Notizen aus Prag (4)

WM: Zuschauerrekord und All Star TeamWM: Zuschauerrekord und All Star Team
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Bereits am zweiten Tag die erste Überraschung, die beinahe zur Sensation

geworden wäre, denn genau 52:02 Minuten führte Außenseiter Österreich gegen

den hohen Favoriten Kanada, bevor die Profis aus Übersee mit einem

Unterzahltreffer den Anschluss herstellten und knapp fünf Minuten vor

Ertönen der Schlusssirene ausglichen. Trotz der beiden Gegentreffer in der

Endphase überwog bei den Österreichern die Freude über das Remis.

Offensichtlich ist es noch nicht zu den Statistikern durchgedrungen, dass

Kanadas Cheftrainer Joel Quenneville nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt

inzwischen die Heimreise angetreten hat und durch seine bisherigen

Assistenten Mike Babcock (Chefcoach Anaheim Might Ducks) Tom Renney

(Chefcoach New York Rangers) ersetzt wurde. Unter dem Spielbericht steht

nach wie vor der Name Quennevilles. - Dazugelernt hat jedenfalls der

Stadionsprecher. Statt “Team ... plays with full strength” artikulierte er

am ersten Tag statt dessen “full strange”. Jetzt müsste es nur noch mit der

englischen Bezeichnung für “Behinderung” klappen. Sie heißt bei ihm nach wie

vor “Interferiance” statt “Interference”.

Ein negatives Bild bot heute leider auch die deutsche Pressestelle. Während

andere Verbände alles Mögliche bekannt geben (Lettlands Verteidiger Sandis

Ozolins kann wegen einer Schulterverletzung nicht nach Prag kommen, die

Ukrainer gehen beispielsweise in Mähr.-Ostrau von und zu den Spielen zu

Fuß), schwieg sich der DEB sogar bei einer Verletzung aus. Per Zufall erfuhr

ein deutscher Kollege vor Ort von der Heimreise des an einem Mittelfußbruch

leidenden Hamburger Verteidigers Heiko Smazal ausgerechnet von seiner

Heimatredaktion am Nachmittag. Dabei beantwortete die explizite Frage eines

deutschen Journalisten beim vormittäglichen Training nach verletzten

Akteuren Bundestrainer Hans Zach mit einem “Nein”. Und als Teammanager Marco

Stichnoth am Abend auf den Vorfall angesprochen wurde, spielte er zunächst

den Ahnungslosen und fragte fast in Amtsdeutsch, um wen es sich denn

handele. “Wir haben Heiko Smazal heute früh geröntgt und schickten ihn dann

nach Hause. Die Presse zu informieren, ist nicht meine Aufgabe, sondern

Sache der Pressestelle”, konstatierte er trocken. Wir konstatieren

unsererseits, dass die Mannschaft ihr viertes A-Turnier nach dem

Wiederaufstieg absolviert, ein Teil des nichtspielenden Personals sich

jedoch wieder in der B-Gruppe, oh, Pardon, Divison I, befindet.