Russland - Finnland 3:2 n.P. - "Sbornaja" marschiert ins Finale

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Wer hätte nach dem bisherigen Turnierverlauf

gedacht, das ausgerechnet die Mannschaft Russland's als erster Teilnehmer für

das am Samstag stattfindende WM-Finale fest steht. Nach dem Viertelfinalsieg

gegen den noch amtierenden Weltmeister Tschechien schaltete die junge russische

Mannschaft, die nur mit drei NHL-Spielern verstärkt wurde, auch Favorit Finnland

aus. Zwar waren die Russen erneut die passivere Mannschaft mit weniger

Spielanteilen, aber im entscheidenden Moment waren sie zur Stelle und konnten

die Halbfinalpartie im Penaltyschießen für sich entscheiden.

Die Finnen enttäuschten keineswegs und waren

mindestens zwei Drittel die eindeutig bessere Mannschaft. Sie gingen

folgerichtig auch zweimal in Führung, jeweils im Powerplay, vergaßen aber den

Sack vorentscheidend zu zumachen. So konnten die Russen durch Zatonsky und

Afinogenov jeweils ausgleichen. Auch in der Verlängerung gaben die "Suomis"

nochmal kräftig Gas und spielten mehr oder weniger nur auf ein Tor, aber der

unorthodoxe russische Keeper Sokolov konnte mit Glück und Geschick seinen Kasten

sauber halten. Bezeichnend das Schussverhältnis, es sprach mit 45:12 mehr als

eindeutig für die "blau-weissen", aber es zählen nunmal nur die Tore im

Eishockey.

An Spannung kaum zu überbieten war die Partie

sowieso schon spätestens ab dem Schlussabschnitt, aber es wurde noch

dramatischer, denn das Penaltyschießen musste die Entscheidung bringen, wer denn

nun der erste Finalteilnehmer sein wird. Und die Finnen zeigten Nerven, sie

brachten nicht einen einzigen Puck im Kasten von Sokolov unter, während die

Russen eiskalt zockten. Wie Karpov und Kovalenko den finnischen Keeper Markkanen

austanzten war alleine das Eintrittsgeld wert. Absolut sensationell wie sie ihre

beiden Penaltys verwandelten und damit ihr Team zum ersten Mal seit 1993 in

Deutschland wieder in ein WM-Finale schossen. Cheftrainer Boris Michailov hatte

schon vor dem Turnier, von vielen Fachleuten belächelt, angekündigt, seine

unerfahrene Mannschaft werde mit dem Titel nach Hause kommen. Noch ein Sieg und

die Sensation wäre vollbracht.

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