Bekommt Deutschland ein Traumduo? U20-WM

Tobias Rieder und Dominik Kahun bei der U20-WM in Russland. (Foto: Kristian Kvasnica - slovakprospects.com)Tobias Rieder und Dominik Kahun bei der U20-WM in Russland. (Foto: Kristian Kvasnica - slovakprospects.com)
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In der DEL würden diese wahrscheinlich auf der Ersatzbank landen und hoffen, dass sie spielen dürfen. In der Nationalmannschaft ist es aber auch nicht üblich, dass so junge Spieler dabei sind. Gerade in der U20, die als „Fahrstuhlmannschaft“ bekannt ist, sollten doch die besten und erfahrensten auf dem Eis stehen, die Deutschland zu bieten hat. Wieso also hat Bundestrainer Ernst Höfner gerade Frederik Tiffels,  Dominik Kahun und Leon Draisaitl eingeladen?

Die  ersten beiden Spiele gegen Kanada und die USA haben jedoch gezeigt, wieso: Denn gerade Dominik Kahun und Leon Draisaitl konnten mit den Fast-Profis aus Nordamerika nicht nur mithalten, sondern auch teilweise besser spielen. Somit bilden sie – zusammen mit Tobias Rieder – das beste Trio der Nationalmannschaft.

Zwar spiegelt  sich dies aktuell noch nicht in erspielten Punkten wider, das Turnier ist aber noch lang, und auch wenn es in diesem Jahr nicht viele Tore geben sollte, so könnte aber für die Zukunft  ein „Zauberduo“ oder eben auch Trio gefunden worden sein.

Die Kommentatoren des kanadischen Senders TSN fanden ebenfalls nur lobende Worte für beide. Draisaitl wurde „German Gretzky“ genannt, Kahun wurde „viel Talent“ attestiert.

Letzterer lernte das Eishockeyspielen in Tschechien, genauer gesagt in Marienbad. Dort verbrachte er seine ersten Eishockeyjahre. Danach ging es über Weiden noch einmal zurück nach Marienbad,  um dann in der Mannheimer Jugend zu landen. Leon Draisaitl wurde in Köln geboren und erlernte dort das Eishockeyspielen.

Kahun wechselte zur Saison 2008/09 nach Mannheim, Leon Draisaitl  ein Jahr später. Von da an spielten sie zusammen von der Schüler-Bundesliga bis hin zur DNL für Mannheim. In jedem Jahr waren beide in einer Reihe und verantwortlich für unzählige Tore und Assists. „Wir verstanden uns blind“, sagt Kahun über die gemeinsame Zeit. Seit dem Umzug nach Nordamerika sei es zwar ein wenig eingerostet, doch die Basis entwickelt sich wieder. In Kanada sehen sich die beiden aber leider nicht. Draisaitl ging in die Western Hockey League zu den Prince Albert Raiders und Kahun in die Ontario Hockey League zu den Sudbury Wolves. Kahun gewann vor der Saison mit den Sudbury Wolves das Turnier um die sogenannte Club-Weltmeisterschaft im russischen Omsk und kam in sechs Spielen auf vier Punkte (1 Tor und 3 Assists).

Die Teams könnten höchstens im Finalturnier (Memorial Cup) von OHL, QMJHL und WHL aufeinander treffen. Dafür müssten sich die Sudbury Wolves mit Dominik Kahun aber noch einwenig steigern, um den langen Weg dorthin zu überstehen. Aktuell sind sie Achter ihrer Conference in der OHL. Die Raiders und Draisaitl liegen mit 51 Punkten auf Platz zwei der Eastern Conference in der Western Hockey League. Allerdings nur, weil sie in ihrer Division Erster sind. Ansonsten würden sie, durch einen fehlenden Punkt, auf Platz drei abrutschen.

Als Neulinge in ihren Ligen gehören beide zur oberen Spitze. Dominik Kahun hat 25 Punkte in 32 Spielen gemacht und liegt auf Platz acht. Jedoch sind es nur vier Punkte zu Platz drei. Zudem hat Kahun unter den Top-Ten-Rookies am wenigsten Spiele absolviert, nämlich nur 32. In der WHL sieht es für Leon Draisaitl ein wenig besser aus. Durch seinen vierten Platz gehört er zu den besten Neulingen der Liga. Er fuhr in 33 Spielen 28 Punkte ein.

Kahun ist für den NHL-Draft 2013 berechtigt, Draisaitl hingegen erst 2014 und schon jetzt glauben viele Experten an eine Platzierung in der ersten Runde des Drafts. Doch dies ist noch ein langer Weg und bis dahin haben die beiden sicher auch noch oft genug Gelegenheit, in der Nationalmannschaft zusammenzuspielen. Und wer weiß, mit ein wenig Glück draftet auch dasselbe Team die beiden.