Schnipsel von der Leine (3)

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“Wir haben elf von zwölf Dritteln gut gespielt”, lautet das trotzige Kurzfazit von Bundestrainer Greg Poss über die 16. Auflage des Deutschland-Cup (heuer unter dem Namen TUI Nations Cup abgewickelt). Nach einem letzten Platz im Vorjahr erhielten die Adlerträger in diesem Jahr erneut die Rote Laterne, verbrämten diese Tatsache jedoch durch einen 7:2-Sieg gegen eine katastrophal gestartete US-Truppe. Der Mann, der in New Orleans geboren wurde, sah eine deutsche Mannschaft, die sich Chancen erarbeitet, das Tor aber leider nicht getroffen habe. Und so hagelte es nach dem 7:2 im letzten Test vor den Olympischen Winterspielen im italienischen Turin wieder nur Niederlagen für die Truppe um Kapitän Stefan Ustorf.

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Nicht wenige fragten sich, wie dieser Sieg gegen die Amis überhaupt zu Stande kam. Teal Fowler, im Hauptberuf Coach der Krefeld Pinguine und während des Turniers Co-Trainer der US-Amerikaner: “Wir hatten mit Jeff Sauer erst am letzten Mittwoch einen Cheftrainer bekommen. Da musste noch viel organisiert werden. Unser Team hatte eine einzige Trainingseinheit, bevor das Turnier startete.”

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Bezeichnend die Antwort, die ein Besucher des Turniers einem Frager gab. “Ach, sind Sie auch zur Messe in Hannover?” “Ja, zur Totenmesse”, antwortete er sarkastisch. Rund 10.000 Zuschauer an drei Tagen waren tatsächlich der Beweis, dass sich der Wettbewerb in der niedersächsischen Hauptstadt mehr oder weniger totgelaufen hat. Sogar Sportdirektor Franz Reindl, meist mit seinen Aussagen vorsichtig taktierend, könnte sich nach eigenen Angaben durchaus vorstellen, dass das Turnier in einer anderen Sportstätte fortgeführt wird, obgleich die TUI Arena als Ausrichter ihre Option bis zum Jahre 2007 zog. Erstaunt hat trotz allem das mäßige Zuschauerinteresse, wo doch mit Sascha Goc (Deutschland), Jeff Finley, Dan Lambert, Mike Green, Brad Tapper und Todd Warriner (Kanada) immerhin ein halbes Dutzend “Skorpione” in der heimischen Arena auflief. Bezeichnend, dass eine regionale Zeitung sich lang und breit über die Sambafahrt der drittklassigen Hannover Indians ins sächsische Crimmitschau erging, dem internationalen Wettbewerb jedoch die kalte Schulter zeigte. Da passt es gut ins Bild, dass die Abschlusspressekonferenz erst nach dem letzten Match (als fast alle Medienvertreter bereits Richtung heimatlicher Gefilde waren) abgehalten wurde. Sonst fand sie wesentlich früher statt. Tenor: Wir haben alles richtig gemacht. Die Zuschauer haben uns durch ihr Fernbleiben abgestraft. Strafe, für was auch immer. Nun soll mit dem DEB ein klärendes Gespräch in den allernächsten Tagen geführt werden.

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Da passt es richtig ins Bild, dass die Siegerehrung recht kläglich war. Die Spieler mit dem Ahornblatt waren bereits abgereist; selbst Kapitän Dan Lambert war nicht zugegen. Und auch die Schweizer Akteure traten schon einen Tag vorher die Abreise an. Abreise aus Hannover zumindest für die nahe Zukunft? Denkbar wäre es…

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Es ist nach wie vor verwunderlich, dass in der offiziellen Auflistung der Turniere der Deutschland-Cup von 1997 (Füssen und München) nicht escheint. In der nach Gegnern sortierten Statistik sowie in der Gesamtübersicht taucht dann jedoch die Bezeichnung “DC 97” auf.

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Nicht ganz zufrieden war Schiedsrichter-Beobachter Gerhard Lichtnecker mit seinen Schützlingen. “Ich will keine Namen nennen, aber international pfeift man kleinlicher und lässt nicht so viel laufen. Das hilft auch unseren Spielern bei größeren Turnieren.” Offensichtlich meinte der Oberbayer seinen Landsmann Roland Aumüller (Ottobrunn), der besonders beim Match der Schweiz gegen die Slowakei in Mannheim auch schon ´mal (wohl um des Spielflusses willen) fünf gerade sein ließ.

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