Slowakei – Russland 4:3 (2:0,1:1;1:2) – Slowakei zum ersten Mal

Berlin Capitals - Back to the RootsBerlin Capitals - Back to the Roots
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Mit einem würdigen und spannenden Finalspiel ging die 66. Eishockey-Weltmeisterschaft in Schweden zu Ende. Zum ersten Mal überhaupt holte die Slowakei in ihrer noch jungen Geschichte den Titel, während nach einem packenden Duell den Russen nur die Silbermedaille bleibt. Die Euphorie im Land des neuen Weltmeisters kannte keine Grenzen. Über 3.000 Fans waren extra zum Finale aus der Heimat angereist, unter ihnen auch Staatspräsident Rudolf Schuster. Was dagegen zuhause in der Slowakei nach dem glücklichen Siegtreffer durch Peter Bondra in der 59. Minute los war, ist kaum zu beschreiben. Wahrscheinlich wird der 11. Mai zum neuen Nationalfeiertag.

Aber der Reihe nach: Schon nach 22 Sekunden ließen sich die Russen durch Lubomir Visnovsky, der einen Pass von Stümpel unhaltbar verwertete, überraschen. Noch im ersten Spielabschnitt folgte der erste Streich von Peter Bondra, ein perfektes Zuspiel von Miroslav Satan zimmerte er zum 2:0 in die Maschen. Die Russen schienen geschockt und hatten zu diesem Zeitpunkt nicht viel entgegen zusetzten. Sie benötigten die erste Pause, um ihre Kräfte neu zu sammeln und kamen in der 24. Minute durch Sushinski zum Anschlusstreffer. Jetzt fighteten sie zurück und waren dem Ausgleich mehrmals sehr nahe. Überraschend erhöhte jedoch Satan zunächst auf 3:1, sein harmloser Schuss wurde vom Schlittschuh eines russischen Verteidigers unhaltbar für Sokolov abgefälscht.. Etwas glücklich zu diesem Zeitpunkt.



Aber erneut kam die „Sbornaja“ voller Tatendrang aus der Pause zurück. Mit gutem Körperspiel und dem nötigen Druck schafften sie tatsächlich noch den Ausgleich. Der Schlussabschnitt gehörte jetzt ganz klar den Russen, Antipov und erneut Sushinski waren die Torschützen. Doch wie schon bei der 4:6-Niederlage in der Zwischenrunde hatten die Russen im ganzen Spiel nicht die Mittel, um die slowakischen NHL-Stars auszuschalten. Und genau wie damals erzielte auch heute Peter Bondra zwei Treffer, diesmal jedoch wohl den wichtigsten seiner Karriere. Nach Rückpass von Palffy hämmerte er einfach mal drauf und schickte nicht nur seine Mitspieler, sondern die ganze Slowakei in den siebten Eishockey-Himmel.

Und keine Frage dieser Sieg war zwar am Ende glücklich, aber mit Sicherheit ist die Slowakei ein würdiger Weltmeister. Im ganzen Turnier setzte es nur eine einzige Niederlage, in der Vorrunde gegen Finnland. Und wer nacheinander Kanada und Schweden, trotz jeweiligem 0:2-Rückstand, noch ausschaltet, der hat es verdient. Zudem stellen die Slowaken mit Miroslav Satan den Topscorer des gesamten Turniers (5 Tore, 8 Assists), mit Peter Bondra den besten Torschützen der Weltmeisterschaft (7 Tore) und mit Richard Lintner den punktbesten Verteidiger (4 Tore, 4 Assists). Zudem wurden die drei Genannten, neben Sokolov, Rhodin und Hagman, auch ins All-Star-Team der Weltmeisterschaft gewählt.