Fast 200 Strafminuten

Fast 200 StrafminutenFast 200 Strafminuten
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Ein torloses erstes Drittel und drei Strafzeiten – das war die Ausbeute der ersten 20 Minuten, in denen die Starbulls die bessere Mannschaft mit einem Übergewicht an Torchancen war. Nach der ersten Pause füllten sich allerdings die Strafbänke zusehends und die Teams wurden vom schwachen Hauptschiedsrichter Ulpi Sicorschi immer wieder dezimiert. In der 30.Minute erzielten die Allgäuer durch Valentin Gschmeißner das 1:0, wenige Sekunden später schickte der Unparteiische den Rosenheimer Stürmer Leopold Tausch mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine. „Nach Videostudium musste ich feststellen, dass es sich um einen fairen Check handelte“, meinte SBR-Trainer Thomas Schädler. Bezeichnend für die Schiedsrichterleistung war, dass der gecheckte Füssener Spieler eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen unsportlichen Verhaltens erhielt. Mit dem 0:1-Zwischenstand und 73 verteilten Strafminuten gingen die Mannschaften die Kabinen. 35 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels markierten die Gäste durch Dominik Meisinger das 2:0, ehe ab der 50.Minute eine weitere Strafzeitenflut einsetzte. „Auch wenn der Schiedsrichter schlecht war, dürfen sich meine Spieler solche Disziplinlosigkeiten nicht erlauben“, so Schädler, der mit ansehen musste, wie sich Max Renner und Maximilian Merz (beide jeweils 10 Minuten Disziplinarstrafe wegen unsportlichen Verhaltens) einhandelten. Merz meckerte einige Minuten später sogar auch noch auf der Strafbank so heftig, dass ihn Sicorschi mit einer zweiten Disziplinarstrafe belegte, die eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach sich zog. In der 55.Minute verkürzte Dominik Ochmann für die Hausherren auf 1:2 und die Starbulls schöpften noch einmal Hoffnung. 132 Sekunden vor dem Ende kassierte auch Benjamin Zientek nach einer dummen Aktion 5+Spieldauerdiszplinarstrafe, sein Kontrahent aus Füssen bekam diese Strafe sogar doppelt aufgebrummt. Somit waren die Rosenheimer in der Schlussphase in Überzahl, was sie jedoch nicht zum Ausgleich nutzen konnten. Stattdessen konnte Simon Sezemsky vier Sekunden vor der Sirene mit dem 3:1 für die endgültige Entscheidung sorgen.

Stark ersatzgeschwächt fuhren die Rosenheimer am Sonntagfrüh nach Kaufbeuren, denn Merz, Zientek und Tausch waren aus dem Füssen-Spiel gesperrt und Bronislaw Tomaschewski, Dennis Reimer und Marvin Schägger meldeten sich bereits am Freitag verletzt ab und so agierte Schädler mit drei Reihen. Die Starbulls gingen in einer äußerst fairen Partie (insgesamt gab es lediglich fünf Hinausstellungen) konzentriert zu Werke, zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung und in der 16.Minute brachte die zweite Sturmreihe durch Manuel Hillinger (die Vorlagen lieferten Florian Gaschke und Ochmann) die Grün-Weißen mit 1:0 in Front. Im Mittelabschnitt stellte Julian Karadakic auf 2:0, zu Beginn des letzten Drittels erhöhte Ochmann auf 3:0. In der vorletzten Minute erzielte der in die dritte Sturmreihe aufgerückte Fabian Rast seinen ersten Treffer in der Deutschen Nachwuchsliga und fixierte den 4:0-Endstand. Und nicht nur für Rast gab es einen speziellen Grund zur Freude, denn Torwart Timo Herden konnte seinen ersten Shutout der Saison feiern.