader geholt wird. Doch Pat Cortina wird schon die richtige Entscheidung treffen, wer auf welche Position am besten passt und eingesetzt wird.

Die Auswahl ist jedenfalls groß. Während das DEB-Team gegen Weißrussland noch ohne Sie und Ihre Mannheimer Kollegen aufgelaufen ist, standen gegen Tschechien acht Adler auf dem Eis. Nach dem DEL-Play-off-Finale werden die Nationalspieler der Kölner Haie und Eisbären Berlin dazustoßen, so dass sich der Kader erneut verändert. Wie kann sich eine Mannschaft bei diesem Spielerwechsel vernünftig auf eine WM vorbereiten? Und dann wären da ja noch die NHL-Stars, die möglicherweise ab Mai zur Verfügung stehen.

Das ist wirklich nicht so leicht. Wir müssen uns immer wieder neu finden. Doch daran wird sich leider nichts ändern. Und den anderen Nationen geht es ja nicht anders. Es ist aber auch so, dass man sich immer besser anpasst, je öfter man zum Einsatz kommt. Und wenn die nächsten Spieler dazukommen, versuchen wir, diese ebenso gut zu integrieren.

Zwei Monate ist es her, dass die Nationalmannschaft bei der Qualifikation für Sotschi ihren Tiefpunkt erreichte. Die Olmypischen Spiele finden 2014 erstmals in der DEB-Geschichte ohne deutsche Beteiligung statt. Wie tief sitzt der Stachel und wie ist die Stimmung im Team?

Das war für uns alle ein Nackenschlag! Egal, ob man selbst gespielt oder das Ganze im TV mitverfolgt hat. Das war ein herber Rückschlag für das deutsche Eishockey. Wir haben es nicht geschafft, den Aufbruch zu nutzen und fortzuführen. Statt nach vorne, gingen wir einen Schritt zurück. Doch wir sind immer noch eine gute Nation. Wir müssen jetzt einfach versuchen, wieder das zu erreichen, was wir 2010 geschafft haben. Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Es muss nur umgesetzt werden.

Schritt für Schritt zum Erfolg und in Richtung Helsinki. Am 3. Mai beginnt die Eishockey-Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden. Bis dahin stehen noch fünf Testspiele an. Die drei Partien der Euro Hockey Challenge im April gingen alle verloren. Doch trotz der jüngsten 1:3-Niederlage gegen Tschechien ist Pat Cortina mit der Entwicklung der Mannschaft zufrieden. Nur die Chancenverwertung, speziell in Überzahl, lässt zu wünschen übrig.

Ja, das war heute keines unserer besten Spiele. Aber das Team muss sich erst noch finden. Das etwas andere System von Pat Cortina braucht eine gewisse Eingewöhnungszeit. Gerade in Überzahl fehlt noch der entsprechende Mechanismus. Doch man darf auch nicht vergessen, dass wir uns mitten in der Vorbereitung befinden. Wichtig ist, dass wir unser bestes Eishockey bei der WM spielen. Bis dahin ist genügend Luft nach oben und dann greifen wir auf jeden Fall richtig an.

Bis zum nächsten Match gegen „Favorit“ Tschechien in nicht einmal 24 Stunden wird sich aber nicht mehr allzu viel verbessern lassen. Oder doch?

Das weiß man nicht. Vielleicht spielen die Tschechen diesmal auch anders und nicht selten wird ein Spiel durch Kleinigkeiten entschieden. Wir werden auf jeden Falls versuchen, ihnen Paroli zu bieten!

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