Duell der Nachwuchs-SchmiedenDNL-Finale: Jungadler gegen Eisbären Juniors

Foto: Hans Martin Fleischer/ Sportforum BerlinFoto: Hans Martin Fleischer/ Sportforum Berlin
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Das Trainergespann, bestehend aus Steffen Ziesche, in Personalunion zugleich Sportchef, und Nico Pyka, übernahm die DNL-Mannschaft der Eisbären Juniors im Mai vergangenen Jahres von ihrem langjährigen und durchaus erfolgreichen Vorgänger Andreas Gensel. Unter Gensels bewährten Fittichen steht seither die Schülermannschaft des Vereins. Ziesche als auch Pyka zeichnet unisono aus, auf bemerkenswerte Spielerkarrieren verweisen zu können. Im Umgang mit ihren ambitionierten Schützlingen gewiss ein Vorteil, der ihrer Arbeit sehr entgegen kommt. Können sie den 15- bis 19-Jährigen doch viel mitgeben aus ihrem großen Erfahrungsschatz. Ziesche und Pyka mussten nicht bei null beginnen oder alles auf den Kopf stellen: „Nachdem wir die Truppe übernommen hatten, erkannten wir schnell, welches Potenzial in ihr steckt. Dann haben wir gezielt daran gearbeitet, das Spiel weiter zu strukturieren. Wer in der Vorrunde unsere Spiele häufiger beobachtet hat, konnte sehen, dass wir die Gegner oft nicht nur dominierten, sondern dabei noch attraktives Eishockey gespielt haben.“ Darum geht es den Trainern nicht zuletzt auch: um Spielkultur, anstatt „wilder Rammelei“. Dabei war es manchmal schwierig, da die Verletzungsmisere des DEL-Teams der Eisbären bis hin zur Schülermannschaft Wirkung zeigte. Rückten Spieler wie Vincent Schlenker, Thomas Supis, Henry Haase, Justin Ludwig und Roman Veber wenigstens zeitweise vom Oberliga-Kooperationspartner in den DEL-Kader auf, entstanden bei FASS Berlin Lücken, die wurden durch DNL-Spieler geschlossen und diese wiederum mussten von Spielern aus der Schülermannschaft ersetzt werden. Enorm hilfreich ist dabei, dass sich die betreffenden Akteure nicht jedes Mal auf ein anderes Spielsystem umzustellen brauchen. Der rote Faden des „Eisbären-Eishockeys“ lässt sich abspulen von der DEL- bis eben hin zur Schülermannschaft. Deshalb gab es im Spielbetrieb der DNL-Mannschaft zwar den einen oder anderen Durchhänger - regelrechte Abstürze, wie man sie unter diesen Umständen hätte erwarten können, aber nicht. Erster Lohn für die gewachsene Stabilität des Berliner DNL-Teams war am Ende der Vorrunde der zweite Rang hinter den Jungadlern und vor dem EC Bad Tölz mit immerhin sieben Punkten Vorsprung.

Zum Play-off-Start wartete mit dem EV Landshut kein Geringerer als der Vorjahresmeister, der dazumal im Finale vormachte, dass die scheinbar übermächtigen Jungadler doch schlagbar sind. Der Viertelfinal-Einstand misslang den jungen Berlinern durch eine Heimniederlage jedoch gründlich. Trainer Ziesche in der Rückschau: „Beim Start in die Play-off haben wir uns anfangs gegen starke Landshuter schwer getan. Nach der Niederlage im ersten Spiel zu hause, haben die Jungs ihren wahren Charakter gezeigt. Die Art und Weise wie wir da zurückgekommen sind, war schon beeindruckend. Insofern war unser Weiterkommen ins Halbfinale auch absolut verdient.Im Halbfinale waren die Jungs Krefeld von Beginn an einfach überlegen“, fasst Ziesche das Aufeinandertreffen mit dem Krefelder EV kurz und treffend zusammen. Glatt mit zwei Siegen und einem Torverhältnis von 16:5 erreichten die Hauptstädter die Finalserie. Weil es im Sport nicht zwingend logisch zugeht, viele Faktoren über Sieg und Niederlage entscheiden, sieht Ziesche andere Gründe für den Erfolg seiner Mannschaft: „Final-Teilnahmen kann man nicht planen, aber sich als Ziel setzen schon. Die Mannschaft hat sich in der Saison sichtbar weiterentwickelt. Von daher kommt dieses Ergebnis für uns gar nicht so überraschend. Die Jungs haben hart an sich gearbeitet und und jetzt können sie sich dafür belohnen.“

Während das Finale für die Jungadler alljährlich quasi Standardprogramm ist, erreichten es die Eisbären Juniors seit 2005 erstmals wieder. Der Meister hieß dann jedoch... Mannheim! Eine offene Rechnung? Stolz auf das Erreichte ist man bei den Hauptstädtern schon jetzt. Zufrieden? Aber nein, die Juniors haben nicht vor, sich mit dem Finaleinzug zufrieden zu geben. Kapitän Alex Trivellato gibt sich gelassen: „Nein, aufgeregt sind wir nicht. Wir sind froh, uns diese Möglichkeit erarbeitet zu haben und freuen uns darauf, dass es am Mittwoch endlich los geht.“ Der in der norditalienischen Eishockey-Hochburg Bozen geborene Verteidiger liefert selbstbewusst die Kampfansage Richtung Jungadler nach: „Wir wissen, dass wir sie schlagen können und sind heiß darauf. Dass das auch in einem Finale funktionieren kann, hat Landshut letzte Saison bewiesen. Ansonsten schauen wir auf uns selbst und versuchen weiter, so viel wie möglich richtig zu machen.“

„Die beiden besten Mannschaften der Vorrunde stehen verdient im Finale. Meine Jungs sind heiß und bereit“, lauten Ziesches abschließenden Worte, bevor es ab Mittwochabend im legendären Wellblechpalast ernst wird. Alles ist gesagt, von nun an werden alle noch offene Fragen auf dem Eis geklärt.