Notizen aus Prag (8)

Notizen aus Prag (49)Notizen aus Prag (49)
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Wenn Österreich aufläuft, sind Spannung und/oder spektakuläre Ergebnisse

gesichert. Das 6:0 gegen die enttäuschenden Franzosen, die in der bisher

gezeigten Form gegen Manschaften wie Aufsteiger Slowenien kaum eine Chance

hätten, schuf die Basis für die allseitige Euphorie. Das 2:2-Remis gegen den

haushohen Favoriten Kanada sorgte, vor allen Dingen nach der 2:0-Führung,

für allgemeines Aufsehen. Das heutige 4:4 im inneralpenländischen Duell

gegen die Schweiz produzierte nach einem beiderseits ängstlich geführten

ersten Drittel, einem seitens der Österreicher hervorragend beherrschten

Mittelabschnitt und einem deprimirenden Schlussabschnitt in der Hauptsache

Frust. Austrias Chefcoach Herbert Pöck: Wir hatten drei Tore Vorsprung und

dann... Ich weiß es auch nicht. Wir müssen lernen, eine Führung über die

Zeit zu bringen.” Der wortgewandte Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger:

“Ich danke Österreich für die Lektion, die sie uns erteilt haben. In der

zweiten Drittelpause hatten wir uns nach unserem Charakter zu fragen.

Jan Benda jr., der morgen am Spieltag gegen die Tschechen 32 Jahre jung

wird, hat den Beruf gewechselt. Nach der Weltmeisterschaft wird der

Weltenbummler in Sachen Eishockey “Chemiker”. Der Allrounder, dessen Vater

zu jedem Spiel der WM aus Litvinov anreist, hat sich vor Beginn der WM dem

russischen Erstligaverein Chimik Woskresensk angeschlossen und “der heiligen

Mutter von Kasan” den Rücken gekehrt.