Notizen aus Prag (15)

Notizen aus Prag (49)Notizen aus Prag (49)
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Beim heutigen Training der deutschen Mannschaft war die Stimmung locker.

Mannschaftskapitän Stefan Ustorf: “Wir wollen unsere Leistung gegen

Österreich abrufen und unser Spiel machen.” Auf die Frage, wie er mit seiner

bisherigen Leistung zufrieden ist, antwortete der Neu-Eisbär: “Ich kann

besser spielen, bin aber nicht unzufrieden. Wir haben heute unter anderem

das Überzahlspiel trainiert, da wir mehr aus unserem Powerplay machen

müssen.” NHL-Profi Jochen Hecht, aus dem Tschechen-Match mit einem

versehenen “Veilchen” versehen: “Vor der WM war Kanada der große Favorit;

aber jetzt ist es Tschechien. Wir wollen unbedingt ins Viertelfinale. Die

Spiele gegen Österreich und die Schweiz sind für uns sehr wichtig. Eine

Eishockeykarriere dauert schließlich nicht ewig, und daher habe ich mein

Geld gut angelegt”, legte er noch nach, als der Ex-Mannheimer auf die 6,1

Millionen US-Dollar angesprochen wurde, die er drüben verdient. Während

Mannheims Stürmer Christian Ullmann gestand, dass er sehr viel mit zu Hause

telefoniert, wo natürlich auch mitgefiebert wird, drückte Pinguin-Defender

Daniel Kunce einen Eisbeutel um den rechen Knöchel. “Ist aber weiter nicht

schlimm”, knurrte der eisenharte Blueliner, der mit seinen Schüssen bisher

Pech hatte. Auch unser “Neutraler” ist bisher zufrieden. Richard Schütz, in

Krefeld aufgewachsen, hinterließ in den ersten Tagen einen sehr guten

Eindruck. Neben zwei anderen Partien durfte er sogar am vorgestrigen Tage

den “Knaller” Slowakei - Finnland (5:2) leiten.

Ausgesprochenes Verletzungspech erleiden die Kasachen, die trotz allem heute

Mittag im direkten Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger den Franzosen

mit 5:0 verdient das Nachsehen gaben. Damit sind die gallischen Hähne, seit

nunmehr 240 Minuten ohne Tor, erneut gerupft worden. Nach Denis Schemelin

und Alexander Semenow fiel gestern auch Alexej Troschtschinskij beim

Training mit einem gebrochenen linken Knöchel aus. Als Vierter im Bunde der

Blessierte wurde nach 33;10 Minuten Torwart Witalij Jeremejew auf einer

Trage aus der Arena gefahren, nachdem er mit einem französischen Stürmer

zusammenprallte und minutenlang bewegungslos auf dem Eis lag.