U20 muss bei der WM in die RelegationGegen den Abstieg

Vor der Berufung zum Bundestrainer? Münchens Coach Pat Cortina - Foto: STOCK4pressVor der Berufung zum Bundestrainer? Münchens Coach Pat Cortina - Foto: STOCK4press
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Die U20-WM steht dieses Jahr für das deutsche Team unter keinem guten Stern. Es begann schon in der Vorbereitung, als Stefan Loibl, der eigentlich fix verplant war, verletzungsbedingt wieder nach Hause fliegen musste. Doch ob er alleine die Gruppenspiele positiver gestalten hätte können, sei dahingestellt. Die Kommentatoren von Kanadas führendem Sportsender TSN fanden hingegen viel tiefergehende Gründe. Bei den Liveübertragungen prangerten sie offen an, dass neun Importspieler in der DEL deutlich zu viel sind, da diese den deutschen Spielern schlichtweg die Plätze nehmen. Zudem gibt es keine vernünftige Nachwuchsliga in der junge Spieler ausreichend Spielpraxis sammeln können.                                     

Der Turnierstart sah gleich zwei große Brocken für unser Team vor. Im ersten Spiel setzte es eine 0:4-Niederlage gegen Gastgeber Kanada und gegen sehr starke Amerikaner bezog man eine 0:6-Klatsche. Am dritten Spieltag stand das wichtige Match gegen die Slowakei an. Darauf setzte man die größte Hoffnung. Doch im Nachhinein ist die 2:5-Niederlage eigentlich egal, denn selbst mit einem Sieg hätte es am Ende nicht gereicht. Anders im letzten Spiel gegen überraschend schwache Finnen. Denn hätte man dieses Spiel gewonnen, hätte man im Viertelfinale gestanden und die Finnen müssten nun in die Ausscheidungsduelle. Doch auch hier war nichts zu holen und man verlor auch das vierte Spiel, diesmal 0:2.

Damit ist man am Ende der Gruppenspiele das einzige Team, das keinen Punkt auf dem Konto hat. Wenn man auf die Statistiken sieht, wird das Problem schnell klar. Man schießt einfach keine Tore. Bei 85 gezählten Schüssen und daraus zwei resultierenden Toren, beide durch Frederik Tiffels, lohnt sich die Errechnung der Chancenverwertung kaum.

Hinten schlug es dagegen 17 Mal ein, nur die Schweizer müssten den Puck öfter aus dem Netz holen. Den Torhütern kann man hier jedoch keinen Vorwurf machen, denn sowohl Kevin Reich, als auch Ilya Sharipov zeigten stets gute Leistungen. Beide waren je einmal zum besten Spieler ihres Teams gewählt worden.

Eine Pause gab es jetzt jedoch keine. Am Silvesterabend war man erst etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht zurück im Hotel und viel mehr Zeit, als kurz mit einem Glas Sekt anzustoßen war nicht. Denn etwa gegen 4:30 Uhr hieß es schon wieder aufstehen und mit dem Bus zum Flughafen. Die Reise ging nach Toronto, wo die Regelationsspiele gegen die Schweiz im Air Canada Centre stattfinden werden.

Die Schweizer finden sich eher überraschend in der Relegation und das obwohl man vier Punkte sammeln konnte. Nach einem 5:2-Sieg über die Tschechei wähnte man sich schon im Viertelfinale. Gegen Russland bekamen die Eidgenossen mit 0:7 jedoch klar die Grenzen aufgezeigt. Das Spiel, das den deutschen Gegner in die Relegation brachte, war die überraschende 3:4-Niederlage nach Penaltys gegen die Dänen, die nun ihrerseits im Viertelfinale stehen. Zum Abschluss ging es gegen die Schweden, wo schon ein Wunder hätte helfen müssen. Die Punkte gingen nach einem 2:5-Niederlage jedoch erwartungsgemäß an die „Tre Kronor“.

Beachten bei den Schweizern müssen die Spieler von Pat Cortina vor allem Timo Meier, der in der QMJHL bei den Halifax Mooseheads zweitbester Scorer ist und Kevin Fiala, der 2014 in Runde eins auf Platz elf von den Nashville Predators gedraftet wurde und momentan bei HV71 Jönköping in der höchsten schwedischen Spielklasse spielt.

Größtes Plus des deutschen Teams sind wohl die Torleute, denn an ihre Werte kommen die Schweizer Torsteher nicht heran. Die Schweizer haben gar das schwächste Torhütergespann.

Entscheidend können auch die Specialteams werden. Die Schweizer spielen mit 13,33 Prozent eine passable Überzahl, wogegen es bei den Deutschen nur 7,14 Prozent sind. Im Penaltykilling sieht das Blatt jedoch anders aus. Hier liegen die Schwarz-Rot-Goldenen mit 81,25 Prozent vorne. Die Eidgenossen schaffen nur 55,56 Prozent ihrer Unterzahlen ohne Gegentor zu überstehen. Zudem sind die Schweizer die Mannschaft mit den meisten Strafen. Ganze 73 Minuten wurden bisher gesammelt. Das deutsche Team rangiert mit 44 Minuten auf Rang vier der Statistik.

Neu ist die Situation nicht. Bei der WM 2014 konnte man sich in drei Spielen gegen Norwegen durchsetzen. 2013 spielte man keine Serie, sondern eine Abstiegsrunde und verwies Lettland auf den Abstiegsplatz. Die Schweiz endete 2014 auf Rang sieben und 2013 auf Platz sechs.

Das erste Spiel der Best-of-Three-Serie findet am Freitag um 17.00 Uhr unserer Zeit statt. Runde zwei steigt in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 01.00Uhr und falls ein drittes Spiel nötig sein sollte, wäre das am Montag um 17.00Uhr.

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